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Nauen 300 Postkarten aus Nauen
Lokales Havelland Nauen 300 Postkarten aus Nauen
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08:15 28.07.2018
Eine der ältesten Karten der Sammlung von Franz Nieter ist diese Postkarte mit dem Motiv von Buchdruckerfinder Gutenberg. Quelle: Jens Wegener
Nauen

Er arbeitet gerade an einem Buch, aber Schriftsteller ist Franz Nieter nicht. Es wird ein Foto-Buch mit alten und neuen Postkarten, das eher für den privaten Familien- und Freundeskreis gedacht ist, verrät der 69-Jährige. Ende 2018 soll das Werk mit dem Titel „Herzliche Grüße aus Nauen“ fertig sein.

Dass das Nauener Urgestein Franz Nieter, der bis zum Rentenantritt 2011 viele Jahre im Tiefbauamt der Stadtverwaltung gearbeitet hat und praktisch jede Baustelle im Schlaf beschreiben konnte, heute ein großer Sammler von Postkarten ist, hat er seiner Mutter Lisbeth zu verdanken.

Franz Nieter mit einem der Alben mit Postkarten. Quelle: Jens Wegener

„Die hat die Dinger aufgehoben und mir irgendwann übergeben“, sagt Franz Nieter.

Aus den 50 von damals sind mittlerweile etwa 300 geworden (55 stammen aus der Zeit nach 1945), wobei er nur die zählt, die sich mit Nauen beschäftigen. „Früher hat jeder Karten geschrieben. Ganz früher wurden sogar Familienfotos auf die Karten geklebt und dann verschickt“, sagt der Experte und zeigt in einem seiner vielen Alben gleich Beispiele von Karten mit seiner Familie.

Älteste Karte von 1896

Seine ältestes Stück stammt aus dem Jahr 1896, die schönste Karte ist eine mit einem gestickten Motiv von Gutenberg aus dem Jahr 1900. „Ich habe mir inzwischen ein System erarbeitet, wonach ich die Karten sortiere“, erzählt der Sammler.

Noch immer geht Franz Nieter auf Flohmärkte in der Region, um vielleicht das eine oder andere seltene Teil zu ergattern. Für seine teuerste Karte hat er einst 30 D-Mark ausgegeben. „Das ist eine Feldpost aus dem 1. Weltkrieg“, erinnert er sich. Für Raritäten aus DDR-Zeiten über Nauen müsse man heute 5 bis 10 Euro hinlegen.

Seltene Motive von Nauen sind gefragt

„Interessant sind dabei die Motive, die nicht so oft vorkommen, also nicht das Rathaus oder das Funkamt.“ In seiner Sammlung finden sich unter anderem Karten mit Blick in die Mittelstraße, auf den Wasserturm und das alte Kino. „Wenn man das von früher kennt und das Gebäude heute sieht, könnte man verzweifeln“, so der Nauener.

Bevor Franz Nieter die Fakten zu jeder Karte in ein Buch schreiben kann, muss er häufig lange recherchieren: Wann wurde die Karte hergestellt? Wann wurde sie geschrieben? Wann wurde sie verschickt? Diese Akribie kommt ihm nicht nur bei seinem jetzt entstehenden Buch zugute.

Einige der älteren Postkarten. Quelle: Jens Wegener

„Schon bei meiner ersten Postkartenausstellung in den 80er-Jahren in der ehemaligen VdgB (Vereinigung der gegenseitigen Bauernhilfe – d.R.) und nach der Wende 1994 in der Nauener Partnerstadt Kreuztal konnte ich zu den Karten viele Hinweise und Erklärungen geben“, sagt er stolz.

Treffen mit anderen Sammlern sind nicht seine Sache. „Ich mache mein Ding, so wie ich mir eine Sammlung vorstelle, ohne dass sich jemand einmischt.“ Es sei ja schließlich ein privates Hobby.

Auch seine Frau hat mit den Postkarten nichts zu tun. Sie weiß, dass er damit viel Zeit verbringt und so beschäftigt ist. Wobei Franz Nieter neben seinen Postkarten ein zweites, vielleicht sogar noch größeres Hobby hat: Holzarbeiten. Er drechselt alles, was zu drechseln geht. Jedes Jahr zur Nauener Hofweihnacht können sich die Besucher an seinem Stand beim Altstadtcafé ein Bild davon machen.

Von Jens Wegener

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