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Nauen Wohnen und arbeiten im Bahnhofsquartier
Lokales Havelland Nauen Wohnen und arbeiten im Bahnhofsquartier
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01:16 18.01.2019
Fahrerloser Shuttlebus des französischen Herstellers Navya. Vielleicht wird auch im Nauener Bahnhofsquartier später einmal ein autonomer Bus fahren. Quelle: Michael Gounon
Nauen

 Stadtquartiere, in denen Wohnen und Arbeiten möglich ist und in denen man auch seine Freizeit verbringen kann – solchen Projekten hat sich die Glockenweiß GmbH verschrieben, die in der Vergangenheit vorrangig in Berlin tätig war. Nun wollen die Projektentwickler auch außerhalb der Hauptstadt, nämlich in Nauen, so etwas auf die Beine stellen. Ihr Projekt lautet: Bahnhofsquartier „Am Schlangenhorst“.

„An Nauen sind wir schon ein Jahr dran“, sagt Architekt Christopher Weiß, geschäftsführender Gesellschafter von Glockenweiß – und erklärt: „In Berlin ist es immer schwieriger, an Flächen zu gelangen, die erschwinglich sind. Die Preise gehen durch die Decke. Wir wollen aber keine Luxuswohnungen verkaufen.“

Städtebaulich ungeordnet

Aus dem Grunde schaute er sich im Umland um, nicht nur in Nauen. Dort jedoch wurde Glockenweiß nördlich des Bahnhofs fündig. Auf einer rund 15 Hektar großen Fläche zwischen Bahndamm und Ludwig-Jahn-Straße wechseln sich mehr oder weniger stark genutzte Gewerbeareale mit Wohn- und Brachflächen ab. Die Fachleute sprechen von einer städtebaulich ungeordneten Situation.

Das soll sich künftig ändern. Und dies gemeinsam mit den Eigentümer in dem Gebiet, wie Weiß betont. Seiner Firma gehört dort nur eine drei Hektar große Fläche des einstigen VEB Hochbau Nauen an der Ludwig-Jahn-Straße. Im Sommer vorigen Jahres erfolgte der Kauf. „Für uns wäre es schön, wenn es ganz viele Investoren gibt. Wir wollen die Entwicklung vorrangig anschieben. Eventuell sind unsere Flächen Impulsgeber“, so der Architekt.

Mit Eigentümern gesprochen

Wie er sagt, sei man auf die rund zehn Eigentümer bereits zugegangen. Man habe die Entwicklungsabsichten mitgeteilt und zudem abgefragt, was die Eigentümer selbst für Vorstellungen und Absichten haben. So könnten wahrscheinlich selbst die Flächen, auf der jetzt eine Betonbrechanlage steht, in die Planung mit einbezogen werden.

Geplantes Bahnhofsquartier im Norden von Nauen

Der Bebauungsplan „Bahnhofsquartier Am Schlangenhorst“ im Norden von Nauen umfasst eine Fläche von rund elf Hektar.

Begrenzt wird das Gebiet im Norden von der Ludwig-Jahn-Straße, im Osten vom Liebfrauengraben, im Westen vom Grundstück der Havelbus Verkehrsgesellschaft und im Süden von der Straße Am Schlangenhorst.

Ziel des B-Plans ist es, die baulich sehr inhomogene Fläche neu zu ordnen und mit der Nachbarschaft harmonisch zusammenzufügen.

Die Flächen sind teilweise in Privateigentum oder gehören der Stadt.

„Für die Eigentümer bedeutet es auch eine Wertsteigerung, wenn das Gebiet als attraktives Stadtquartier entwickelt wird“, ist sich Weiß sicher. „Bei der Stadt sind wir mit dem Projekt jedenfalls auf Begeisterung gestoßen.“ Dort sei die Fläche schon seit Längerem als Entwicklungsschwerpunkt ausgewiesen. Vor einigen Wochen ist ein Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan gefasst worden, der etwa elf Hektar betrifft.

Zehn Jahre Entwicklung

Christopher Weiß geht von einem Entwicklungshorizont von etwa zehn Jahren aus. „Ab Mitte 2021 könnten die ersten Grundstücke Baurecht haben.“ Doch erst einmal soll ein Masterplan aufgestellt werden, der die Richtung vorgibt. Dazu ist jetzt ein städtebaulicher Wettbewerb geplant, die Präsentation wird im April/Mai erfolgen.

Untersucht werden soll in dem Zusammenhang auch der Bereich bis an den Bahndamm heran, selbst wenn dieser nicht zum B-Plan-Gebiet gehört. Nicht enthalten ist das alte Gaswerk, für das schon eigene Planungen laufen.

Wohnen und arbeiten

Nach Ansicht von Christopher Weiß könnten etwa 300 bis 500 Wohnungen neu entstehen – vom Mehr- bis zum Einfamilienhaus. Ein Angebot, das sich an Nauener, weitere Havelländer, aber auch an Berliner richten soll. Zudem sind neue Gewerbeansiedlungen erwünscht. „Ziel ist es, Unternehmen dort hinzubringen. Ein Quartier lebt erst, wenn es auch tagsüber belebt ist“, sagt der Projektentwickler.

Dass mit Pac Tech bereits ein starkes Unternehmen in dem Gebiet ansässig ist, begrüßt er deshalb. Außerdem sei beabsichtigt, dass beispielsweise Berliner Firmen aus dem Dienstleistungsgewerbe dort Zweigniederlassungen errichten, so dass die Mitarbeiter, die im Bahnhofsquartier wohnen, keine weiten Wege zur Arbeit haben. Zudem ist eine Kita in dem Gebiet vorgesehen und auch an Einkaufseinrichtungen soll gedacht werden.

Eventuell autonomer Bus

Zudem spielt die Mobilität in den Überlegungen eine Rolle, wie Christopher Weiß sagt: „Wir haben den Traum, gemeinsam mit Havelbus einen selbstfahrenden Bus zu installieren.“ Dieser würde dann am Bahnhofsvorplatz in Nauen losfahren, seine Runde durchs Quartier drehen und wieder am Vorplatz enden.

Von Andreas Kaatz

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