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Nauen Fast geschafft: Abitur in Englisch
Lokales Havelland Nauen Fast geschafft: Abitur in Englisch
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20:36 08.06.2018
Die Campus-Schülerinnen Sarah Charlin Klingberg (l.) und Selin Amira El-Sobhi. Quelle: Tanja M. Marotzke
Nauen

Sie sind kurz davor, dass sie in eine Robe gekleidet an einer Feierstunde in Potsdam-Sanssouci teilnehmen dürfen. Anfang Juli geht für Sarah Charlin Klingberg (18) aus Kienberg und Selin Amira El-Sobhi (17) aus Spandau die Schule mit dem Abitur zu Ende. Nicht irgendein Abitur. Sie sind zwei von vier verbliebenen Schülerinnen, die am Leonardo-da-Vinci-Campus in Nauen das Internationale Abitur (International Baccalaureate Diploma) ablegen. Einfach gesagt: sie haben alle Fächer in englischer Sprache, außer Deutsch und Kunst.

Die schriftlichen Prüfungen sind durch, „es fehlt noch die mündliche in Politik, dann haben wir es tatsächlich geschafft“, sagt Sarah stolz. Obwohl sie noch nicht weiß, ob sie alle Prüfungen auch bestanden hat. Denn die Auswertung der Leistungen erfolgt nicht etwa am Campus in Nauen: „Alles wird nach Genf geschickt, von dort an Lehrer in Europa gegeben, welche, ohne die Namen der Schüler zu kennen, die Sachen bewerten“, erklärt Selin.

Seit 2010 bietet der Campus Nauen dieses spezielle Abitur an

Das International Baccalaureate Diploma ist ein international anerkannter Schulabschluss, der von der in Genf ansässigen International Baccalaureate Organization vergeben wird. In der 11. und 12. Klasse ist es für die Teilnehmer Pflicht, sechs Fächer aus mindestens fünf Themenbereichen in englischer Sprache zu wählen. Darüber hinaus muss jeder Schüler eine Facharbeit und den Kurs Theory of Knowledge absolvieren, der kritisches und internationales Denken anregt.

„Seit 2010 gibt es die Möglichkeit, dieses Internationale Abitur am Campus Nauen zu machen“, sagt Schul-Sprecherin Natascha Grünberg. Mehr als 70 da-Vinci-Schüler hätten das bisher geschafft. In diesem Jahrgang waren nach der 10. Klasse vier Mädchen und zwei Jungen gestartet, letztere haben nicht bis zum Ende weitergemacht und sind in den normalen Abiturbetrieb zurückgegangen, so Grünberg.

Wenn der Mathelehrer Englisch spricht

Für Sarah und Selin war Durchhalten angesagt, selbst wenn es oft schwierige Momente gab. „Wir haben ja viel weniger Freiblöcke als die anderen Abiturienten. Und dann noch die Fächer und die Facharbeit in Englisch, das strengt an“, räumt Selin ein. Für die jetzt in Spandau wohnende Schülerin ist Englisch aber kein Problem, denn sie hat mit ihren Eltern zuvor fünf Jahre in China gelebt und dort nur Englisch gesprochen.

Sarah hat ab dem 5. Schuljahr die Leistungs- und Begabten-Klasse am Campus besucht und sich dann mehr und mehr mit Englisch angefreundet. „Die Fachbegriffe in den einzelnen Fächern sind kein großes Problem, die muss man eben lernen“, sagt die 18-Jährige. Es sei nur am Anfang ungewöhnlich gewesen, wenn der Mathelehrer plötzlich Englisch spricht. Inzwischen habe sie sich daran gewöhnt. Aber sie sagt auch: „Es gab Phasen, da denkt man, warum habe ich das gemacht? Ich habe immer versucht, mir Freiräume zu schaffen, etwas Schönes zu machen, was nichts mit der Schule zu tun hat.“ Dazu gehört bei Sarah auf jeden Fall ihr Motorrad.

Der Wunsch: In England studieren

Beide jungen Frauen wissen recht genau, wie ihre berufliche Zukunft aussehen soll. Sarah und Selin wollen, wenn es geht, in England studieren – Psychologie. Selin hat sich auch schon die Universität in Sussex ausgesucht. Dazu aber muss sie eine bestimmte Mindestpunktzahl im Internationalen Abitur erreichen. Auch Sarah zieht es auf die Insel: „Wenn ich das Psychologiestudium schaffen sollte, möchte ich danach in den Bereich Kriminologie gehen.“ Ob sie dann in England bleiben will, weiß sie heute noch nicht. Jetzt heißt es erstmal, letzte Prüfung schaffen, Abitur abholen und dann Urlaub machen. Wo? „Nicht in England“, sagen beide.

Von Jens Wegener

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