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Nauen Streit über Fundtiere geht weiter
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11:28 18.01.2019
Vorwürfe gegen die Nauener Stadtverwaltung: Tierheim Falkensee kritisiert wiederholt den Umgang mit Fundtieren. Quelle: dpa
Nauen

Erneut erhebt Rico Lange, Vorsitzender des Tierschutzvereins Tierheim Falkensee und Umgebung Vorwürfe gegen die Nauener Stadtverwaltung. Mehrfach habe er die Kommune angeschrieben, um herauszufinden, was mit den Tieren passiert, die als Fundtier bei der Stadt abgegeben werden. „Bis heute habe ich keine Antwort erhalten“, so Lange. Er ärgert sich über das Verhalten der Stadt, geht es hier doch um das Wohl von Tieren.

Kommune vernachlässige Aufgaben

Konkreter Anlass für den großen Unmut ist ein Fall, in dem eine Frau eine Katze gefunden hat, die sie schließlich nach langem Hin und Her tatsächlich als Fundtier bei der Stadt abgeben konnte. „Ich kenne keine Kommune, die so missachtend Fundtieren gegenüber eingestellt ist“, sagte Lange bereits im Oktober gegenüber der MAZ. Bis heute hat sich an seiner Auffassung nichts geändert.

So habe es im November einen weiteren Fall gegeben, in dem sich eine Bürgerin um eine Fundkatze kümmerte, weil sie Stadt sie nicht aufgenommen hat. Schließlich habe sich der Tierschutzverein der Katze angenommen, obwohl es Aufgabe der Stadt gewesen wäre.

Was passiert mit Tieren, die nicht vermittelt werden können?

Lange kritisiert vor allem, dass die Stadtverwaltung ihrer gesetzlichen Pflicht bei der Fundtierbetreuung nicht nachkomme. „Wir fragen uns, was mit den Tieren passiert, wenn der Besitzer der Fundkatze nicht gefunden wird“ erklärt Lange. So soll es bereits Fälle gegeben haben, in denen die Stadt Nauen die Tiere einfach wieder am Fundort ausgesetzt hat, sagt Lange.

Stadt sieht keinen Handlungsbedarf

Die Stadt selbst sieht keinen Handlungsbedarf, wie Daniela Zießnitz, Nauens stellvertretende Bürgermeisterin, auf Nachfrage mitteilt. „Wir sehen diese Missstände nicht. Die Vorwürfe sind aus der Luft gegriffen“, betont sie. So gebe es weder Probleme bei der Unterbringung der Tiere, noch bei der Vermittlung. Fundtiere konnten in der Vergangenheit immer in einem überschaubaren Zeitraum an den Besitzer zurückgegeben oder neu vermittelt werden.

Grundsätzlich dürfe jedoch ein wichtiger Fakt nicht vergessen werden. „Es gibt einen Unterschied zwischen einem Fundtier und einem Wildtier“, so Zießnitz. Denn nur für Fundtiere, also Tiere die tatsächlich nachweisbar jemandem gehören, ist die Stadt auch zuständig. Wild lebende Katzen würden demnach nicht in den Zuständigkeitsbereich der Fundtierbetreuung fallen.

Von Danilo Hafer

MAZ-Service

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