Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Nauen 2018: Brände hielten Nauener Wehren in Atem
Lokales Havelland Nauen 2018: Brände hielten Nauener Wehren in Atem
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:54 12.02.2019
Nauener Kameraden beim Löscheinsatz am Imbiss „Zur Hupe“ in der Graf Arco-Straße. Dort war im Sommer ein Feuer ausgebrochen. Zwei Männer, die gerade vorbei fuhren und die Flammen sahen, informierten die Leitstelle Quelle: Privat
Nauen

Wenn Nauens Stadtbrandmeister Jörg Meyer an die Einsätze im vergangenen Jahr zurück denkt, dann zählte der Löscheinsatz im Karl-Bernau-Ring im Dezember auf jeden Fall zu den emotionalsten für die Kameraden. „Wir mussten in der Nacht 15 Personen evakuieren. Das war für die Kameraden sehr anstrengend“, sagt er. Zehn Trupps mit jeweils zwei Mann unter Atemschutz leiteten die Bewohner des Mehrfamilienhauses ins Freie – durchs Treppenhaus und auch über Leitern. „Das war schon eine besondere Herausforderung“, so Meyer.

Aber auch der tödliche Unfall im Juni am Kreisverkehr am Lindenplatz, bei dem ein Auto gegen eine Hauswand geprallt war, hinterließ Spuren bei den Einsatzkräften. „Das hat die Kameraden schon mitgenommen, wenn man da hinkommt und nicht mehr helfen kann. Zum Glück hat das Haus nicht Feuer gefangen.“

Anstrengendes Jahr

Nur zwei Beispiele, bei denen die Kameraden aus dem Stadtgebiet und den Ortsteilen 2018 im Einsatz waren. „Es war ein sehr schön anstrengendes Jahr für die Feuerwehr der Stadt Nauen gewesen“, fasst Meyer zusammen. Gab es 2017 „nur“ 111 Brandeinsätze im Stadtgebiet, so waren es im vorigen Jahr 290. Wegen der extremen Trockenheit kam es zu überdurchschnittlich vielen Wald-, Flächen- und Feldbränden.

Aber die Kameraden halfen im Rahmen der Brandschutzeinheit des Landkreises auch im Nachbarkreis Potsdam-Mittelmark mit aus, als riesige Waldflächen in Flammen standen und die Gefahr bestand, dass ganze Dörfer vernichtet werden. Zudem brannten 2018 immer wieder Gebäude und Autos.

Gebäude- und Autobrände

So als die Kultkneipe „Die Hupe“ in der Arco-Straße in Flammen stand oder Fahrzeuge auf dem Gelände des Mercedes-Autohauses sowie im Wohngebiet an der Theodor-Kerkow-Allee Feuer fingen.

Zu Verkehrsunfällen rückten die Feuerwehrleute indes nur etwa halb so oft aus wie noch 2017. 31 Mal wurden sie gerufen, davon zu 24 Unfällen mit verletzten Personen. Insgesamt lag die Zahl der Hilfeleistungseinsätze bei 182 – von der Türnotöffnung bis hin zum umgefallenen Bäumen. Letztere mussten diesmal nur in zwölf Fällen beseitigt werden. Im Sturmjahr 2017 gab es 240 dieser Einsätze.

Feuerwehrleute werden beschimpft

Mit einem unschönen Trend haben auch die Nauener Kameraden zunehmend zu kämpfen. „Uns bewegt, dass viele Bürger uns als Feuerwehrleute beschimpfen und sogar bedrohen“, sagt Jörg Meyer. Beispielsweise musste unlängst die Goethestraße wegen einer Ölspur vorübergehend gesperrt und eine Umleitung über Mauer- und Lazarettstraße eingerichtet werden.

„Da gibt es Bürger, die fahren über den Gehweg und fahren dabei die Kameraden um“, sagt Meyer, der von fehlendem Respekt gegenüber den Hilfskräften spricht. „Was ist, wenn Rettungsdienst und Feuerwehr mal nicht mehr kommen?“

Mehr Türnotöffnungen

Zugenommen haben zum Leidwesen von Meyer wieder die Tragehilfen und Türnotöffnungen. Was letztere betrifft, so könnte nach Ansicht des Stadtbrandmeisters in vielen Fällen auch ein Schlüsseldienst gerufen werden statt die Feuerwehr. Häufig sei dazu genügend Zeit. Nur in den wenigsten Fällen handle es sich um echte Notfälle, bei denen es auf jede Minute ankommt.

Die Nachwuchsgewinnung wird immer schwieriger. „In den nächsten zehn Jahren werden wir einen massiven Schwund haben. Viele Kameraden werden dann altersbedingt ausscheiden. Wir müssen uns Gedanken machen, wie wir die Tageseinsatzbereitschaft weiter absichern können“, so Meyer.

Infomaterial an Neubürger

Zwar hat die Stadt einen guten Zuzug aufzuweisen, doch nur die wenigsten Neubürger sind bisher bereit, sich den Brandbekämpfern anzuschließen. „Wir wollen deshalb verstärkt Infomaterial an die Neubürger verteilen, um so darauf hinzuweisen, dass man bei uns mitmachen kann“, kündigt der Stadtbrandmeister an.

Bei der Technik wird dieses Jahr kein Zuwachs erwartet. 2018 erhielt die Börnicker Wehr ein gefördertes Hilfeleistungslöschfahrzeug. Und für die so genannte Drehleiter, die jüngst in der Reparatur war, ist demnächst Ersatz geplant. „Wir wollen 2021 das Fahrzeug mit Teleskopleiterkorb wechseln“, so Meyer.

Von Andreas Kaatz

Nauens Stadtverordnete werden sich in Kürze wieder mit dem Thema Schulentwicklung befassen. Dabei geht es um die Suche nach einem Grundstück, auf dem ein neuer Schulstandort entstehen könnten. Denn der Zuzug hält weiter an.

13.02.2019

In einem Bildervortrag zeigte Nachtwächter Wolfgang Wiech, wie das Leben im 19. und 20. Jahrhundert in der Stadt aussah. Von den vielen Gaststätten sind nur noch wenige übrig. Auch „August Behrends Bierhallen“ gibt es nicht mehr.

10.02.2019

Mit Arbeiten von Max Liebermann bis Ulrike Hogrebe ist die neue Flurgalerie im Schloss Ribbeck eröffnet worden. Sie bietet Reflexionen auf Leben und Werk von Theodor Fontane. Gezeigt werden kleine Formate von großen Künstlern.

11.02.2019