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Nauen Immer mehr Menschen mit psychischen Problemen suchen Hilfe
Lokales Havelland Nauen Immer mehr Menschen mit psychischen Problemen suchen Hilfe
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12:58 10.04.2018
Heike Kuß (3.v.l.) fühlt sich wohl bei Lichtblick in Nauen, wo Gudrun Schmökel, Ulf Brandenburg (2.v.l.) und Hans-Jürgen Steinmüller Ansprechpartner sind. Quelle: Andreas Kaatz
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Nauen

Für Heike Kuß war der Nauener Verein Lichtblick vor gut drei Jahren die letzte Rettung. Nach familiären Turbulenzen stand sie plötzlich obdachlos da, hatte finanzielle Probleme und wusste irgendwann nicht mehr so recht, wie es weitergehen soll.

„Es war eine schwierige Zeit“, meint sie heute. Dann bekam sie Anfang 2015 Kontakt zu dem Verein für Menschen mit psychischen und seelischen Beeinträchtigungen und konnte in die Krisenwohnung in der Mittelstraße einziehen.

„Damals war ich froh, ein Dach über dem Kopf zu haben“, sagt sie dankbar und kommt seither regelmäßig in den Standort in der Hertefelder Straße, arbeitet dort in der Kreativwerkstatt. „Ich fühle mich hier pudelwohl, weil jeder für den anderen da ist. Das ist wie eine zweite Familie.“

Gegründet im Jahre 1999

Die 58-Jährige ist nur eine von vielen, denen der 1999 gegründete Verein Lichtblick im Laufe der Jahre helfen konnte. Und das soll auch künftig in bewährter Manier erfolgen – allerdings nun unter einem anderen Träger.

Zu Jahresbeginn hat nämlich Lichtblick seine Aufgaben an die Stephanus gGmbH mit Sitz in Berlin übertragen.

Für Ulf Brandenburg ein Schritt, der unbedingt notwendig war. Wie der Fachbereichsleiter psychosoziale Hilfen sagt, nehmen derzeit rund 400 Personen die Dienste an den drei Standorten in Nauen sowie am Standort in Falkensee regelmäßig in Anspruch, unter anderem Beratungen.

Mit einem Verein ist es nicht mehr zu bewältigen

Brandenburg hatte vor gut zwei Jahren den Kontakt zur Stephanus gGmbH hergestellt. „Wir benötigen einen Träger, der uns hilft, die Aufgaben umsetzen. Denn der Zulauf an Hilfesuchenden steigt, so dass auch der Verwaltungsaufwand zunimmt“, sagt er.

Mit einem Verein, in dem vieles ehrenamtlich geschieht, könne man das nicht mehr bewältigen. „Es bedarf Strukturen, die dem gerecht werden“, begründet Brandenburg die damalige Suche nach einem starken Partner.

Hintergrund

Der Verein Lichtblick bleibt mit seinem ehrenamtlichen Vorstand bestehen und kümmert sich um die Belange psychisch Kranker. Unterstützt wird er von einem Nutzerbeirat.

Das Büro der Stephanus Lichtblick gGmbH in der Hertefelder Straße 11a in Nauen ist unter 03321/74 43 87 erreichbar und die Praxis für Ergotherapie in der Paul-Jerchel-Straße 2 unter 03321/7 46 91 03.

Die Kontakt- und Beratungsstelle in Falkensee, Straße der Einheit 114, erreicht man unter 03322/42 99 06.

Somit wurde die Stephanus Lichtblick gGmbH gegründet und die acht Beschäftigten übernommen – darunter Sozialarbeiter und -pädagogen.

Sie kümmern sich in erster Linie um Menschen mit psychisch/seelischen Beeinträchtigungen, aber auch um jene, die wohnungslos sind, wie es Heike Kuß war, oder Unterstützung bei der Schuldenregulierung benötigen.

Erstes Engagement im Havelland

An insgesamt 18 Standorten in Berlin und Brandenburg ist die Stephanus-Stiftung aktiv, im Havelland ist es jedoch das erste Engagement. „Die Stiftung wird sich aber im Havelland weiter engagieren“, kündigt Pressesprecher Martin Jeutner an.

In Nauen und Falkensee wolle man die bisher erfolgreiche Arbeit fortsetzen. Aber dies funktioniere wegen des großen Bedarfs nicht mit Vereinsstrukturen, sagt er.

Gut frequentiert ist unter anderem die Kontakt- und Beratungsstelle von Lichtblick in der Hertefelder Straße in Nauen, die von Gudrun Schmökel geleitet wird. „Die Menschen kommen mit sehr unterschiedlichen Anliegen. Manche haben Mietschulden, andere wollen nur reden oder aber zum Arzt begleitet werden. Wir schicken hier niemanden weg“, erzählt sie.

Hilfesuchende werden auch vermittelt

Und wenn man selber nicht helfen kann, dann werden die Hilfesuchenden an andere Stellen vermittelt – etwa ans Bürgerservicebüro. Oder aber an die Havelland Kliniken, wenn es um gesundheitliche Probleme geht. In Nauen kämen etwa 95 Stammklienten, in Falkensee 85.

Die Stephanus Lichtblick gGmbH bietet auch künftig Selbsthilfegruppen eine Heimstatt, etwa wenn es um Schmerzen, Depressionen oder Sucht geht. „Wir betreiben außerdem seit sieben Jahren eine Übergangswohnung in der Mittelstraße, wo Personen in krisenhaften Situationen eine Auszeit nehmen können“, sagt Ulf Brandenburg.

Zudem wurde zum 1. März eine Praxis für Ergotherapie eröffnet – vor allem für Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen.

Langzeitarbeitslose arbeiten im MAFZ

Darüber hinaus wird Langzeitarbeitslosen mit psychischen Beeinträchtigungen, die Hartz IV beziehen, eine Tätigkeit im MAFZ-Erlebnispark in Paaren im Glien ermöglicht. Dies erfolgt in Kooperation mit dem Job-Center.

„Wir wollen ihnen damit helfen, ihren Alltag und ihr Leben in den Griff zu bekommen“, sagt Hans-Jürgen Steinmüller. Im Schnitt sind sechs Personen im MAFZ tätig, die in der Tierpflege, Tischlerei oder in der Grünpflege arbeiten.

Von Andreas Kaatz

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