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Nauen Bonus für Meisterabschluss
Lokales Havelland Nauen Bonus für Meisterabschluss
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19:20 01.08.2018
Marcus Schmidt ist frischgebackener Kfz-Meister und will später mal den Kfz-Betrieb in der Hamburger Straße 54 in Nauen übernehmen. Quelle: Andreas Kaatz
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Nauen

Wer im Land Brandenburg eine Meisterausbildung machen will, der muss dafür bis zu 10 000 Euro investieren – abhängig vom Gewerk. Viel Geld – vor allem dann, wenn man erst am Beginn seiner beruflichen Laufbahn steht, so wie Marcus Schmidt. Der frischgebackene Meister für Kfz-Technik kann allerdings in den Genuss eines Bonus’ kommen, den das Land Brandenburg neuerdings vergibt. Als Erster in West-Brandenburg hat er unlängst einen entsprechenden Antrag gestellt.

Es geht um 1500 Euro, die in Aussicht stehen. „Damit könnte ich dann einen Teil des BAföGs zurück zahlen“, sagt der 25-jährige Nauener erfreut. Mehr als ein Jahr lang hat der gelernte Kfz-Mechatroniker in Vollzeit seine Meisterausbildung gemacht.

Erst Abitur, dann Lehre

Im Juni dieses Jahres konnte er sie erfolgreich beenden. Zuvor hatte er das Abitur am Oberstufenzentrum Havelland erworben, bevor er dann 2012 bei Porsche in Berlin die Lehre begann und nach deren Abschluss noch anderthalb Jahre dort arbeitete.

Dass jetzt noch mehr Brandenburger einen Antrag auf die Anerkennungsprämie für Handwerksmeister stellen, hofft auch Ines Weitermann, Pressesprecherin der Handwerkskammer Potsdam und des Handwerkskammertages Brandenburg. Ab sofort sei dies möglich. „Berechtigt sind dazu alle, die seit 1. April dieses Jahres ihren Abschluss gemacht haben“, sagt sie. Zudem müssen die betreffenden Personen in Brandenburg wohnen oder arbeiten.

Die Last wird etwas geringer

Mit dem „Erfolgsbonus an Absolventinnen/Absolventen für den erfolgreichen Meisterabschluss im Handwerk“ wollen das Ministerium für Wirtschaft und Energie sowie die Handwerkskammern Interessenten im gesamten Land Brandenburg dazu animieren, sich weiter zu qualifizieren. Denn manche würden den Beginn der Meisterausbildung aus finanziellen Gründen vor sich herschieben. Nunmehr bestehe die Möglichkeit, 1500 Euro zu erhalten, die man nicht zurück zahlen muss. Somit werde die Last geringer.

„Es soll ein weiteres Instrument sein, um Fach- und Führungskräfte im Land zu halten und wir wollen damit die Weiterbildungsbereitschaft würdigen“, erklärt Ines Weitermann. Zudem wolle man auf diese Weise einen weiteren Schritt in Richtung Gleichstellung von beruflicher und akademischer Bildung machen – was die Kosten betrifft. Ein erster Schritt sei zuvor die Gleichstellung von Meister und Bachelor gewesen, so dass beide Abschlüsse als gleichwertig anzusehen sind, meinte die Pressesprecherin.

Bonus gilt vorerst für 2018

Wie sie weiter sagt, werde ein solcher Meisterbonus, der erst einmal für 2018 gilt, auch schon in anderen Bundesländern ausgezahlt. Dazu gehörten neben Bayern und Niedersachsen auch Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern. Ines Weitermann hofft, dass das Land Brandenburg auch im kommenden Jahr den Meisterbonus zahlen wird.

Der Nauener Marcus Schmidt hat derweil schon konkrete Vorstellungen von seiner beruflichen Zukunft. Er will später mal den 2001 gegründeten Betrieb seines Stiefvater Thomas Giebel übernehmen, die Kfz- und Reifenservice GmbH in der Hamburger Straße. Noch ist bis dahin aber ein wenig Zeit. „Es ist ja ein langwieriger Prozess“, sagt der 52-jährige Giebel. „Man sollte aber schon beizeiten anfangen, so dass er immer mehr Verantwortung übernehmen kann.“

Bereits als Kind Kart gefahren

Schon frühzeitig hat sich Marcus Schmidt für Fahrzeuge interessiert. „Mit elf Jahren habe ich beim MSC Berlin an Kart-Slalomrennen teilgenommen. Da haben wir dann auch an den Fahrzeugen rungeschraubt, Motoren zerlegt oder Vergaser gereinigt“, sagt er. Ursprünglich wollte er studieren, hat sich dann aber für die Lehre entschieden. Wenn er in den Nauener Betrieb einsteigt, werden dort auch Zukunftstechnologien zunehmend eine Rolle spielen. „Während meiner Meisterausbildung habe ich eine Berechtigung für Hybrid- und Elektrofahrzeuge erworben“, sagt er.

Von Andreas Kaatz

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