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Nauen Die Kirche setzt auf Fontane
Lokales Havelland Nauen Die Kirche setzt auf Fontane
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16:05 11.03.2019
Mit Fontane auf Tour: Bernhard Schmidt (l.) und Thomas Tutzschke freuen sich auf die Begegnungen in den Kirchen. Quelle: Marlies Schnaibel
Falkensee

Fontane verbindet. Das trifft auch auf die Evangelischen Kirchenkreise Falkensee und Nauen-Rathenow zu. Die haben sich zusammengetan und ihre eigene Fontane.200-Veranstaltungsreihe erstellt. Das Ganze ist eine Einladung zum Schauen, zum Zuhören, zum Reden – zum Sich-Begegnen.

Sturm auf die Busfahrten

Und das Thema trifft den Nerv der Leute. „Fontane zieht“, sagt Superintendent Thomas Tutzschke. Das haben die Kirchenleute gemerkt, als ihre geplante Bustouren „Kirchenfahrt durch Fontanes Havelland“ nahezu über Nacht ausgebucht waren.

Erkundungstour durch die Kirchen des Havellandes

Die Kirchenfahrt im Juni und im September führt von Nauen nach Ribbeck, über Etzin und Paretz nach Fahrland und Groß Glienicke, die zum Kirchenkreis Falkensee gehören. Der Kirchenkreis hat die Bustour organisiert, vor Ort sorgen viele Ehrenamtliche für Programm – sei es ein Vortrag, sei es eine Kaffeetafel, sei es ein kleines Orgelkonzert.

Angebote in vielen Kirchen

Aber die Bustour ist nur eines von vielen Fontane-Angeboten, die die beiden Kirchenkreise in diesem Jahr unterbreiten. „Mit Fontane, über Fontane, um Fontane. Darum dreht es sich“, blickt Pfarrer Bernhard Schmidt vom Kirchenkreis Falkensee voraus.

Gespräch neben dem Birnbaum

Thomas Tutzschke lädt im Jahr mehrmals zum „Gespräch auf der Gartenbank neben dem Birnbaum“ ein. Erstmals für den 24. März. Verschiedene Themen, verschiedene Gäste sind geplant.

Fontane und Religion

„Fontane und Religion“ ist ein Vortrag überschrieben, den Pfarrer Immanuel Albroscheit aus Bötzow im Mai hält. „Das dürfte voll werden“, vermutet Bernhard Schmidt. Denn Fontanes Beziehung zu Religion und Kirche ist durchaus ambivalent. Kirchen waren eigentlich immer erster Anlaufpunkt bei seinen Wanderungen.

Eigenartige Liebe

„Gebäude, Küster, Pfarrer – zu ihren hatte Fontane eine eigenartige Liebe“, sagt Bernhard Schmidt.„Ich glaube, dass er im tiefen Gottvertrauen einen Halt hatte und daraus seine Gelassenheit schöpfen konnte.“ Der gelassene wie liebevolle Blick Fontanes auf die Heimat wirkt bis heute nach.

Fahrländer Chronik

Die beiden Kirchenkreise knüpfen ganz genau bei den vielen Beschreibungen Fontanes an, verbinden sie mit den realen Orten. Sei es der Blick in die schlichte Dorfkirche Etzin mit den Pfarrerbildern, sei es die Fahrländer Chronik, in der Fontane einst las und die heute noch im Dorf lagert, sei es in Groß Glienicke die Debatte über Fontanes Irrtum, auf dem Altarbild wäre der Große Kurfürst verewigt.

Offenen Kirchen

Wer keinen Platz für besagte Bustour bekommen hat, ist eingeladen, auf eigene Faust die Orte zu erkunden. In Ribbeck und in Paretz sind die Kirchen immer geöffnet, bei den anderen Kirchen ist es einfach, einen Schlüsselbevollmächtigen ausfindig zu machen.

Weniger als im Lutherjahr

Oder die Besucher gehen zu einer der vielen Veranstaltungen in den Kirchen des Havellandes. „Es sind nicht so viele wie im Lutherjahr, aber doch eine ganze Reihe“, sagt Thomas Tutzschke. Der Liedermacher Christian Schmiedt ist in mehreren Kirchen zu Gast, das Paretzer Duo „Con Emozione“ gibt in Ribbeck ein Konzert mit Fontaneliedern, eine Fontanewanderung führt von Potsdam nach Paretz, eine Sternenwanderung lockt von Paretz und Etzin auf den Kapellenberg, ein Radel-Gottesdienst überbrückt die Strecke von Nauen nach Ribbeck, Schauspieler Hans-Jochen Röhrig liest in Groß Glienicke aus dem „Stechlin“, Brigitte Richart spricht in Berge über „Fontanes Frauen“, im 300-jährigen Königshorst erklingt Musik, in die Kirche Grünefeld wird zum „Dialog mit Fontane“ eingeladen.

Ambitioniertes Tremmen

Die Liste ist lang. Besonders ambitioniert ist man dabei in Tremmen, sagt der Superintendent. Hier wird ab 3. Mai jeden Freitag zu einer Fontanelesung eingeladen.

Die Kirche sagt Ja zu Fontane. „Theodor heißt Gottesgeschenk“, sagt Bernhard Schmidt, „und er ist ein Geschenk für uns. Für uns alle.“

Von Marlies Schnaibel

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