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Nauen Brunnen als Attraktion für den Richarthof
Lokales Havelland Nauen Brunnen als Attraktion für den Richarthof
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19:50 12.06.2018
Nico Wolter (r.) und Enrico Rinner von Havel-Bau legen den Brunnen frei. Quelle: Andreas Kaatz
Nauen

Ein Dreivierteljahr ist es her, dass der Brunnen auf dem Gelände des Richarthofes in der Nauener Altstadt entdeckt wurde. Nun zogen Mitarbeiter der Firma Havel-Bau mit einem kleinen Bagger ganz vorsichtig das verrostete Pumpengestänge heraus. Rund zehn Meter tief ist das mit Ziegeln ausgemauerte Bauwerk. Zumindest für Nauen stellt es eine Rarität dar.

Und die künftigen Besucher des Hof sollen auch etwas davon haben. So ist geplant, einen „echten“ Brunnen daraus zu machen – so, wie man sich einen Brunnen allgemein vorstellt. „1,05 bis 1,10 Meter wird hochgemauert“, sagt Bauleiter Egon Behrens. Oben drauf kommt ein Gitter, so dass niemand hinein fallen kann. Fertig ist die kleine Sehenswürdigkeit.

Innenhof wird gepflastert

Wann sie für die Allgemeinheit zugänglich sein wird, steht noch nicht fest, der Termin hängt vom Baufortschritt auf dem Hof ab. „Wir wollen den Richarthof auf jeden Fall im Sommer fertigstellen“, sagt Bürgermeister Manuel Meger (LWN). Ursprünglich war dies schon früher geplant. Jetzt wird erst einmal der längliche Innenhof gepflastert. Die Baubesprechung ergab: Die Steine werden quer verlegt.

Voran geht es auch mit dem Wohngebäude an der Neue Straße. Wie berichtet, musste das Original wegen des extrem schlechten Zustandes abgerissen und das Haus anschließend wieder neu aufgebaut werden. Was sich wieder verwenden ließ, fand aber Platz in dem neuen alten Fachwerkgebäude. Dazu gehört auch die Kochmaschine. Die war vorher im Obergeschoss, wurde dort abgetragen und steht jetzt unten. „Sie wird nicht mehr funktionstüchtig sein. Aber es ist trotzdem schön, dass wir dieses Detail bewahren können“, sagt Sigrid von der Heiden vom Sanierungsträger Stadtkontor.

Originale Fenster wieder eingebaut

Die Kochstelle steht im künftigen Heimatstübchen, das auch mit der historischen Farbfassung gestrichen werden soll, einschließlich der entdeckten alten Dekore. Und ein weiteres Beispiel dafür, dass Historisches in die Gegenwart gerettet werden konnte, sie die originalen Fenster. „Dabei handelt es sich um einfach verglaste Fenster. Davor haben wir von innen Fenster mit Isolierverglasung gesetzt“, sagt Sigrid von der Heiden, die zudem besonderen Wert auf Details wie beispielsweise historische Fenstergriffe legt. Des Weiteren sind die Außentüren nach einem alten Foto nachgebaut worden.

Im Wesentlichen bereits fertiggestellt ist das ehemalige Scheunen- und Stallgebäude an der Hauptstraße. Dort hatte der frühere Bürgermeister Detlef Fleischmann bereits Anfang des Jahres im Veranstaltungsraum im Obergeschoss seinen Abschied gefeiert. Im Erdgeschoss soll demnächst die Touristeninformation sitzen. „Wahrscheinlich wird es damit im Frühjahr nächsten Jahres losgehen, auch mit einem kleinen Café“, sagt Jana Müller von der Stadtverwaltung Nauen.

Kulturbüro hat bald im Richarthof seinen Sitz

Doch Leben zieht schon vorher in den einzigen noch erhaltenen Vierseitenhof der Stadt Nauen ein – unter anderem mit dem Kulturbüro. Zudem soll der museale Teil mit Exponaten aus der Sammlung von Bauer Richart in den beiden Nebengebäuden Platz finden. Dazu gehören landwirtschaftliche Geräte ebenso wie hauswirtschaftliche Dinge aus der Zeit Anfang des vorigen Jahrhunderts oder schon davor.

Im Wohnhaus selbst sollen im Erdgeschoss wechselnde Ausstellungen stattfinden. „Zu Anfang wird es eine ausführliche Ausstellung über den Bauer Richart und seine Familie geben, damit die Leute wissen, warum das Objekt Richarthof heißt“, sagt Jana Müller. Zur Adventszeit ist dann wieder – wie früher in der Galerie am Blauen Haus – ein Ausstellung für Kinder vorgesehen. „Die Kita-Kinder haben sich diesmal etwas über den Struwwelpeter gewünscht.“

Ab September finden Veranstaltungen statt

Veranstaltungen sind bereits ab September im Hof geplant. So werden Filme zur Weltalzheimerwoche gezeigt, und Ende Oktober ist ein Konzert mit Squeeze Box Teddy geplant. Natürlich wird das Objekt auch bei der Hofweihnacht geöffnet sein. „Wie es mit dem geplanten Fahrradverleih wird, müssen wir erst einmal schauen. Denn im Hof ist wenig Platz“, sagt Jana Müller.

Von Andreas Kaatz

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