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Erste Flüchtlinge in Falkensee eingezogen

Sie kommen aus Syrien, Kamerun und dem Iran Erste Flüchtlinge in Falkensee eingezogen

In die Falkenseer Flüchtlingsunterkunft in der Kremmener Straße sind in dieser Woche die ersten Asylbewerber eingezogen. Sie stammen überwiegend aus Syrien und Kamerun, aber auch aus Somalia und dem Iran. Eines ist allen gemeinsam: die Dankbarkeit und die Hoffnung auf ein besseres Leben.

Falkensee, Kremmener Straße 52.57203797472 13.097411099475
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Idiris Abdi Abdillaih, Amir Amini, Amir Mokhtari und Ahmad Maghwai (von links) gehören zu den ersten Bewohnern der Unterkunft.

Quelle: Tanja M. Marotzke

Falkensee. Dankbarkeit: Das ist es, was die meisten der Flüchtlinge empfinden, die in dieser Woche in das Falkenseer Asylbewerberheim an der Kremmener Straße eingezogen sind. „Ich bin so dankbar, dass ich mir hier ein besseres Leben aufbauen kann“, sagte Ahmad Naghwai, der vor dem syrischen Bürgerkrieg nach Deutschland geflüchtet ist. „Mir gefällt Falkensee, die Menschen sind nett und die Unterkunft ist ganz neu.“ Genauso denkt auch Amir Ameni, ebenfalls Syrer. „Die Deutschen sind sehr freundlich“, sagte er in flüssigem Deutsch. Vorher war er in Friesack, jetzt ist er nach Falkensee verlegt worden, um näher an seinem Arbeitsplatz in Berlin zu sein. Dort hat er einen Minijob im IT-Bereich angenommen.

Kommunikation klappt

28 Flüchtlinge leben derzeit in der Unterkunft, die meisten von ihnen stammen aus Syrien und Kamerun, doch es gibt auch Bewohner aus dem Iran und Somalia. Die Kommunikation klappt hervorragend, auch weil einer der Syrer ein Professor für französische Sprache ist, der sich mit den Kamerunern verständigen kann. „Da sind die Würfel gut gefallen“, sagt Sozialbetreuer Jakob Haß. Unter den Flüchtlingen ist derzeit eine Familie, eine weitere junge Mutter wird am Montag erwartet. Der Rest sind alleinreisende Männer. In etwa einem Monat soll das Heim mit seinen 67 Plätzen voll belegt sein. „Da sind wir abhängig von der Zuweisungspraxis aus der Erstaufnahmestelle in Eisenhüttenstadt“, sagte Wolfgang Gall, der Sozialdezernent des Landkreises.

Gestern besichtigte Landrat Burkhard Schröder (SPD) die Unterkunft, um die Bewohner offiziell zu begrüßen. Mit Blick auf das Haus sagte er: „Das ist hier fast eine Luxuslösung.“ Gleichzeitig deutete er an, dass es „so etwas mittelfristig nicht mehr geben“ wird, weil der Flüchtlingsdruck in en vergangenen Monaten noch einmal zugenommen hat. Stattdessen setzt der Kreis in Dallgow-Döberitz und Schönwalde-Glien auf eine Unterbringung in Wohncontainern.

Erste Kontakte mit der Nachbarschaft

Heimleiterin Susanne Keller berichtete von ersten Kontakten zwischen den Heimbewohnern und den Menschen aus der Nachbarschaft. „In den ersten Tagen war es bereits ein neugieriges Aufeinanderzugehen“, ergänzte Wolfgang Gall und erzählte von Gesprächen am Gartenzaun. Falkensees Bürgermeister Heiko Müller (SPD) sagte: „Wir haben gegenüber Dallgow und Schönwalde den großen Vorteil, dass wir einen längeren Vorlauf hatten und schon frühzeitig einen Runden Tisch einrichten konnten. Wir konnten viele Sorgen entkräften, indem wir auf sie eingegangen sind.“ Eine der Befürchtungen war die Lärmbelastung gewesen. Um diese für die Anwohner so gering wie möglich zu halten, wurde der Spielplatz entgegen ersten Planungen noch auf die andere Seite der Flüchtlingsunterkunft verlegt.

Man dürfe sich trotzdem keinen Sand in die Augen streuen, sagte Landrat Schröder. „Jeder neue Standort wird kritisiert, ob aus dem Bauch heraus oder auf intelligentere Weise.“ Er habe den Eindruck, ein Großteil der Bürger habe ein grundsätzliches Problem mit dem Thema Asyl. Heiko Müller kritisierte das Verhalten einiger anderer Gemeinden: „Es wird immer behauptet, dass wir eine Region sind. Aber bei manchen Themen zählt dann plötzlich doch wieder die Gemeindegrenze.“

Von Philip Häfner

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