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Nauen Sie sind wieder da
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18:00 12.10.2018
Eine Besuchergruppe aus Österreich sucht die Umgebung von Utershorst nach Kranichen ab. Quelle: Ralf Stork
Nauen

16.30 Uhr. Die Sonne steht schon tief über den Feldern, die den Beobachtungsturm in Utershorst umgeben. Auf den abgeernteten Maisfeldern Richtung Nauen stehen einige kleinere Trupps Kraniche.

Vom Turm aus hört man die charakteristischen Gru-Gru-Rufe der Vögel und sieht immer wieder kleinere Gruppen im Formationsflug über die Felder fliegen und dann irgendwo auf der Fläche landen. „An manchen Tagen sind die Felder grau vor Kranichen“, sagt Swantje Petersen-Mannshardt.

Sie muss es wissen. Seit bald 20 Jahren zählt sie für den Nabu-Osthavelland im Herbst regelmäßig die großen Vögel des Glücks. Die Flächen rund um Utershorst sind ein wichtiger Vorsammelplatz. Bevor die Tiere sich endgültig zu ihrem Schlafgewässer begeben, suchen sie hier noch eine Weile nach Nahrung oder gewöhnen sich schon mal an ihre Artgenossen, mit denen sie später im Knie hohen Wasser stehen.

Manchmal sind die Felder grau vor Kranichen

„Bislang sind in diesem Jahr noch nicht so viele Kraniche hier zu sehen“, sagt Petersen-Mannshardt. Wegen der lang anhaltenden Trockenheit ist die Maisernte bescheiden ausgefallen. Normaler Weise finden die Kraniche auf den Maisstoppeln noch genügend Körner. Nach der extremen Trockenheit ist dort aber kaum noch etwas zu holen. Das könnte ein Grund dafür sein, warum die Vögel noch nicht ganz so zahlreich und konzentriert in die Nähe des Beobachtungsturms kommen, wie in den vergangenen Jahren.

Ableger des riesigen Kranich-Rastplatzes bei Linum

Utershorst ist gewissermaßen ein Ableger des riesigen Kranich-Rastplatzes bei Linum (Ostprignitz-Ruppin). Dort sammeln sich jedes Jahr im Herbst regelmäßig mehr als 100 000 Kraniche – es ist einer der größten und wichtigsten Sammelplätze in Europa. Auch Utershorst profitiert von dieser Anziehungskraft. Durchschnittlich 12 000 bis 16 000 Kraniche finden sich hier in jeder Zugsaison ein.

Mittlerweile ist es 17 Uhr geworden. Die Sonne steht noch etwas tiefer und die Kraniche sind da. Nicht in Massen, aber in immer neuen größeren und kleineren Zügen. Genug jedenfalls für ein rundes Naturerlebnis. Nebenher kann man im Fernglas noch den Fuchs suchen und finden, der durchs hohe Gras streift, das äsende Reh oder die Sumpfmeisen, die durch den Baum gleich neben dem Beobachtungsturm turnen.

Vogelgucker aus Österreich

Auch an einem ganz normalen Nachmittag unter der Woche gibt es ein paar Besucher am Turm: Ein Ehepaar aus Hannover habt sein Wohnmobil auf dem kleinen Parkplatz abgestellt. Sie besuchen gleich mehrere Kranichrastplätze in Brandenburg und sind vor allem von Linum begeistert. Eine andere kleine Gruppe ist für die Kraniche sogar extra aus Österreich angereist. „Etwas Vergleichbares gibt es bei uns nicht“, sagt er und wundert sich ein wenig darüber, dass die Jugendlichen, die er in Nauen nach dem Weg gefragt hat, noch nie etwas von dem Beobachtungsturm gehört hatten.

Ein schöner Tagesausflug von Berlin

Auch ein älterer Fahrradfahrer hat sein Rad am Fuß des Turms abgestellt. Er macht einen Tagesausflug von Berlin, war schon in Linum und ist nun auf dem Rückweg zum Bahnhof Nauen.

Wer sich selbst ein Bild von der schönen Nachmittagsstimmung und den Kranichen am Beobachtungsturm machen will, hat Ende Oktober und Anfang November die besten Erfolgsaussichten. Der Einflug beginnt etwa gegen 16.30 Uhr. Im späteren Herbst dann gegen 16 Uhr. Feste Kleidung und Fernglas nicht vergessen.

Von Ralf Stork

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