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Nauen Richarthof in der Altstadt eröffnet
Lokales Havelland Nauen Richarthof in der Altstadt eröffnet
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01:15 09.09.2018
Ministerin Kathrin Schneider (r.) gratulierte den Nauenern zu ihrer neuen Errungenschaft. Am Tag des offenen Denkmals können die Bürger den Hof erkunden. Quelle: Tanja M. Marotzke
Nauen

Wenn von Nauen die Rede ist, dann fällt immer wieder auch der Begriff Ackerbürgerstadt. Wer wissen will warum, der kann sich am Tag des offenen Denkmals am Sonntag ein Bild von diesem Teil der Nauener Geschichte machen. Dann öffnet der letzte erhaltene Vierseitenhof in der Altstadt seine Tore – benannt nach dem letzten Ackerbürger Hans-Joachim Richart. Künftig soll dort auch eine Touristeninformation Einzug halten.

Ohne Förderung wäre es nicht möglich gewesen

Bereits am Donnerstag wurde das Ensemble nach erfolgreicher Sanierung offiziell eröffnet. 1,8 Millionen Euro sind in das Projekt geflossen, wie Bürgermeister Manuel Meger (LWN) sagte. Allein 1,65 Millionen Euro betragen die Baukosten, darunter zu einem Großteil Fördermittel. „Ohne Förderung wäre das nicht möglich gewesen“, sagte Meger und erinnerte daran, dass es während der Bauphase so einige Probleme zu bewältigen gab.

Blick in den Richarthof – vom Wohnhaus aus. Quelle: Tanja M. Marotzke

Eine, die großen Anteil an der Erhaltung des 1750 errichteten Richarthofes hat, ist Marion Grigoleit. Die frühere Beigeordnete hat viel Herzblut in das Projekt gesteckt. „Er ist ein Stück Nauener Geschichte, ein Teil der Nauener Identität, ein Gedächtnisstütze zum Anfassen“, sagte sie. Der Hof sei zudem ein Objekt gelebter Geschichte. „Auch unsere Kinder, Enkel und Urenkel werden so die Möglichkeit haben, einen Teil der Geschichte Nauens nicht nur aus Büchern kennenzulernen, und uns einmal dankbar sein, dass wir es für sie erhalten haben“, sagte sie.

Das alte Wohnhaus musste abgerissen werden

Letztlich hat die Sanierung fast zwei Jahre gedauert – länger als geplant. Ein Grund waren negative Überraschungen. So musste das alte Wohnhaus wegen der maroden Zwischendecke abgerissen und neu errichtet werden. Allerdings konnte dadurch eine neue Decke mit viel größerer Tragfähigkeit eingebaut werden. Zudem hatte man Teile der Außenwände im Stallgebäude erneuern müssen. Positiv hingegen: Man stieß auf einen Brunnen, der nun die Freifläche ziert.

Tag des offenen Denkmals

Am Tag des offenen Denkmals am 9. September erwartet die Bürger ein buntes Programm.

Ab 10.15 Uhr gibt es zwei Stunden lang Drehorgel-Musik des Duos Berolinchen & Bärchen mit Alt-Berliner Melodien.

Um 11 Uhr ist eine Stadtführung mit Nachtwächter Wolfgang Wiech geplant.

Von 12.30 Uhr bis 15.30 Uhr spielt die Chamäleon Jazz Connection.

Um 16 Uhr beginnt ein Konzert der Sopranistin Ute Beckert mit Klassikern von Marlene Dietrich bis Hildegard Knef.

Die Stadt hatte den Hof 2014 von der Familie Richart erworben. Marion Grigoleit hätte sich gewünscht, dass der alte Besitzer Hans-Joachim Richart die Neueröffnung miterleben könnte. Doch er ist vor einiger Zeit verstorben. Allerdings kamen seine Enkelin Ina Henning und Urenkelin Josefin Henning. „Das ist schon sehr emotional, wenn man durchläuft und überlegt: Wie war es vorher und was stand hier und da“, sagte Ina Henning. Denn die Raumaufteilung im Haus ist trotz des Neubaus fast so wie früher. Die Kochmaschine steht nun aber im Erd- statt im Obergeschoss. Die Truhe im Torbereich hatte einst ihren Platz auf dem Boden.

Ministerin gratulierte den Nauenern

Auch Infrastrukturministerin Kathrin Schneider gratulierte den Nauenern zum Erhalt des Vierseitenhofes, sprach von einem Schmuckstück. „Ich hoffe, dass die Bürger ihn annehmen und nutzen“, sagte sie und hob die Wichtigkeit der Städtebauförderung hervor. So seien insgesamt rund 34 Millionen Euro Fördermittel in Nauen verbaut worden. „Nauen entwickelt sich prächtig. Aber auch die Mobilität muss passen“, sagte sie. Ab Frühjahr werde sich für Nauen auf der Bahnstrecke einiges verbessern.

Eine Ausstellung informiert über die Geschichte der Familie Richart sowie über die Sanierung des Hofensembles. Quelle: Tanja M. Marotzke

So können dann auch Gäste gut nach Nauen gelangen und Angebote im Richarthof wahrnehmen. Dort wird es beispielsweise Ausstellungen geben. Die erste informiert derzeit über die Familie Richart und die Sanierung des Hofes. Es gibt einen kleinen Veranstaltungsraum, und die Heimatfreunde werden im Hof das Stadtarchiv betreuen.

Marion Grigoleit wurde verabschiedet

Die Eröffnung des Richarthofes nahm Bürgermeister Meger zum Anlass, um Marion Grigoleit zu verabschieden. Er dankte ihr für ihre Arbeit in den vergangenen 16 Jahren. Insbesondere der seit Langem ausgeglichene Haushalt sei ihr Verdienst, aber auch die Einführung der Doppik und der Aufbau des Kulturbüros. Zudem sei sie maßgeblich an der Altstadtsanierung beteiligt gewesen. Danke sagten auch Vertreter der Fraktion von CDU, LWN, Linke und Frischer Wind.

Von Andreas Kaatz

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