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Nauen Schach-Boom beim SV Hellas
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15:40 26.11.2018
Mit viel Leidenschaft bringt Achim Rudolf den Kindern das Schachspielen bei. Jeden Donnerstagnachmittag wird im Familien- und Generationenzentrum in Nauen trainiert, abends sind die Erwachsenen dran. Quelle: Andreas Kaatz
Nauen

Schachspielen ist derzeit angesagt bei den Kindern in Nauen. Mit dem WM-Kampf zwischen Magnus Carlsen und seinem Herausforderer Fabiano Caruana hat dies aber nichts zu tun. Der Boom begann schon früher. „Im März dieses Jahres mussten wir sogar einen Aufnahmestopp aussprechen“, sagt Achim Rudolf. Sonst wäre ein geordneter Trainingsbetrieb nicht mehr möglich.

Der 60-Jährige ist seit 30 Jahren Abteilungsleiter Schach beim SV Hellas Nauen. Er selbst hat mit neun Jahren angefangen zu spielen, damals bei Empor Mitte Nauen. Seither lässt ihn das Taktieren auf den 64 Feldern nicht mehr los.

Kinderabteilung seit einem Jahr

„Wir haben erst seit einem Jahr eine Kinderabteilung“, erzählt der Nauener. Alles fing im Sommer 2017 an. Zwei Kinder kamen zu Hellas, doch es fehlte an gleichaltrigen Gegnern. Rudolf nahm die beiden mit nach Falkensee zu einem Schulschachturnier, wo sie sich gut anstellten. Da entstand die Idee, eine Nachwuchsgruppe zu gründen. „Schon in kurzer Zeit waren es acht bis zehn Kinder“, sagt der Abteilungsleiter. Jetzt sind es 18. „Wir haben sogar fünf Fußballer, die Fußball an zweite Stelle setzen.“


Allerdings habe der große Zulauf innerhalb kurzer Zeit auch damit zu tun gehabt, dass am Leonardo da Vinci Campus (LDVC) in der Grundschule Schach ein reguläres Unterrichtsfach ist. „Ein Großteil kommt von dort, aber auch aus der Graf Arco-Schule oder der Käthe-Kollwitz-Grundschule.“ Beim LDVC hatte Rudolf vor zwölf Jahren ebenfalls seine Finger im Spiel. Er besorgte den Schachlehrer.

Denken macht Spaß

Einer, der mit Begeisterung dabei ist, das ist der achtjährige Sven-Jonas. Er spielt erst seit einem Jahr Schach. Doch er ist schon so gut, dass seine Mutter, die früher Schach gespielt hat, kaum noch eine Chance gegen in besitzt, wie er erzählt. „Das Schachspielen macht mir Spaß. Ich finde gut, dass man da denken muss.“

Wie seine Mitspieler will auch Sven-Jonas möglichst gewinnen. Was ist, wenn er mal verliert? „Gegen Bessere finde ich das nicht schlimm. Wenn ich aber gegen Schlechtere verliere, dann ist das nicht so gut“, meint der Achtjährige. Als nächstes Ziel hat er sich vorgenommen, Landesmeister zu werden. Landesvizemeister seiner Altersgruppe im Schnellschach ist er schon.

Mehr Organisator als Trainer

Achim Rudolf sieht sich heutzutage eher als Organisator. Zum Trainieren kommt er kaum noch. Da kann er sich aber auch auf die Unterstützung schachbegeisterter Jugendlicher verlassen. Zu ihnen zählt Niclas Franz. „Seit zweieinhalb Jahren helfe ich mit. Es ist toll zu sehen, wie die Kinder Fortschritte machen“, sagt der 17-Jährige.

Er hatte selbst in der 1. Klasse angefangen zu spielen, damals in einer Schul-AG. „Man muss sich aber schon anstrengen, dass sie einen dann nicht überholen“, meinte er schmunzelnd. Cheftrainer bei Hellas Nauen ist Spitzenspieler Benno Zahn.

Unterstützung von Eltern

Ohne die hilfsbereiten Eltern würde der Kinder-Schachbetrieb aber auch nicht funktionieren. „Die Eltern machen gut mit, übernehmen fahrtechnisch viel“, lobt Rudolf. Sie haben in Eigenregie sogar ein T-Shirt für die Kinder gestaltet und bezahlt.

So ist etwa Constance Lehmann eifrig bei der Sache: „Ich finde den Verein toll und auch, wie Herr Rudolf etwas für die Kinder macht. Er und die anderen opfern dafür ja ihre Freizeit. Es geht hier sehr familiär zu.“ Ihr achtjähriger Sohn Lasse hat ebenfalls viel Freude am Schachspiel.

Achim Rudolf, der immer beim wöchentlichen Training donnerstags im Familien- und Generationen-Zentrum (FGZ) in Nauen dabei ist, hat derweil schon den nächsten Höhepunkt im Blick. „Ende Dezember fährt eine Mannschaft zu den Deutschen U 10-Meisterschaften nach Magdeburg.“ Und die Chancen, im Vorderfeld zu laden, stehen gut. Schließlich spielen auch acht seiner acht- bis zehnjährigen Schützlinge Woche für Woche in den beiden Vierer-Teams im Männerspielbetrieb mit.

Nur ausgewählte Talente

„Wenn wir neue Kinder aufnehmen, dann wegen des derzeit großen Zuspruchs nur ausgewählte Talente“, sagt er. Was ihn motiviert, sich um den Nachwuchs zu kümmern? „Zum einen bin ich selbst schachverrückt. Zum anderen möchte ich den Kindern das Denken beibringen, damit sie später im Leben davon zehren können.“

Von Andreas Kaatz

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