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Nauen Ein Kind der Zuckerfabrik
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19:41 03.09.2018
Blick aufs Wohngebiet, in dem die Genossenschaft ihre Häuser hat. Im Vordergrund ist das NWG-Karree. Quelle: NWG
Nauen

Von wegen verstaubt: Das Genossenschaftsmodell im Wohnungsbau hat auch in der heutigen Zeit seine Berechtigung, meint Frank Otto: „Aus meiner Sicht ist Genossenschaft sicher wie Eigentum und flexibel wie Miete.“ Otto ist der geschäftsführende Vorstand der Nauener Wohnungsbaugenossenschaft (NWG), die in diesem Jahr 60 wird. Mitglieder und Mieter der NWG sind für den 22. September zu einer großen Geburtstagsfeier ins Stadtbad eingeladen.

„Wir leben den Spruch: Klein, aber fein“, sagt der Vorstandschef. 338 Wohnungen, davon 63 in Ketzin/Havel, gehören zur Genossenschaft. Von den 500 Mitglieder waren rund zehn Prozent schon in der Gründungszeit dabei. Um an eine Wohnung zu gelangen, was Ende der 50er-Jahre und auch danach schwer waren, haben sie damals kräftig mit zugepackt. Da wurde geschaufelt, geputzt und planiert. Mehrere 100 Arbeitsstunden waren vor Zuweisung einer Wohnung abzuleisten.

Die ersten Häuser entstanden in der Feldstraße

Als erstes entstanden 1958 und 1959 zwei Wohnblöcke in der Feldstraße, die es auch heute noch gibt. „Die damalige Arbeiterwohnungsbaugenossenschaft bot die Chance, für sich selbst etwas zu tun“, sagt Frank Otto. Voraussetzung war aber grundsätzlich, dass es einen oder mehrere Trägerbetriebe gibt.

„Wir sind ein Kind der Zuckerfabrik“, sagt der NWG-Chef. Zumindest war dies der Hauptträgerbetrieb. Daran erinnert heute auch ein riesiges Giebelbild an einem Wohnblock im Bredower Weg, das 2017 fertiggestellt wurde. Durch ein imaginäres Tor blickt man auf das Gelände des früheren Betriebes, in dem Generationen von Nauenern gearbeitet haben. Die Trägerbetriebe stellten damals für den Hausbau Technik wie Bagger, Kräne oder Lkws zur Verfügung.

NWG-Karree mit ruhigem Innenhof

Neben dem Wohnblock mit dem Giebelbild gehören zur Genossenschaft auch weitere Häuser im Bredower Weg, in der Friedensstraße und in der Karl-Thon-Straße, ebenso in der Kreuztaler Straße. Vor allem ein Bereich zwischen Bredower Weg, Friedens-, Feld- und Karl-Thon-Straße ist bei den Mietern beliebt. „Wir nennen es liebevoll NWG-Karree, das ist unsere bevorzugte Wohnlage mit einem ruhigen Innenhof. Das finden gerade auch Familien mit Kindern gut“, sagt Frank Otto, der seit 2011 geschäftsführender Vorstand ist.

Er legt Wert auf regelmäßigen persönlichen Kontakt zu seinem Mitgliedern und Mietern. Mindestens einmal am Tag sei er auf der Anlage unterwegs, macht einen kurzem Plausch, fragt ob alles in Ordnung ist. So wie bei den ersten Häusern in der Feldstraße. Die haben als letzte einen neue Fassade und einen Balkon erhalten, bieten nun einen völlig anderen Anblick als zuvor. Christel Stamer sitzt gerne auf ihrem neuen Balkon. „Eigentlich wollte ich keinen haben, aber jetzt finde ich es auch gut“, sagt sie. Die 85-Jährige ist von Anfang an dabei.

Eine Menge Geld floss in die Sanierung

Wie sie begrüßen es auch viele andere Bewohner, dass sich das Erscheinungsbild der Häuser verbessert hat. Denn die NWG steckte in bereits eine Menge Geld in die Sanierung, 2006 wurde ein Fassadenprogramm aufgelegt. „Die Wohnung muss stimmen und man soll sich in seinem Wohnumfeld wohlfühlen“, ist Ottos Credo.

Dabei war die erste Zeit nach der Wende nicht einfach. „Wir hatten als Genossenschaft Anfang der 90er-Jahre eine schwierige Zeit zu absolvieren.“ So sollte der bestehende Instandhaltungsrückstau in allen Liegenschaften gleichzeitig und schnell abgebaut werden. Dann aber fehlte es am Geld, es gab halbfertige Baustellen. Die Folgen sind in einigen Bereichen bis heute zu spüren. Wenn eine Wohnung mal freigezogen wird, dann werden erst einmal die Handwerker hingeschickt, um unter anderem die Elektroanlage auf einen modernen Stand zu bringen.

Auch in Ketzin wurden die Fassaden erneuert

Aber nicht nur in Nauen passierte eine Menge, auch in Ketzin. An den drei Wohnblöcken in der Fontanestraße wurden 2013, 2014 und 2015 ebenfalls die Fassaden und die Balkone gemacht. 1988 haben die beiden Arbeiterwohnungsbaugenossenschaften Nauen und Ketzin fusioniert.

Mit dem bisher Erreichten ist Frank Otto zufrieden. „Wir haben einen guten Ruf, der zu einer guten Nachfrage führt“, sagt er. Ein Vermietungsproblem gebe es nicht – auch deshalb nicht, weil man auf eine gute soziale Durchmischung Wert lege, und dies funktioniere ganz gut.

NWG will für junge Menschen attraktiv sein

„Wir streben an, mit jedem Interessenten ein persönliches Gespräch zu führen. Wir wollen wissen, wen wir aufnehmen und mit wem wir einen Nutzungsvertrag abschließen. Die Leute sollen zueinander passen.“ Dabei will man auch versuchen, für junge Menschen attraktiv zu sein und insbesondere für Familien.

Von Andreas Kaatz

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