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Nauen Trotz Handicaps einen Job gefunden
Lokales Havelland Nauen Trotz Handicaps einen Job gefunden
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20:35 04.12.2018
Frank und Sandra Turbanisch mit ihren Mitarbeitern Detlef Grimm (2.v.l.) und Christian (r.). Quelle: Andreas Kaatz
Nauen

Aufgewachsen ist Detlef Grimm in einem Kinderheim, später besuchte er die Förderschule. Schon damals war er handwerklich sehr interessiert. „Ich bin dem Hausmeister oft nicht von der Seite gewichen, habe mich für alles interessiert“, sagt der heute 25-Jährige. Eines war für ihn von vornherein klar: „Ich habe gesagt, dass ich nicht in eine Behindertenwerkstatt gehe.“ Heute arbeitet er bei der H & L Hausverwaltung in Nauen und fühlt sich wohl dort. Als Helfer begleitet er die Haustechniker tagtäglich bei ihrer Arbeit, harkt Laub, mäht Rasen oder malert Zimmer.

Für Simone Hirschmann, Bereichsleiterin Havelland der Arbeitsagentur, ist sein Werdegang ein gelungenes Beispiel dafür, dass die Integration Schwerbehinderter in den ersten Arbeitsmarkt gelingen kann. Das sagte sie jetzt anlässlich der „Woche der Menschen mit Behinderung“.

Arbeitgebern soll Mut gemacht werden

„Wir wollen auch anderen Arbeitgebern Mut machen, Menschen mit Behinderung einzustellen“, sagt sie. Viele Unternehmen seien diesbezüglich noch zurück haltend, würden darunter vor allem Menschen im Rollstuhl sehen. „Doch eine Behinderung hat viele Facetten. Beispielsweise auch Leute, die eine Krebserkrankung hinter sich haben, können schwerbehindert sein, ohne dass man es ihnen ansieht. Wir stehen den Firmen mit Rat und Tat zur Seite.“

Woche der Menschen mit Behinderung

Die „Woche der Menschen mit Behinderung“ vom 3. bis 7. 12. steht unter dem Motto: Inklusion am Arbeitsplatz – gemeinsam verschieden sein – eine Chance zur Fachkräftesicherung.

Im Havelland gab es im September 311 schwerbehinderte Menschen.

Etwa die Hälfte von ihnen waren 55 Jahre und älter. 212 Personen hatten eine betriebliche/schulische Ausbildung aufzuweisen, 76 waren ohne Berufsausbildung.

Es gibt mehrere Wege, wie Behinderte auf dem ersten Arbeitsmarkt Fuß fassen können. Detlef Grimm war vor sechs Jahren einer der ersten, die die so genannte Unterstützte Beschäftigung in Anspruch genommen haben – zu dieser Zeit noch ein Modellprojekt. Dabei half ihm, dass die Mitarbeiter der Nauener Hausverwaltung ihn bereits von Schulpraktika her kannten.

Für die Behindertenwerkstatt zu gut

Frank Turbanisch, Chef vom Gebäudeservice, beförderte seine Einstellung. „Es stand die Frage, was er macht, wenn er die Schule verlässt. Für die Werkstatt war er zu gut und für eine normale Ausbildung erfüllte er nicht die Voraussetzungen.“ Ihm sei wichtig gewesen, dass Detlef Grimm eine Perspektive erhält. Mit Rückendeckung von der Arbeitsagentur klappte es dann.

Welchen Weg Menschen mit Handicap nach der Schule einschlagen, wird schon vor dem Abschluss mit Hilfe eines Reha-Beraters und auf Basis eines medizinischen und psychologischen Gutachtens festgelegt. „Die Unterstützte Beschäftigung ist dann eine Variante der Integration in Arbeit“, sagte Renate Mitzner von der Arbeitsagentur.

Vier Tage im Betrieb

Einen Tag in der Woche war Detlef bei einem Träger und die restliche Zeit im Betrieb, der ihn dann am Arbeitsplatz qualifiziert hat. Und dies zwei Jahre lang. Den gleichen Werdegang hat jetzt auch Christian hinter sich, der beim Träger FAW Hennigsdorf den theoretischen Teil absolvierte.

„Wir haben dort unter anderem gelernt, Bewerbungen zu schreiben“, sagt der 20-Jährige. Viel lieber aber war und ist er praktisch tätig. Dazu gehört neben der Gartenarbeit unter anderem auch das Entlüften von Heizungen oder das Wechseln eines Spülkastens. Außerdem hilft er bei Umzügen oder stellt Fenster ein. „Ich habe früher viel mit meinem Vater und meinem Onkel handwerklich gemacht“, erklärt er seine Begabung.

Fahrprüfung im ersten Anlauf geschafft

Anerkennung gab es von seinen Arbeitgebern auch dafür, dass er seine Fahrerlaubnis im ersten Anlauf geschafft hat. Jetzt folgt noch die Prüfung fürs Fahren mit Anhänger. Dabei fiebert Firmenchefin Sandra Turbanisch ebenfalls mit. „Wir sind wie eine große Familie.“ 15 Mitarbeiter hat der Betrieb, die meisten davon arbeiten im Büro.

Nicht immer herrscht Sonnenschein, gibt Frank Turbanisch zu. „Es ist durchaus Mehrarbeit. Aber es befriedigt, wenn man sieht, dass beide auf einem guten Weg sind. Deshalb machen wir es gerne.“ Und so wirbt er bei Firmen, mit denen die Hausverwaltung zusammenarbeitet, dafür, dass diese ebenfalls behinderte Menschen einstellen.

Möglichkeit noch nicht so bekannt

Simone Hirschmann hofft, dass weitere Betriebe dem Beispiel folgen. „Es ist noch nicht so bekannt, dass es die Möglichkeit der Unterstützten Beschäftigung gibt. Hut ab vor den Unternehmen, die Menschen mit Handicap beschäftigen.“

Von Andreas Kaatz

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