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Nauen Narren tanzen in die 55. Saison
Lokales Havelland Nauen Narren tanzen in die 55. Saison
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17:31 13.01.2019
Die Funkstadtperlen des NKC führten einen Gruseltanz der Vampire auf – ohne echtes Blut. Quelle: Vivien Tharun
Nauen

Ralf Müller ist außer Atem. Es ist 23 Uhr. Die Eröffnungsfeier zur 55. Saison des Nauener Karnevalsclubs (NKC) ist gerade vorbei. Müller lächelt zufrieden, ein paar Schweißperlen kullern ihm von der Stirn: „30 Kilo früher war das Tanzen noch leichter für mich“, sagt der Vorsitzende des NKC.

Seit nunmehr 18 Jahren ist Müller Mitglied im örtlichen Karnevalsverein. Acht Jahre davon als Vorsitzender. Auch dieses Mal hat er wieder alles bei der Tanzeinlage des Männerballetts gegeben. „Das ist immer einer der Höhepunkte des Abends“, sagt er. Zuvor fordern während der Veranstaltung einige Personen aus dem Publikum lautstark die springenden Männer.

Das Männerballett ist zu Helene Fischers „Atemlos" fast atemlos. Quelle: Vivien Tharun

Die Gruppe trägt in diesem Jahr grüne kurze Kleider mit Strasssteinen und weiße Perücken mit ohrlangem Haar. Nach vier Tänzen, von denen einige als Zugabe wiederholt werden, sind die Herren des Männerballetts so atemlos, wie es in einem Lied von Helene Fischer heißt, zu dem sie tanzen.

Nachwuchs fehlt überall

Dass mal jemand ausrutscht oder sich vertanzt, spielt keine Rolle. Die Männer sind so beliebt, gerade weil sie nicht perfekt sind. In der Abmoderation heißt es da: „Wenn sie bei Männerballettwettbewerben mit sechs Gruppen teilnehmen, landen sie auf Platz sieben.“

Trotz des Spaßes, den das Tanzen macht, ist Müller ein bisschen melancholisch gestimmt: „So schön es jedes Jahr ist, – uns fehlt leider der Nachwuchs im Verein.“

NKC-Vorsitzender Ralf Müller lobt die Blau-Weiß-Funkengarde. Quelle: Vivien Tharun

Das würde vor allem daran liegen, dass der Karnevalsclub nicht richtig verstanden wird: „Es ist bei uns nicht wie in Köln, wo man Geld für eine Mitgliedschaft bezahlt“, sagt Müller. Dabeisein koste nichts, aber bringe viel Freude. Es fehlten an allen Ecken und Enden die Neuzugänge. „Niemand muss eine Büttenrede halten. Wir freuen uns über Techniker und Trainer“, sagt Müller.

Tanzprofi Franz Praikow ist ein Glücksfall für den NKC

Mit ihrem Choreografen haben die närrischen Tanzgruppen im Verein Glück. Seit vielen Jahren leitet der ehemalige Friedrichstadt-Palasttänzer Reinhard-Franz Praikow sie an. In dieser 55. Saison erhält er einen Geschenkkorb für seinen Einsatz. Unter seiner Leitung haben die Funkstadtperlen dieses Jahr einen Vampirtanz einstudiert, und die Luchamazonen zeigen verschiedene Einlagen zu einzelnen Titelliedern der James Bond-Filmreihe. Das Know-How des Tanzprofis Praikow spiegelt sich darin deutlich wider, auch wenn auf dem Parkett nur Laien stehen, die seine Anweisungen umsetzen. Die Kostüme und Schritte sind gut durchdacht und der Anblick macht dem Publikum sichtlich Spaß. Immer wieder fordert es Zugaben von den einzelnen Gruppen.

Claudia Lessel als Weinkönigin

Im Verein gibt es aber eine Person, die das Tanzen aufgegeben und gegen Worte getauscht hat: Claudia Lessel trat erstmals ans Mikrofon.

Der erste Auftritt von Claudia Lessel als „Weinkönigin" ist gelungen. Quelle: Vivien Tharun

In ihrer Rolle als Weinkönigin sprach sie über die Unterschiede zwischen einem edlen Tropfen und Männern: „Männer werden nicht durch jahreslanges Liegen besser.“

Ralf Müller ist mit Lessels Autritt zufrieden: „Sie ist sehr gut angekommen. So soll das sein.“

Die weiteren NKC-Termine

Weitere Termine: 19. Januar: Prunksitzung; 26. Januar: Weiberfastnacht; 27. Januar: Seniorenkarneval; 2. Februar: Prunksitzung; 9. Februar: Karnevalssitzung Lumpenball; 16. Februar: Prunksitzung; 17. Februar: Kinderkarneval (ausverkauft); 23. Februar: Karnevalssitzung Flower Power; 2. März: Fasching.

Karten können bei Marina Schmidt unter 0172/ 5 97 59 30 bestellt werden oder sind bei der LVM Agentur Carsten Knabe in der Berliner Straße 12 in Nauen erhältlich.

Müller schlüpft dann aus seinem Jacket, um mit seinen Kollegen den Abend zu genießen, erleichtert darüber, dass der Auftakt der Saison so glatt gelaufen ist.

Von Vivien Tharun

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