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Nauen Anwohner fürchten nasse Keller
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20:24 12.10.2018
Der Graben am Dechtower Damm muss nach Ansicht von Andreas Priber (l.) und Horst-Jürgen Gaßmann unbedingt wiederhergestellt werden. Quelle: Andreas Kaatz
Nauen

Dass in ihrer Wohngegend das Wasser im Frühjahr und Winter mal für eine gewisse Zeit in den Kellern der Wohnhäuser stehen kann, ist auch für Andreas Priber und Horst-Jürgen Gaßmann unschön, aber nicht zu ändern. Die Waldsiedlung ist eben eine feuchte Ecke, man hat damit leben gelernt. Doch das, was möglicherweise demnächst auf die Bewohner zukommt, ist für sie nicht zu akzeptieren: die geplante Naturschutzgebietsverordnung.

„Unsere Befürchtung ist, dass die Keller dann dauerhaft unter Wasser stehen“, sagt Priber, Vorsitzender der Bürgerinitiative Pro Weinberg. Denn dann würde künstlich der Grundwasserstand angehoben, um der Natur im Bereich des Flora-Fauna-Habitats (FFH) Leitsakgraben mehr Freiraum zu geben. Einen Vorgeschmack darauf, was kommen könnte, erhielten die Bewohner im sehr feuchten Jahr 2017. „So viele vollgelaufene Keller hatten wir noch nie“, sagt Priber.

Vorher ist Gutachten nötig

Wenn ab Mitte November der Entwurf für die Verordnung zur Ausweisung eines Naturschutzgebietes (NSG) öffentlich ausgelegt wird, will man genau darauf achten, dass ein Passus auf keinen Fall fehlt: „Nämlich, dass vor Beginn wasserrechtlicher Maßnahmen wie das Anheben des Grundwasserstandes unbedingt ein hydraulisches Gutachten angefertigt und ein Planfeststellungsverfahren durchgeführt wird“, sagt der BI-Chef.

Die BI ist aber nicht die einzige Interessengruppe, die etwas gegen die Naturschutzpläne hat. Auch die Stadt Nauen, deren Stadtwald zum Teil von den Regelungen massiv betroffen wäre, sowie Landwirte äußerten bereits Kritik – auch in einer Runde Mitte Juli im Umweltministerium. Da wurde zumindest in Aussicht gestellt, dass statt des NSG eine Erhaltungszielverordnung möglich wäre. Dazu müssten jedoch Einzelverträge zwischen Land- und Flächeneigentümern und -nutzern abgeschlossen werden, um auf diese Weise Lebensraumtypen zu erhalten.

BI begrüßt Vertragslösung

Für die BI, die selber aus rechtlichen Gründen nicht Vertragspartner sein kann, wäre dies eine gute Lösung, um die strengeren Regeln der Naturschutzgebietsverordnung noch abzuwenden. „Dann kann nämlich jede Gruppe ihre Ziele mit einbringen“, so Priber. Bei der NSG-Verordnung indes würde man nicht auf die Interessen der Einzelnen eingehen. „Die würde dann allen übergestülpt.“

Ob die Verträge aber letztlich zustande kommen, ist noch völlig offen. Nicht zuletzt auch deshalb meint BI-Mitglied Horst-Jürgen Gaßmann: „Wir erwarten, dass sich jetzt erst einmal alle Interessengruppen zu dem Entwurf der NSG-Verordnung äußern.“

Graben muss ertüchtigt werden

Für Pro Weinberg gibt es aber noch eine andere Sache, die unabhängig von der Naturschutzverordnung wichtig ist, damit hohe Wasserstände nicht zu häufig auftreten in der Waldsiedlung. „Der Graben am Dechtower Damm muss wiederhergestellt und aktiviert werden“, fordert Horst-Jürgen Gaßmann, damit das Wasser schneller abgeführt werden kann.

Momentan existiert der Graben nur noch in Fragmenten, kann seine Funktion nicht mehr erfüllen. Und so setzt man die Hoffnungen auf das in Arbeit befindliche Bewirtschaftungskonzept, welches die Stadt Nauen in Auftrag gegeben hat. „Es muss nicht alles wie früher sein, aber man sollte das Maximale mit minimalem Aufwand herausholen“, so Gaßmann.

Initiative lehnt Grundwasseranhebung ab

Gegründet hatte sich die Bürgerinitiative Pro Weinberg im Jahre 2013, als man erfuhr, dass Managementplanungen für die FFH-Gebiete „Leitsakgraben Ergänzung“ (Salzstelle Nauen) und „Leitsakgraben“ aufgestellt werden sollen. Damals fühlten sich die Bewohner außen vorgelassen, sie wollten mitreden und verhindern, dass es zu Grundwasseranhebungen kommt. 480 Unterschriften wurden für die Gründung der Bürgerinitiative gesammelt. Andreas Priber ist für die große Unterstützung dankbar, die die Anwohner seither gegeben haben.

Von Andreas Kaatz

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