Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Nauen Regionale Produkte auf dem Vormarsch
Lokales Havelland Nauen Regionale Produkte auf dem Vormarsch
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:43 12.07.2018
In der Nudelfabrik „Nudel und Co" in Dallgow werden seit einigen Jahren frische Nudeln produziert. Quelle: Julian Stähle
Havelland

Das Havelland, auch der Speckgürtelteil, der sich Röllchen für Röllchen von Berlin aus immer weiter ausdehnt, ist ziemlich ländlich geprägt. Immer noch.

Selbst hinter den Gewerbeflächen von Wustermark liegen Wiesen und Felder. Und wahrscheinlich können sich Nauen, Elstal und andere Gemeinden über so viel Zugezogene freuen, weil von dort eben nicht nur Berlin gleich um die Ecke liegt, sondern auch die schöne Landschaft.

Mittlerweile gibt es sogar wieder blühende Wiesen, auf denen Bienen ordentlich Nektar sammeln können. Rinder fressen saftiges Gras auf schönen Weiden, Landwirte bauen Kartoffeln an und Spargel und anderes Gemüse. Ein paar Fische aus Seen und Flüssen werden auch noch gefangen.

Gezielte Suche nach regionalen Produkten

Das Havelland bietet also ein ganzes Füllhorn von Grundnahrungsmitteln und kulinarischen Köstlichkeiten. Die Nachfrage nach solchen Produkten steigt stetig. „Die Besucher, die in die Region kommen, suchen gezielt nach regionalen Produkten“, sagt Josephine Lenk von der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) Havelland.

Die Sache hat aber einen Haken: Viele der regionalen Erzeugnisse schaffen es nicht in die Küchen der Restaurants oder auf die Frühstücksteller der Pensionen. „Wenn sich daran etwas ändern soll, müssen sich Produzenten, Pensionen und Restaurants besser miteinander vernetzen“, sagt Josephine Lenk.

Havelland-Küche als Label

Unter dem Label „Havelland-Küche“ haben sich bereits 14 Gastronomiebetriebe zusammengeschlossen, die zu verschiedenen saisonalen Anlässen Fleisch und Gemüse aus der Region auf den Teller bringen. Die LAG Havelland, die für die Koordinierung der Leader-Plus- Fördermittel in der Region zuständig ist, hat nun auch selbst ein ganz praktisches Vernetzungsprojekt auf den Weg gebracht.

„Es gibt in der Region viel mehr Produzenten, als man glaubt. In einer Broschüre haben wir jetzt erstmals alle uns bekannten Erzeuger zusammengefasst“, sagt Lenk.

Wegweiser zu Hofläden und Erzeugern

Die Broschüre ist zunächst für den internen Gebrauch bestimmt – also für Hofläden, Restaurants und Erzeuger. Es gibt aber auch schon Überlegungen zu einem neuen Flyer über Hofläden, der später einmal an Besucher verteilt werden kann.

Die Broschüre liest sich ziemlich eindrucksvoll. Insgesamt werden mehr als 90 Erzeuger aufgelistet. Die Palette der angebotenen Waren reicht von Fleisch und Wurst und Fisch über Gemüse und Kräuter, Marmelade, Honig, Eier, Nudeln, Käse und Milchprodukte, Kerzen, Brot, Kuchen bis hin zu Wein und Likören, Mehl, Wolle, Blumen, Essig und Kosmetikprodukten.

Allein für das Havelland werden 45 Produzenten aufgeführt – darin enthalten auch ein paar Betriebe, die jenseits der Landkreisgrenze bei Kuhhorst und Linum liegen. Neben bekannten Namen wie dem Hofladen aus Falkensee, Fischer Schröder aus Strodehne oder der Agro-Farm Nauen, sind auch viele unbekanntere Produzenten aufgelistet. So gibt es eine Nudelmanufaktur aus Dallgow-Döberitz, Obstsäfte und Bier aus Wustermark, Essig aus Wustermark oder Naturkosmetik aus Bredow.

Bei allen Anbietern sind die Kontaktdaten aufgeführt und wichtige Informationen: Für Restaurants ist es zum Beispiel entscheidend, ob die Produkte ganzjährig vorrätig sind und ob sie geliefert werden können oder nicht.

Käse ist Mangelwaren

Die Broschüre löst zwar nicht alle Probleme der Regionalvermarktung: In einigen Bereichen sind die Erzeuger noch ein bisschen schwach auf der Brust. Havelländischer Käse zum Beispiel ist Mangelware, und auch der Gemüseanbau in der Region kann den Bedarf nicht decken.

Trotzdem wird sich die Broschüre in der Praxis gut bewähren. Ein Pensionsbetreiber kommt so vielleicht erst auf die Idee, ein wirklich regionales Frühstück anzubieten. Auf der Liste findet er dann die Erzeuger aus der Nachbarschaft, bei denen er sich Honig, Marmelade und Eier holen kann.

Und wenn die Besucher dann vielleicht sogar noch die Möglichkeit haben, den Betrieb mit den frei laufenden Hühnern zu besuchen oder dem Imker aus dem Nachbarort bei der Arbeit zuzuschauen, könnte eine richtig runde Sache daraus werden..

Von Ralf Stork

In der kommenden Woche werden 24 Jungen und Mädchen mit dem Bau der ersten Gebäude für die Nauener Kinderstadt im Liebfrauenweg beginnen. Vorbild ist die Kinderstadt aus Rathenow.

11.07.2018

Kulturstaatssekretärin Ulrike Gutheil hat am Dienstag einen Fördermittelbescheid in Höhe von 12.040 Euro im Rahmen der diesjährigen Denkmalhilfe an den Kulturverein Ribbeck übergeben. Mit diesen Mitteln soll das Dach der Gutsscheune Ribbeck saniert werden.

10.07.2018

Bei einem Verkehrsunfall auf der L 863 zwischen Wernitz und dem Abzweig Markee prallten Dienstagmittag zwei Fahrzeuge zusammen. Die 69 und 78 Jahre alten Fahrer mussten ins Krankenhaus gebracht werden.

10.07.2018