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Nauen Kreißsaal: SPD wirft Landrat Versäumnisse vor
Lokales Havelland Nauen Kreißsaal: SPD wirft Landrat Versäumnisse vor
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18:02 18.10.2018
Am Standort Nauen ist der Kreißsaal geschlossen worden. Quelle: Tanja M. Marotzke
Nauen

Die Schließung des Kreißsaals der Havelland Kliniken am Standort Nauen ruft inzwischen die Kommunal- und Landespolitiker auf den Plan. Die SPD Havelland hatte jetzt den Geschäftsführer der Havelland Kliniken, Jörg Grigoleit, zu Gast.

Für die SPD Havelland stehe fest, so deren Vorsitzender Martin Gorholt: „Kreißsäle sind unerlässlich und absoluter Standard an beiden Standorten Rathenow und Nauen.“ Bei dem Treffen kritisierten die Sozialdemokraten Landrat Roger Lewandowski (CDU): „Er hat als Mitglied des Aufsichtsrates und damit direkt in der Verantwortung stehend per offenen Brief an den Geschäftsführer der Havelland Kliniken sich zu der Schließung geäußert statt im Aufsichtsrat tätig zu werden. Damit wird er seiner direkten Verantwortung für die Havelland Kliniken nicht gerecht.“

Umfassende Strategie gefordert

Martin Gorholt fordert eine umfassende Strategie von Landkreis und Land zur Sicherung des Fachkräftepersonals im Bereich der Pflege und der Gesundheit. „Dazu gehören eine gute und attraktive Ausbildung, eine tarifgerechte und bundesweit einheitliche Bezahlung auch durch einen bundesweiten Tarif Pflege, und auch eine im notwendigen Umfang erfolgende Anwerbung durch ein von der Bundesregierung geplantes Fachkräfte-Einwanderungsgesetz.“

Martin Gorholt ist Chef der SPD Havelland. Quelle: Christin Schmidt

Einen wichtigen Beitrag leisten nach Überzeugung der SPD bereits die Havelland Kliniken mit ihrer Ausbildung in ihrer Pflegeschule derzeit in Selbelang und zukünftig in Nauen. Dazu kommen drei Hebammen Auszubildende.

Stellen zügig besetzen

Ein gutes Zeichen seien zudem die Nachbesetzung der Chefarztstelle für Gynäkologie und Geburtshilfe, das in Aussicht gestellte Betriebskonzept für einen hebammengeführten Kreißsaal und die bessere Bezahlung der Hebammen durch eine höhere Eingruppierung. „Wir erwarten, dass es den Havelland Kliniken möglichst bald gelingt, durch diese Maßnahmen die Hebammen Stellen wieder zügig zu besetzen“, so Martin Gorholt.

Auch die Sprecherin der Kreistagsfraktion der Partei Die Linke, Andrea Johlige, hatte sich mit Jörg Grigoleit getroffen. Johlige ist auch Landtagsabgeordnete. Bei dem Gespräch ging es auch um die neuen Maßnahmen des Landes Brandenburg, die ab 2019 greifen sollen, um die Gesundheitsversorgung abzusichern. Das Brandenburg-Stipendium „Landärzte“ gehört ebenso dazu, wie die Ausbildung zum Facharzt in ländlichen Regionen.

Höhere Krankenhausförderung

Die Abwicklung des Programms soll durch die Kassenärztliche Vereinigung erfolgen. Zum anderen haben die Koalitionsfraktionen SPD und Linke auch ein Hebammen-Programm beschlossen, mit dem die Ausbildung und Anwerbung von Hebammen unterstützt werden kann. Darüber hinaus wurde auch die Förderung der Investitionen von Krankenhäusern durch das Land um 20 Millionen auf wieder jährlich 100 Millionen erhöht.

Andrea Johlige, Kreissprecherin der Linken und Landtagsabgeordnete. Quelle: Bernd Geske

Die SPD Havelland will das Thema auch in die Landespartei tragen. „Unter Federführung der Vorsitzenden der SPD Premnitz/Milower Land Katja Poschmann wollen wir für den Landesparteitag in Potsdam Mitte November noch einen Antrag zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung insbesondere bei den Geburtsstationen erarbeiten“, sagte Martin Gorholt abschließend.

Von Joachim Wilisch

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