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Nauen Da fühlen sich Schmetterlinge besonders wohl
Lokales Havelland Nauen Da fühlen sich Schmetterlinge besonders wohl
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02:21 06.05.2018
Elke Zakel und Achim Friedrich von der Lenné-Akademie mit der Emaille-Plakette „Natur im Garten“. Das Gelände in Nauen hat die Kriterien für das Zertifikat erfüllt. Quelle: Andreas Kaatz
Nauen

Ein Igel läuft leise durch den Garten. Auf einem Steinhaufen sonnen sich Eidechsen, und ein Stück weiter werden zahlreiche Pflanzen von Schmetterlingen heftig umschwirrt. Im Gartenteich gleitet eine Schlange ins Wasser.

„Auf dem ganzen Gelände haben wir etwa zehn Igel“, schätzt Elke Zakel, Inhaberin des rund vier Hektar großen Villengartens in der Straße „Am Schlangenhorst“ in Nauen. Die stachligen Untermieter haben dort gute Bedingungen. So werden auf dem Areal Gartenabfälle kompostiert, zusammen mit Holzresten und Reisig. Dort finden die Tiere einen geeigneten Unterschlupf. Und passen die drei Garten-Katzen nicht auf, laben sich die Stacheltiere an deren Trockenfutter.

Der Igel ist das „Wappentier“

Der Igel ist auch das „Wappentier“ der Plakette „Natur im Garten“, die Elke Zakel unlängst überreicht bekommen hat. Ihr grünes Reich wurde dazu von der Lenné-Akademie zertifiziert. Die hatte sich im April 2017 entschieden, die Aktion „Natur im Garten“ zu befördern, die in anderen Teilen Deutschlands, aber auch im Ausland schon erfolgreich läuft.

„Die Akademie ist für die Aktion in Berlin und Brandenburg zuständig“, sagt Achim Friedrich, der dabei ist, ein Netzwerk aufzubauen. Weitere Bewerber sind willkommen. 16 Gärten hat er bisher zertifiziert – nach speziellen Regeln. „Die Kernkriterien sind: Keine chemischen Mineraldünger, keine Pestizide und kein Torf. Sonst geht es erst gar nicht los“, sagt Friedrich.

Er schaut zudem, ob beispielsweise Komposthaufen angelegt sind, Wildwuchs zugelassen wird oder auch Wiesenelemente und Wildstrauchhecken vorhanden sind.

Erhaltung der Artenvielfalt

„Es geht um die Erhaltung der Artenvielfalt. 75 Prozent der flugfähigen Insektenmasse sind seit 1985 in Deutschland verschwunden. Das ist eine Katastrophe, weil die Insekten wiederum die Nahrungsgrundlage für andere Tiere sind“, so Friedrich. Allein von einer Saalweide könnten mehr als 200 Insektenarten leben.

Er will mit der Aktion ein Umdenken bewirken und hofft, dass sich möglichst auch viele Klein- und Hobbygartenbesitzer daran beteiligen. „Viele kleine Dinge ergeben ein Großes“, ist er überzeugt.

Früher gab es mehr Schmetterlinge

Auch Elke Zakel hat festgestellt, dass es heutzutage „weniger Vögel und vor allem weniger kleine Vögel“ gibt. „Das war uns im letzten Jahr extrem aufgefallen. Und wir hatten auch weniger Hummeln und Schmetterlinge“, sagt sie. Dabei ist der reichlich vorkommende Lavendel sonst ein gutes Lockmittel.

„Für uns ist es wichtig, ein Zeichen zu setzen und andere zu animieren mitzumachen“, sagt die Naturliebhaberin. Jeder möchte eine intakte Natur haben und Gartenbesitzer könnten dazu mit beitragen. Mit Eseldung, der täglich auf dem Grundstück anfällt, aber auch mit Kuhdung von Bauern aus der Umgebung sorgt sie für gesunde Pflanzen. „Dass der Lavendel so kräftig blüht, hängt mit dem Eseldung zusammen.“ Auch auf diese Weise könne man auf natürliche Art die Pflanzen stärken.

Für Elke Zakel war der Weg zum naturnahen Garten auch ein Lernprozess. „Bis zum Alter von 30 Jahren war es mir ein Graus, mich mit Gartenarbeit zu befassen.“ Später konnte sie von den Erfahrungen ihrer Mutter und Großmutter auf diesem Gebiet profitieren.

Tipps für andere Gartenfreunde

Heute gibt sie selber Tipps an Gartenfreunde – beispielsweise bei der Aktion „Offene Gärten“, an der auch sie sich beteiligt. Da geht’s beispielsweise um Düngung, um Läusebekämpfung mit Seifenwasser oder um geeignete Pflanzen, die Insekten ansprechen. Selbst das, was manche als Unkraut abtun, kann eine wichtige Rolle spielen. „Wir haben auch Ecken, wo wir Brennnessel wachsen lassen. Die sind eine wichtige Nahrungsgrundlage für die Raupen von Schmetterlingen“, sagt Elke Zakel.

Das nächste Mal öffnet sie ihren Villengarten wieder am Wochenende 26./27. Mai, jeweils von 10 bis 18 Uhr. Dann hofft sie, dass der eine andere Besucher Gefallen an dem naturnahen Refugium findet und sich begeistern lässt.„Wir jedenfalls finden es gut und würden es toll finden, wenn es auch andere gut finden.“

Selbst Schlangen sind kein Problem

Selbst mit Schlangen hat sich Elke Zakel arrangiert. „Das erste Mal, als ich eine am Teich gesehen habe, war mir etwas mulmig. Ich schaute gleich nach, wollte wissen, was es ist. Es war eine Ringelnatter und keine Kreuzotter“, sagt sie.

Von Andreas Kaatz

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