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Heizen mit Pferdemist in Schönwalde-Glien

Erste Fassung des kommunalen Energiekonzepts liegt vor Heizen mit Pferdemist in Schönwalde-Glien

Etwa acht Tonnen Treibhausgase verursacht jeder Einwohner von Schönwalde-Glien im Jahr. Das ist weniger als der Bundesdurchschnitt, aber immer noch zu viel, findet Bürgermeister Bodo Oehme. Er hatte deshalb vor einiger Zeit ein kommunales Energiekonzept in Auftrag gegeben, dessen vorläufige Fassung nun vorliegt.

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In dem Konzept geht es auch darum, wie in der Gemeinde Energie erzeugt werden kann.

Quelle: imago stock&people

Schönwalde-Glien. Etwa acht Tonnen Treibhausgase verursacht jeder Einwohner von Schönwalde-Glien im Jahr. Das ist deutlich unter dem deutschen Durchschnitt (9,76), aber immer noch zu viel, findet Bürgermeister Bodo Oehme (CDU). Er hatte deshalb vor einiger Zeit ein kommunales Energiekonzept in Auftrag gegeben, dessen vorläufige Fassung nun vorliegt. Darin sind konkrete Maßnahmen aufgeführt, durch die der CO 2-Ausstoß bis 2030 um etwa ein Drittel gesenkt werden soll. Gleichzeitig soll der Energieverbrauch im Gemeindegebiet verringert und der Anteil erneuerbarer Energien erhöht werden.

So könnte in Schönwalde zum Beispiel 30 Mal so viel Solarenergie erzeugt werden, wie es derzeit der Fall ist – insgesamt eine Leistung von über 43 000 Kilowattstunden. Allein auf dem Dach der Grundschule „Menschenskinder“ in der Siedlung könnten 95 Photovoltaikmodule installiert werden. Für die Errichtung neuer Windenergieanlagen ist die Gemeinde dagegen laut dem von einem Leipziger Ingenieurbüro erstellen Energiekonzept nicht geeignet.

Stattdessen könnte in Schönwalde bald Strom aus Biomasse erzeugt werden. Jährlich fallen im Ort zwischen 7000 und 8000 Tonnen Pferdemist an, die einer energetischen Verwertung zugeführt werden könnten, um „eine teilweise unabhängige Energieversorgung durch regenerative Energieträger“ zu ermöglichen, wie es in dem Papier heißt. Statt mit Erdgas heizen die Bewohner dann vielleicht bald mit Biomethangas.

Aus dem knapp 200 Seiten langen Dokument geht auch hervor, für welche öffentlichen Gebäude der Energieverbrauch unverhältnismäßig hoch beziehungsweise niedrig ist. Demnach wird im Feuerwehrdepot im Dorf, in den Kitas „Schloss Fröhlichhausen“ in Perwenitz und „Storchennest“ in Wansdorf sowie beim Bauhof in der Siedlung besonders viel Wärme verbraucht – und bei den Feuerwehren im Dorf und in Grünefeld besonders viel Strom. Insgesamt könnten in den kommunalen Liegenschaften jährlich über 800.000 Kilowattstunden eingespart werden.

Die öffentliche Hand ist allerdings nur für einen sehr geringen Teil des Energieverbrauchs und der CO 2-Emissionen verantwortlich – laut Energiekonzept lediglich 1,2 beziehungsweise 1,3 Prozent. Sämtliche im Konzept vorgeschlagene Maßnahmen der Gemeinde – von der energetischen Sanierung der Gebäude über die Installation moderner, energiesparender Straßenbeleuchtung bis hin zur Schulung der Hausmeister und der Einstellung eines Klimaschutzmanagers – können damit lediglich ein Anfang sein, glaubt Bürgermeister Bodo Oehme: „Wir haben eine Vorbildfunktion und würden uns sehr freuen, wenn sich die Bürger und die Unternehmen ebenfalls beteiligen.“ Haushalte und die lokale Wirtschaft verbrauchen zusammen knapp 55 Prozent der Energie und verursachen 56 Prozent aller Treibhausgase.

Spitzenreiter – typisch für den ländlichen Raum – ist in beiden Kategorien der Bereich Verkehr, der deshalb im Energiekonzept viel Raum bekommt. Der öffentliche Nahverkehr soll gestärkt werden, damit noch mehr Menschen das Auto stehen lassen. Voraussetzung dafür seien unter anderem bessere Busverbindungen von und nach Berlin, vor allem abends, sowie die Einrichtung einer Direktverbindung von Pausin zum Bahnhof Falkensee. Neue Haltestellen werden angeregt, ebenso die Einführung eines Bürgerbusses.

Auch beim Car-Sharing will Schönwalde neue Wege gehen: Werden die Ideen des Energiekonzepts so umgesetzt, könnte es im Ort bald ein „Dorf-Elektroauto“ geben, das nach vorheriger Anmeldung von jedem Einwohner benutzt werden kann. Seitens der Bürgerschaft besteht an diesem Projekt bereits großes Interesse.

Von Philip Häfner

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