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Lietzower startet Milchlieferservice

Der Milchmann ist zurück Lietzower startet Milchlieferservice

Die Älteren unter uns werden sich vielleicht noch an den Milchmann erinnern, der die Milch direkt ins Dorf lieferte. Der Lietzower Jan Tempel lässt die alte Tradition nun wieder aufleben: Mitte September startet der Landwirt ein neues Angebot, das die Milch direkt vom Bauern bis vor die Haustür liefert.

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„Milchproduktion ist mein Ding“, sagt Jan Tempel, hier mit seinen Kühen.

Quelle: Philip Häfner

Lietzow/Paaren im Glien. Die Älteren unter uns werden sich vielleicht noch an den Milchmann erinnern, der die Milch direkt ins Dorf lieferte. Früher, als Kühlschränke noch nicht so verbreitet waren, gehörte er vielerorts zum Straßenbild dazu, doch mittlerweile kaufen die meisten Havelländer ihre Milch im Supermarkt. Der Lietzower Jan Tempel lässt die alte Tradition nun wieder aufleben: Mitte September startet der Landwirt ein neues Angebot, das die Milch direkt vom Bauern bis vor die Haustür liefert.

Der Kunde schließt dazu ein Milch-Abo ab, dass er jederzeit, zum Beispiel wegen Urlaub, unterbrechen kann. Die Lieferung erfolgt ein- bis zweimal wöchentlich in Glasflaschen mit Pfand; ein Liter Milch kostet 1,60 Euro plus Pfand. „Wir garantieren, dass die Milch nicht älter als einen Tag alt ist“, sagt Jan Tempel, der für sein Vorhaben grünes Licht vom kreislichen Veterinäramt bekam. Die erste Tour startet ab 14. September, dem Montag nach dem Kreiserntefest in Paaren im Glien. „Diese Gelegenheit wollen wir nutzen, um noch einmal Werbung für unser Angebot zu machen“, so Tempel. Starten wird es zunächst in Seeburg, wo er eine günstige Wohnstruktur ausgemacht hat. Mittelfristig soll der Milchlieferservice aber auf alle Gemeinden im Speckgürtel von Berlin und sogar bis in die Großstadt hinein ausgedehnt werden.

Das Angebot ist auch eine Reaktion auf den niedrigen Milchpreis. Seit vielen Monaten bekommen die Milchbauern kaum mehr genug, um ihre Kosten zu decken, viele machen mit jedem verkauften Liter sogar Verlust. In den kommenden Tagen sind dazu landesweit Protestaktionen geplant. „Landwirtschaft beinhaltet ja das Wort Wirtschaft. Man muss auch davon leben können“, sagt Jan Tempel. Doch anstatt nur zu jammern, hat er sich neue Vertriebswege überlegt. „Der Direktvertrieb ist eine Möglichkeit Preise so zu setzen, dass sie für alle Beteiligten annehmbar sind“, sagt er.

Es geht ihm auch um eine engere Bindung zu den Kunden. „Wir möchten nicht mehr anonym Nahrung produzieren. Unsere Kunden sollen wissen, woher die Milch kommt, wie sie behandelt wurde und wer für ihre Qualität steht“, sagt Jan Tempel. Dann, ist er überzeugt, sind sie auch bereit einen höheren Preis zu bezahlen. Er will auch Betriebsführungen anbieten, um zu demonstrieren, wie die moderne Milchproduktion abläuft. Das Hauptproblem der Landwirtschaft sei, dass sie zumeist hinter verschlossenen Türen agiert, so Tempel. „Wir vermitteln nicht gut genug, was wir tun. Viele Bauern haben vergessen, dass sie das, was sie produzieren, auch vermarkten müssen.“

Jan Tempel stammt ursprünglich aus den Niederlanden, seit 2002 lebt er in Deutschland. „Milchproduktion ist mein Ding“, sagt er, auch weil der Blick der Kühe einfach unwiderstehlich sei. Beschäftigt ist er bei der Agro-Glien GmbH in Paaren im Glien. Seine neue Firma ist eine Tochtergesellschaft des Betriebs – die Milch, die Tempel vermarktet, stammt von den Kühen der Agro-Glien GmbH. Abgefüllt wird sie vorerst in den Räumen der Schaukäserei im MAFZ-Erlebnispark, „doch wenn die Sache richtig Fahrt aufnimmt, müssen wir über eine andere Lösung nachdenken“, sagt der Lietzower. Paarens Ortsvorsteher André Barkowski (SPD) wünscht ihm jedenfalls viel Erfolg für sein Unternehmen: „Die Milch könnten wir auch gut in unserem Dorfkonsum verkaufen, wenn er erst einmal eröffnet hat.“

www Die Webseite www.milchhof-paaren.de soll in den kommenden Tagen online gehen.

Von Philip Häfner

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