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Nauen feiert ein buntes Fest und setzt Zeichen

Havelland Nauen feiert ein buntes Fest und setzt Zeichen

Zum sechsten Mal wurde in Nauen am 20. April ein Fest gefeiert, um zu zeigen, dass die Stadt bunt, friedlich tolerant ist. Mehr als 30 Unterstützer beteiligten sich an der Vorbereitung. Schon am Nachmittag am Lindenplatz war der Andrang groß – die Feierlichkeiten für ein buntes Zusammenleben aller Menschen dauerten bis zum Abend.

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Bunt gegen Braun: In Nauen wurde zum Toleranzfest eingeladen – mit vielen Möglichkeiten zum Reden und Mitmachen.

Quelle: Foto: Holger Kohl

Nauen. Bereits am frühen Donnerstagnachmittag war es in der Gartenstraße in Nauen recht voll. Bevor Volker Mueller vom Humanistischen Freidenkerbund Havelland des diesjährige Toleranzfest auf der Bühne eröffnete, hatten die ersten Nauener an den Ständen schon einige Suppen gekostet. So wie Hans-Jörg Guhla aus Groß Behnitz: Sein Favorit beim interkulturellen Wettbewerb der Suppen war die Nummer 4: Spargelsuppe mit Wildkräutern. „Ich habe mir gleich das Rezept geben lassen und volle Punkte vergeben.“

Gekommen war er aber nicht nur wegen der Leckereien, sondern um zu zeigen, das Nauen eine „bunte und friedliche Stadt ist“. Genau das ist seit sechs Jahren das Motto des Toleranzfestes, das inzwischen im Veranstaltungskalender der Stadt fest verankert ist. Mehr als 30 Vereine, Parteien, Kirchen, Organisationen und Förderer haben sich für das Fest engagiert. „Wir leben hier gemeinsam und friedlich miteinander, obwohl die Menschen unterschiedlich sind“, sagte Mueller. Bürgermeister Detlef Fleischmann (SPD), der erneut die Schirmherrschaft übernommen hatte, erinnerte zugleich an die Opfer des Bombenangriffs auf den Nauener Bahnhof am 20. April 1945.

Ihren Dank an alle, die „Tag für Tag Toleranz beweisen oder sich für Toleranz einsetzen“, sprachen die Landtagsabgeordnete Barbara Richstein (CDU) und die Bundestagsabgeordnete Kirsten Tackmann (Linke) aus. Tackmann ging auf den 20. April ein und mahnte: „Es ist der Tag, an dem mit Adolf Hitler der wohl größte Verbrecher der Menschheit geboren wurde.“ Auch Toleranz habe ihre Grenzen, so Tackmann. Umso schöner sei es, wenn hier dieses Fest mit friedliebenden Menschen gefeiert werde.

Brandenburgs Staatssekretär Martin Gorholt (SPD) beklagte, dass der Bombenangriff 1945 von Nazis historisch missbraucht werde, um am heutigen Tag in Nauen Mahnwachen abzuhalten. „Wir brauchen nie wieder Krieg, und wir brauchen nie wieder solche Taten, wie den Brandanschlag auf die Turnhalle des Oberstufenzentrums in Nauen im Jahr 2015.“

Erstmals auf dem Toleranzfest mit einem Stand dabei war die Fazenda Gut Neuhof aus Markee. „Wir leben auf unserem Hof jeden Tag Toleranz, weil wir Menschen aus vielen Ländern beherbergen“, sagte Susan Ackerschewski. Außerdem sei es gut, wenn eine kirchliche Einrichtung Flagge zeige.

Welche der zwölf Suppen von den Besuchern die meisten Punkte bekommen und damit den Wettbewerb gewonnen hat, wurde erst spät ausgezählt. „Gewonnen haben die Nauener und Gäste, unter denen auch viele Flüchtlinge aus der Unterkunft im Waldemardamm waren, die zu diesem bunten Fest gekommen sind“, sagte Mueller.

Am Abend hielten NPD-Anhänger auf dem Nauener Friedhof an der Hamburger Straße eine Mahnwache ab. Dem gegenüber stand eine Gegendemonstration von etwa 60 Antifa-Leuten. Die Polizei trennte beide Kundgebungen voneinander. Bis zum Redaktionsschluss blieb alles friedlich.

Von Jens Wegener

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