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Nauen 5000 Bäume für die Urenkel
Lokales Havelland Nauen 5000 Bäume für die Urenkel
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10:41 07.07.2015
Martin Wichmann, Volker Luttmann , Schönwaldes Forstbeauftragter Matthias Koch und Bodo Oehme (von links) mit kleinen Douglasien, wie sie auch beim Landeserntefest verteilt werden. Quelle: Tanja M. Marotzke
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Schönwalde-Glien

Vom diesjährigen Landeserntefest, das am 12. September in der Gemeinde Schönwalde-Glien ausgetragen wird, sollen die Besucher nicht nur schöne Erinnerungen mit nach Hause nehmen, sondern auch eine echte Douglasie im Miniaturformat, die sie bei sich zuhause im Garten pflanzen können. „5000 Bäume für unsere Urenkel“ heißt die Aktion, die Schönwaldes Bürgermeister Bodo Oehme (CDU) gestern vorstellte. „Bäume sind ein wichtiges Thema in Schönwalde“, sagte Oehme, das werde schon durch den Ortsnamen deutlich. Die Gemeinde beschäftigt zwei Diplom-Forstwirte, sie bemüht sich bei Baumfällungen um Nachpflanzung möglichst im Siedlungsbereich. „Wer also kann dieses Thema besser bedienen als wir? Wenn wir jetzt nichts unternehmen, wird es für unsere Enkel keine Bäume mehr geben“, so der Bürgermeister.

„Es freut mich, dass beim Thema Nachhaltigkeit auch mal jemand an die Forstwirtschaft denkt“, sagte Volker Luttmann, stellvertretender Vorsitzender des brandenburgischen Waldbesitzerverbands. Immerhin stamme der Begriff ursprünglich von dort, 1713 erstmals geprägt von Hans Carl von Carlowitz in seiner „Naturmäßigen Anweisung zur Wilden Baum-Zucht“. Eigentlich sollten beim Landeserntefest sogar 10 000 Bäume als Geschenk verteilt werden, doch dafür reichte das Budget nicht.

Aufgezogen werden die Bäume von Martin Wichmann, Forstwirt aus dem Fläming und ebenfalls Mitglied im Vorstand des Waldbesitzerverbands. „Der Termin des Erntefests im September passt auch biologisch“, sagte er. „Es ist der ideale Zeitpunkt, um Douglasien zu pflanzen.“ Wichmann produziert so genannte Containerpflanzen, die mit der Trockenheit besser zurechtkommen; ihre Wurzeln sind durch die Topfwände ringförmig. „Douglasien wachsen relativ zügig, dreimal so schnell wie eine Eiche, und sie sind relativ unempfindlich gegen Schädlinge“, erklärte er. Vor allem aber sind sie ein guter Holzlieferant. „Die Douglasie liefert das wertvollste Nadelholz der Welt, das besonders nach Asien exportiert wird“, so Wichmann. Seiner Meinung nach ist der Wald in Brandenburg eine wichtige natürliche Ressource, „die wir weiterentwickeln sollten.“

Es ist das zweite Mal nach 2007, dass Schönwalde-Glien das Landeserntefest ausrichtet – damals war der Austragungsort Grünefeld. Dieses Mal finden die Feierlichkeiten in Paaren im Glien statt. „Wir haben uns ein umfangreiches Programm vorgenommen“, sagte Bodo Oehme. „Wir wollen die Leute mitnehmen.“ Zu den Höhepunkten zählt der Umzug der geschmückten Erntewagen unter dem Motto „Unsere Dörfer im Wandel der Zeit“, an dem sich alle Ortsteile und auch Schönwaldes baden-württembergische Partnergemeinde Muggensturm beteiligen. 50 Schaubilder sind geplant, „mehr geht nicht, sonst sprengt es den Zeitplan“, so Oehme.

Für Tierliebhaber gibt es einen Haustierzoo und Ponyreiten; für Technikfreunde einen Treckerparcours und einen Maschinenspielplatz; Besucher können selbst Traktor fahren und Kartoffeln ausbuddeln; außerdem werden die prächtigsten Erntekronen ausgezeichnet und die neue Brandenburger Erntekönigin gekrönt. Am Paarener Dorfanger haben 18 Höfe geöffnet. Auf der Bühne tritt unter anderem die Band City auf.

„Das Grobkonzept steht, jetzt geht es an die Feinplanung und die Frage nach der passenden Tischdecke“, sagte Gemeindesprecherin Heike Meisner. Damit möglichst viele Besucher den Weg nach Paaren finden, soll bald noch ein Werbefilm produziert werden.

Von Philip Häfner

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