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Nauen Neues Leben für altes Gaswerk
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20:15 11.10.2018
Als typische Industriebauten des beginnenden 20. Jahrhunderts bezeichnen die Denkmalpfleger die Klinkerbauten. Quelle: Andreas Kaatz
Nauen

Das alte Gaswerk an der Graf-Arco-Straße hat schon weitaus bessere Zeiten gesehen. Seit vielen Jahren steht es leer. Fensterscheiben sind kaputt, Bäume wachsen auf Dächern und die rote Klinkerfassade des denkmalgeschützten Ensembles hat arg gelitten. Doch nun kündigen sich bessere Zeiten an. Ein Investor hat das rund 1,2 Hektar große Areal am Bahnhof von der Stadt erworben und will daraus etwas machen.

Neuer Eigentümer ist die Firma terraplan Baudenkmalsanierungsgesellschaft mbH, die auch an der Entwicklung des Olympischen Dorfes in Elstal arbeitet. „Wir haben das Gaswerk gerne gekauft, weil wir gerne Denkmäler machen“, sagt Geschäftsführer Erik Roßnagel, der sich schon auf die kommenden Aufgaben freut.

Erste Vorstellungen gibt es schon

So steht das frühere Apparatehaus mit Turm – direkt an der Straße – ebenso unter Denkmalschutz wie das Kohlen- und Ofenhaus im hinteren Teil. Unter Schutz gestellt wurden beide Klinkergebäude einst mit der Begründung, dass es sich um „typische Formen der Industriearchitektur um die Jahrhundertwende“ handelt.

Erste Vorstellungen dazu, was aus dem Gelände machbar wäre, gibt es schon. So ist eine Mischnutzung aus Wohnen und Gewerbe geplant. Gewerbe soll zur Straße hin entstehen. In Frage könnte dies für Firmen kommen, denen die Verkehrsfrequenz an der Straße und die gute Sichtbarkeit am Bahnhof wichtig sind. Im rückwärtigen Teil – um einen grünen und ruhigen Innenhof – sollen Wohnneubauten errichtet werden. „Wir wollen ein breites Wohnungsangebot für verschiedene Zielgruppen bereit halten, darunter betreute Wohnungen. Auch eine Wohngruppe für Demenzkranke ist denkbar“, so der Geschäftsführer.

Analyse als erster Schritt

Jetzt wird erst einmal alles erfasst. „Wir beginnen mit der Planung. Der erste Schritt ist die Analyse“, sagt Roßnagel. Dazu gehört auch das Thema Altlasten. „Ein Gaswerk ohne Teergrube gibt es nicht“, so Roßnagel. Diese Erfahrung musste man nicht zuletzt auch beim alten Gaswerk in Oranienburg machen, die Entsorgung kostet einen sechsstelligen Betrag. Darüber hinaus müsse geprüft werden, ob Schadstoffe in Gebäuden vorhanden sein könnten. „Der Gutachter macht sich jetzt an die Arbeit.“ Um einen Bestandsplan zu erhalten, ist zudem ein verformungsgerechtes Aufmaß der Gebäude geplant – mit Hilfe von Lasertechnik.

Bis zum ersten Quartal nächsten Jahres soll die Analyse abgeschlossen sein, die Planung dann bis Ende 2019. Mit dem Baubeginn rechnet der terraplan-Geschäftsführer im zweiten Quartal 2020 und mit der Fertigstellung etwa zwei Jahre nach Baubeginn.

Frei von Munitionsaltlasten

Bevor der Verkauf angegangen werden konnte, musste klar sein, dass das Areal tatsächlich frei von Munitionsaltlasten ist. Denn die Fläche um den Nauener Bahnhof herum war im April 1945 von amerikanischen Verbänden bombardiert worden. Die Luftbildauswertung ergab acht Bombentrichter auf dem Gelände. Zwar hatten Mitarbeiter der Stadt in den vergangenen Jahren schon Kaufinteressenten übers Gelände geführt, doch denen war das entsprechende Kostenrisiko zu hoch.

Deshalb hatte die Stadt Nauen im Vorfeld eine umfangreiche Munitionssuche durchführen lassen. Das beauftragte Unternehmen nahm dazu tausende Bohrungen vor. Letztlich fand man fünf so genannte Anomalien, die sich jedoch letztlich nicht als Blindgänger heraus stellten.

Von Andreas Kaatz

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