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Nauen Klassentreffen der Erstklässler von 1947
Lokales Havelland Nauen Klassentreffen der Erstklässler von 1947
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20:00 28.11.2018
Klassenfoto mit der ehemaligen Lehrerin Elisabeth Köppen (sitzend) als Ehrengast Quelle: Ralf Stork
Falkensee

Vielleicht kommt mit dem fortgeschrittenen Alter ja die Leichtigkeit, nicht mehr alles ganz so ernst zu nehmen. Gisela Basels Begrüßung ihrer Mitschüler geriet jedenfalls ziemlich launisch. „Toll, dass Ihr alle der recht spontanen Einladung gefolgt seid. Ich dachte, wir treffen uns lieber schon dieses Jahr und warten nicht, bis man vorne und hinten nicht mehr hochkommt.“

Basel ist wie ihre ehemaligen Mitschüler bald 80 Jahre alt. Sie alle wurden 1947 in Falkensee im heutigen Haus am Anger, der früheren Maxim-Gorki-Schule, eingeschult. Für acht Jahre blieben Sie zusammen. Eine prägende Zeit, und ganz anders, als sich das heutige Schüler vorstellen können: „Ich war eine der wenigen, die eine Schulmappe aus Leder hatte, weil mein Opa Sattlermeister war“, sagt Basel.

Einschulung im heutigen Haus am Anger

Eine andere Mitschülerin erinnert sich daran, dass ihr die Familie einer Freundin bei der Schulmappe half und einfach den Stoff einer roten Plüsch-Couch zur Mappe umschneidern ließ. Die Familie der Freundin hatte auch noch eine Schokoladenfabrik in Charlottenburg, so dass ordentlich Süßkram in der Schultüte landen konnte.

Richtige Füller gab’s damals noch nicht. Die Federhalter mussten zum Schreiben immer wieder ins offene Tintenfass getunkt werden. Dafür schlugen einem manche Lehrer als Strafe noch ordentlich auf die Fingerkuppen. Andere Lehrer waren früher auch streng, aber trotzdem beliebt. Zu einigen konnten die Schüler sogar nach Hause kommen, wenn sie den Lehrstoff nicht richtig verstanden hatten, oder Angst vor einer Klassenarbeit.

Ins Tintenfass getunkt

20 der ehemaligen Schüler sind der Einladung gefolgt. Auch um über alte Zeiten zu sprechen. Klar. Aber es geht auch darum, zu erfahren, wie es den Mitschülern von damals heute geht. Wer alles schön grüßen lässt, warum wer nicht kommen konnte. Einige hat es nach der Schule bis nach Schweden oder tief in den Westen der Republik verschlagen. Für die ist die Anreise schlicht zu weit. Andere fehlen krankheitsbedingt.

„Mit dem Alter nimmt das Interesse an der Schulzeit und der eigenen Jugend wieder zu“, sagt Gerhild Holke. Sie ist extra aus Berlin zum Klassentreffen angereist. Nach der Schule hat es sie auf der Suche nach Wohnraum quer durch die Republik getrieben, von Bitterfeld über Guben und Ende der 60er Jahre nach Berlin, wo sie bis heute lebt. „Aber mich zieht es noch regelmäßig nach Falkensee“, sagt sie. In der Veltener Straße hat sie früher gewohnt. Auch mit den Nachbarskindern von früher trifft sie sich bis heute.

Erstes Klassentreffen nach der Wende

1992 fand das erste Klassentreffen der Erstklassler von 1947 statt. Bis heute folgten einige weitere Treffen. Momentan wird der Turnus von zwei auf ein Jahr verkürzt. Schließlich kann man in dem Alter nie sagen, wie lange man noch fit und beweglich bleibt.

Die Deutschlehrerin als Ehrengast

Sehr gut erhalten hat sich dagegen eine alte Lehrerin der Klasse, die mit ihren 95 Jahren zwar leichte Probleme hatte, die steile Treppe ins Obergeschoss von Bäcker Thonke zu kommen, ansonsten aber noch sehr aufgeweckt war. Elisabeth Köppen war früher stellvertretende Rektorin der Schule und unterrichtete Deutsch. Sie kam in Begleitung ihres Mannes Gerd Köppen, ebenfallsfrüher Lehrer, ebenfalls 95 Jahre alt und, so hört man, noch ein sehr guter Jazz-Gitarrist. Die beiden werden mit warmen Applaus empfangen und als Ehrengäste angemessen umsorgt.

Von Ralf Stork

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