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Nauen: Wut und Hass im Netz

Reaktionen nach Turnhallen-Brand Nauen: Wut und Hass im Netz

Die Reaktionen auf den Brand der Turnhalle in Nauen, in der Flüchtlinge untergebracht werden sollten, fallen höchst unterschiedlich aus. Während sich Asylbefürworter auf Facebook entsetzt äußerten, relativierten und verharmlosten Heimgegner den Brand.

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Die Turnhalle des OSZ Havelland brannte in der Nacht zu Dienstag vollständig nieder. Die Ermittler vermuten Brandstiftung.
 

Quelle: Julian Stähle

Nauen.  Hunderte Menschen äußerten sich am Dienstag im Internet zum Brand der Nauener Sporthalle. „Ich bin unendlich traurig über diesen Vorfall. Wenn ich an all die Menschen denke, die so lange unterwegs waren und ihr Leben aufs Spiel gesetzt haben, nur um hier anzukommen!“, schrieb eine Nutzerin der Facebook-Gruppe „Nauen für Menschlichkeit“. Mit ihr entrüsteten sich etliche andere Nutzer der Gruppe, die Flüchtlinge willkommen heißt. Viele zeigten sich regelrecht wütend, dass es nach Anschlägen in Tröglitz oder Heidenau nun auch Nauen getroffen hatte. „Dass die sogenannten ,Landsleute’ damit sich und ihren Kindern alleine schon rein unterrichttechnisch ins eigene Fleisch schneiden, ist ihnen wohl egal“, schrieb ein Nutzer. Via Facebook organisierten Mitglieder der Gruppe die spontane Mahnwache am Dienstag in Nauen. Die Nutzerin Sylvia Swierkowski indes bot auf der Facebook-Seite an, Spenden und andere Hilfe an die Flüchtlinge zu vermitteln.

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Einige verharmlosen die Tat

Auf der Seite „Nein zum Heim in Nauen“, die laut Innenministerium von NPD-Kadern oder Leuten aus dem Umfeld der Partei betrieben wird, wurde der Brand der Turnhalle verharmlost und relativiert. Fast 1400 Menschen folgen der Seite. „Ist ja schrecklich, der technische Defekt, der da zum Brand führte“, schrieb ein Nutzer zynisch, obwohl die Polizei von Brandstiftung ausgeht. „Egal ob Brandanschlag oder nicht“, so eine andere Nutzerin, „je mehr geplante Unterkünfte runterbrennen, desto weniger werden die Unterkunftsmöglichkeiten.“ Sie verglich die Proteste gegen „Asylanten“ mit den Montagsdemonstrationen in der DDR. Man dürfe jene Heimgegner, die für den Brand in Nauen verantwortlich sein könnten, nicht noch provozieren und als „Mob“ bezeichnen.

Rechtsradikale machen Stimmung gegen Heim

 In ihrem Hass gegen Flüchtlinge hatten sich die Nutzer der Nein-zum-Heim-Gruppe, die es auch für Städte wie Friesack, Falkensee und Dallgow-Döberitz gibt, hochgeschaukelt. Das Prinzip ist immer dasselbe: Mit Zeitungsschnipseln, die über Straftaten von Flüchtlingen in Deutschland und Österreich berichten, machen die Betreiber Stimmung gegen das Heim. Was folgt, sind rassistische Kommentare der aufgebrauchten Nutzer. Eine Nauenerin gratulierte Adolf Hitler in einem der Kommentare am 20.  April mit den Worten „Und noch mal alles Gute, Adi!“ zum Geburtstag. Eine andere schrieb, man solle das „Asylantenpack“ mit dem Knüppel wegjagen. Sie äußerte zudem die Hoffnung, dass noch mehr Flüchtlingsboote untergehen. Auch Anschläge waren offenbar erwartet worden. „Rostock-Lichtenhagen 1992 = Nauen 2015“, schrieb ein Nutzer in Anspielung auf den Brandanschlag im Rostocker Ortsteil.

Von Marco Paetzel

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