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Nauen Zwei tote Jugendliche: Unfallfahrer wegen fahrlässiger Tötung verurteilt
Lokales Havelland Nauen Zwei tote Jugendliche: Unfallfahrer wegen fahrlässiger Tötung verurteilt
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17:13 21.11.2018
Der 22-jährige Angeklagte konnte sich an den Unfall nicht mehr erinnern. Quelle: Julian Stähle
Nauen/Falkensee

Wegen fahrlässiger Tötung verurteilte das Amtsgericht Nauen am Mittwoch einen 22-jährigen Brieselanger zu einer einjährigen Freiheitsstrafe auf Bewährung. Zusätzlich muss er seinen Führerschein für sechs Monate abgeben. Der junge Mann fuhr im Juni 2017 auf der Landstraße zwischen Falkensee und Schönwalde gegen einen Baum. Im Auto saßen auch der 17-jährige Jeffrey aus Falkensee und die 16-jährige Courtney aus Brieselang. Beide kamen bei dem Unfall ums Leben.

Das Gericht entschied sich bei seinem Urteil für einen Mittelweg, zwischen der Forderung der Staatsanwaltschaft nach einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten und der Verteidigung, die auf Freispruch plädierte. Dabei betonte der Vorsitzende Richter: „Egal wie wir uns entscheiden, wir können am Ausgang des Unfalls nichts ändern.“

Der Wagen kam von der Fahrbahn ab und prallte gegen einen Baum. Quelle: Julian Stähle

Wie schon beim ersten Verhandlungstag vor zwei Wochen, nahmen auch diesmal wieder viele Freunde und Angehörige der Verstorbenen am Prozess teil. Zum Auftakt des zweiten Verhandlungstages gegen den 22-Jährigen hörte das Gericht zunächst zwei Zeugen, die den Unfallhergang beobachtet hatten, jedoch zum ersten Prozesstag nicht eingeladen waren.

Das Ehepaar war am fraglichen Tag gerade auf dem Weg von Schönwalde nach Falkensee, als ihnen der Audi A4, in dem die Jugendlichen saßen, entgegenkam. „Mir fiel auf, dass das Auto unregelmäßig fuhr, einen Moment später prallte es gegen den Baum“, erinnerte sich der 56-Jährige.

Kein zweites Auto aus dem Havelländer Weg

Als er das Auto zum ersten Mal sah, habe es sich bereits auf Hohe des Havelländer Wegs befunden. Die Annahme, es hätte ein zweites Auto gegeben, das womöglich aus dem Havelländer Weg kam, erwies sich als falsch. Diese Aussage ist wahrscheinlich auf sprachliche Verständigungsschwierigkeiten zwischen der Polizei und dem Ehepaar zurückzuführen.

Dies stützte auch der Gutachter, der den Unfallverlauf detailliert analysiert hat und schon vor zwei Wochen sagte, dass es technisch unmöglich sei, dass der Unfallwagen aus dem Havelländer Weg kam.

Wie schon am ersten Prozesstag waren auch diesmal die Sicherheitsvorkehrungen hoch. Der Angeklagte hatte nach dem Unfall Morddrohungen erhalten. Quelle: Julian Stähle

Berechnungen haben ergeben, dass der Wagen mit einer Geschwindigkeit von 73 bis 91 Kilometer pro Stunde unterwegs war. „Als das Fahrzeug die Fahrbahn nach rechts verlassen hat, muss es aber schon instabil gewesen sein, nur so konnte die Drehung erreicht werden und der spitze Winkel, in dem das Auto gegen Baum prallte“, erklärte der Sachverständige.

Dazu passte die Aussage des Ehepaars, dass das Auto in „Schlenkbewegungen“ gefahren sei. Knapp 30 Meter vor dem Baum, kam der Wagen schließlich nach rechts ab.

Genaue Unfallursache weiter unklar

Unklar blieb bis zum Schluss der Beweisaufnahme, warum der damals 20-Jährige in schlenkernden Bewegungen gefahren war. Er selbst kann sich nach eigenen Angaben an den Unfall nicht erinnern. Die Unfallursachen seien laut Sachverständigem reine Spekulation, da es keine Beweise oder sonstige Spuren gäbe, die darüber Aufschluss geben könnten.

Fuhr der Brieselanger aus jugendlichem Imponiergehabe Schlangenlinien oder musste er einem Hindernis ausweichen? Die Frage konnte nicht beantwortet werden. Feststellungen zu Drogen oder Alkohol wurden laut Staatsanwaltschaft nicht getroffen. „Dafür gab es keine Anhaltspunkte.“

Klar war für das Gericht, dass der damals 20-Jährige den Wagen fuhr und letztlich dafür verantwortlich ist, dass er sich sicher auf der Straße bewegt. Aber: „Man kann sich tausend Sachen vorstellen, die Ursache für den Unfall waren. All dies wissen wir aber nicht“, sagte der Richter.

Von Danilo Hafer

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