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Nauen Als es noch 30 Kneipen in der Stadt gab
Lokales Havelland Nauen Als es noch 30 Kneipen in der Stadt gab
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19:06 10.02.2019
Eins mit der Geschichte: Wolfgang Wiech verschmilzt mit einem seiner ältesten Fotos, das das Kaufhaus Protz im 19. Jahrhundert zeigt. Quelle: Vivien Tharun
Nauen

 Ein Foto des alten „Volksgarten“ löst Emotionen bei den Betrachtern aus. In „Moni’s Bistro“ in der Nauener Mittelstraße sind Freitagabend Interessierte zusammengekommen, die sich alte Bilder der Stadt ansehen möchten, vorgeführt und ausgewählt von Wolfgang Wiech, der sonst als Nauener Nachtwächter Stadtrundgänge leitet.

Im Gebäude, das früher einmal der „Volksgarten“ war, ist nun das Restaurant „Casa Toro Negro“. „Da haben wir schon damals gerne gesessen“, sagt eine der Anwesenden.

Geschäfte und Gasthäuser

Wolfgang Wiech hat den Vorführabend in zwei Teile gegliedert. Zunächst sehen die Gäste alte Geschäfte, dann Kneipen und Gasthäuser. Über einen Beamer werden die Bilder an die Wand projiziert.

Manche zeigen alte, nachkolorierte Postkarten aus dem 19. Jahrhundert, andere sind Fotografien. Eins der ältesten Fotos ist eine Innenaufnahme aus dem Kaufhaus Protz. Es soll wie die Postkarten Ende des 19. Jahrhunderts entstanden sein – eine Zeit, in der es noch keine Selbstbedienungsläden gab, sondern die gewünschten Waren vom Verkäufer einzeln ver- und eingepackt wurden.

Einige Bilder lösen bei den Anwesenden so viele Erinnerungen aus, dass Wiech viel daran setzen muss, wieder etwas Ruhe in die Runde zu bekommen. Später sagt eine der Damen, es sei ihr während des Vortrags schwer gefallen, ihre Euphorie im Zaum zu halten: „Ich bin hier in Nauen geboren und aufgewachsen. Mit einigen der Gaststätten von damals verbinde ich viele Erlebnisse“, sagt sie.

Die zentrale Rolle der Mittelstraße

Laut Wiech habe es mal 30 Kneipen in Nauen gegeben. Davon ist kaum noch eine übrig. Wiech zeigt unter anderem Bilder von den Gaststätten „Gockel“, „Zur Quelle“, „Am Weinberg“, der „Milch-Bar“ und dem „Berliner Hof“. Wo jetzt ein Lidl-Markt steht, waren früher „August Behrends Bierhallen“.

Zwischendurch sind auch immer wieder Fotos alter Straßen zu sehen. Wiech lässt die Gäste dann erraten, um welche Straße es sich handelt und welche Geschäfte heute dort sind. Oft ist die Mittelstraße zu sehen, die eine zentrale Rolle im Stadtbild gespielt hat. Und die Goethestraße war im 19. Jahrhundert die noble Einkaufsstraße Nauens. Die Anwesenden unterhalten sich während des Vortrags darüber, welche Geschäfte es wann, wo gab und wie deren Inhaber hießen.

Auf Fontanes Spuren

Zum Ende des Vortrags bleiben Wolfgang Wiech noch einige Minuten, um kurz Theodor Fontanes Besuch in Nauen um 1861 zu beschreiben. Er zeigt ein Bild vom Bahnhof, an dem Fontane ankam und die Straßenzüge, die der Autor gegangen sein muss.

Wer Genaueres über Fontanes Besuch in der Kreisstadt wissen möchte, hat am 4. Mai ab 13 Uhr die Gelegenheit. Dann führt Wolfgang Wiech Interessierte auf den Spuren Fontanes durch die Stadt.

Von Vivien Tharun

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