Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Nauen Hässliches Entlein oder Prachtexemplar
Lokales Havelland Nauen Hässliches Entlein oder Prachtexemplar
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:25 17.12.2015
Fünf Waldarbeiter aus Rathenow stehen dem Revierförster helfend zur Seite. Quelle: Fotos (2): Ulrike Gawande
Anzeige
Oberkrämer

„Gerade Bäume gibt es doch überall“, stellt Arite Minx aus Leegebruch fest. Für sie und ihre Familie gehört es seit vielen Jahren zum Advent, sich im nahen Krämerforst auf die Suche nach dem ganz besonderen Weihnachtsbaum zu begeben.

Jährlich am dritten Adventswochenende lädt Revierförster Helge Funk zum Selberschlagen in sein Revier am Krämerpfuhl ein. Fünf Hektar Fläche sind eingezäunt. Hier kann nach Lust und Geldbeutel ein Bäumchen ausgesucht werden. „Meistens sind die gewählten Bäume zwischen 1,3 und zwei Metern groß“, weiß Helge Funk. Aber wenn die Berliner aus den Altbauwohnungen kämen, dann werde auch mal eine vier-Meter-Fichte von den Waldarbeitern eingenetzt.

Den Baum, den Familie Anders aus Berlin mit nach Hause nehmen will, ist hingegen eher ein Bäumchen. „Wir suchen ein kleines Exemplar, das man auf einen Hocker oder Tisch stellen kann“, erklärt Robert Anders. Es brauche dafür aber nicht perfekt zu sein, erzählt er weiter. Nur zu ihnen passen solle es. Welcher Baum gekauft wird, würden jedoch die Kinder entscheiden. „Wir retten gerne die hässlichen Entlein unter den Bäumen“, berichtet auch Carsten Haukap. Das gemeinsame Bäumeschlagen im Wald sei besonders für den Nachwuchs ein tolles Erlebnis. „Das ist Weihnachten. Viel schöner, als einen Baum auf dem Markt zu kaufen.“ Man sei in der Natur. Gewachsene Familientradition. Genauso wie das gemeinsame Schmücken des Baumes. „Es gibt dabei keine Regeln, jeder darf das anhängen, was ihm gefällt“, so Haukap, der Mühlenbecker.

Auch für Familie Minx ist der Ausflug in den Krämerwald geliebte Tradition. Traditionell wird auch stets eine Kiefer mit nach Hause genommen. Warum gerade eine Kiefer, wisse sie jedoch nicht so genau, überlegt Arita Minx. Vielleicht, weil Kiefern anders sind, sinniert sie. Förster Funk, dessen Revier zum Landesbetrieb Forst Brandenburg gehört, erklärt, dass eine Kiefer ein typisch Brandenburger Weihnachtsbaum sei. Außerdem rieche eine Kiefer gut und sei besonders haltbar. Jedoch käme bei ihm selber stets eine Blaufichte ins Haus. Und keine echten Kerzen. Wegen der Brandgefahr. Er verrät: „Benutzt man einen Ständer mit Wasser, hält sich der Baum lange frisch.“ Bei ihm stünde der Christbaum deshalb bis in den Januar hinein.

Neben den Blaufichten, die auch als Stechfichten bekannt sind, und einfachen Fichten sind auch Kiefern im Angebot. Wer genau hinschaut, findet sogar noch eine Nordmanntanne. „Wir haben es mal mit einer Anpflanzung versucht, aber die Nordmänner brauchen zehn bis zwölf Jahre, bis sie die richtige Größe haben“, erklärt der Förster, und das sei fast doppelt so lange wie bei einer Fichte. Und da er wirtschaftlich arbeiten müsse, sei das nicht rentabel.

Familie Minx hat derweil ihre Kiefer gefunden, getreu dem Motto: Die Mutter sucht aus, der Sohn sägt ab und der Vater zahlt. Zufrieden lässt die Familie den Tag bei Bratwurst und Glühwein ausklingen. „Das gehört einfach dazu.“ Ihnen gefalle die rustikale Atmosphäre. Wohingegen ein Marktstand deutlich unromantischer sei. Bis Silvester wird die Krämerwald-Kiefer, die stets von Mutter Arite und Sohn Fabio in variablem Look nach Lust und Laune geschmückt wird, nun die Familie erfreuen.

Von Ulrike Gawande

Nauen Wansdorf im Dorfporträt - Mehr als 700 Jahre Dorfgeschichte

Wansdorf hat mehr zu bieten als sein Schloss, die restaurierte Dorfkirche und die waldreiche Umgebung des Krämer Forstes. Viele Familien entdecken das Dörfchen am Fuße des Glien und werden heimisch. Ältere Mitbürger können bleiben, weil der Ort nicht nur familien-, sondern auch seniorenfreundlich ist.

12.12.2015
Rathenow Publizist und Historiker stellt neues Werk vor - Götz Aly zu Gast in der Villa am See

Götz Aly, Politikwissenschaftler, Historiker und Publizist, hat in der Villa am See in Premnitz sein neues Buch „Volk ohne Mitte“ vorgestellt. Um seine provokanten Thesen zu stützen, nahm er die Kunst des Sammlers Stefan Behrens zur Hilfe.

23.09.2015
Rathenow Zwei Rathenower Kircheninstrumente gereinigt und gestimmt - Alte Orgeln, neuer Klang

Die beiden Orgeln des Traditionsbetriebs Schuke in der Auferstehungskirche und der Lutherkirche wurden am Donnerstag nach einer Generalüberholung an die Kirchengemeinde übergeben. Kantorin Christiane Görlitz griff in die Tasten und war von dem neuen Klang sehr angetan.

20.09.2015
Anzeige