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Nauen Schmaler Grat zwischen Lachen und Grauen
Lokales Havelland Nauen Schmaler Grat zwischen Lachen und Grauen
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18:18 28.01.2019
In einem Workshop arbeiten Schauspieler und Schüler an der Aufführung von „Mein Kampf“ von George Tabori. Quelle: Tanja M. Marotzke
Nauen

Das schwarzhumorige Stück „Mein Kampf“, in dem es um den jungen Hitler geht, wird in dieser Woche in der kleinen Sporthalle auf dem Leonardo da Vinci-Campus zu sehen sein.

Der Campus ist aber nicht zufällig als Aufführungsort gewählt. Denn die Schauspieler vom Potsdamer Theater „Poetenpack“ werden die Farce von George Taboris gemeinsam mit Schülern vom Campus präsentieren.

Workshop bis Mittwoch

Noch bis Mittwoch läuft dazu ein gemeinsamer Workshop. „Theater als Erfahrungsraum“, wie Schauspieler Thomas Wiesenberg sagt. „Wir haben 2015 mit dieser Form von Projekten angefangen. Beim Stück ’Nathan der Weise’ wurden erstmals Jugendliche eingebunden“, sagt er. Es hatte großen Nachhall, sei sehr erfolgreich gewesen.

„Mein Kampf“ ist ein Folgeprojekt, gefördert von der Europäischen Union und vom Land Brandenburg. Der Campus äußerte Interesse und so kam die Zusammenarbeit zustande.

Es ist eine Premiere

„Für uns ist es auch eine Premiere. Wir sammeln viele Erfahrungen, was die Bedürfnisse von Schule und Theater sind“, sagt Stephan Dierichs, Fachbereichsleiter Darstellendes Spiel. Und so habe man versucht, die talentiertesten Schüler aus den Kursen Darstellendes Spiel herauszusuchen für dieses Projekt.

Unter ihnen ist auch Berit. „Ich finde es interessant, weil es einen anderen Blickwinkel auf das Thema gibt und weil ich Theater mag“, sagt die 16-Jährige.

Zusatzrollen für die Schüler

Und so geht es jetzt darum, Zusatzrollen für die Schüler zu entwickeln. Dazu sind auch die Ideen der Schüler selbst gefragt. Sie sind bei Gruppenszenen dabei, erhalten eigene Aufgaben. Die sieben Hauptrollen bleiben indes den Profis vorbehalten.

So spielt Thomas Wiesenberg den Himmlischst in Anspielung an Heinrich Himmler. Clara Schoeller, die ebenfalls beim Workshop dabei ist, schlüpft in die Rolle des Gretchens. Und die Schüler bilden den Chor.

Tragik und Komik

Die Auseinandersetzung mit dem dunkelsten Kapitel deutscher Geschichte „balanciert gekonnt auf dem schmalen Grat zwischen Lachen und Grauen, zwischen Tragik und Komik und integriert Live-Musik“, teilt das Theater mit.

Die Geschichte spielt Anfang des 20. Jahrhunderts in einem Männerwohnheim in Wien. Da mietet sich auch der junge Hitler ein und trifft auf den jüdischen Buchändler Schlomo Herzl.

Jüdischer Humor

Hitler ist dabei ein unsympathischer, aber „nicht durchweg abstoßender Wirrkopf“. Im Verlaufe der Handlung erlebt der Zuschauer die Metamorphose zum Antisemiten und despotischen Diktator. Ein Stück in der Tradition jüdischen Humors.

An zwei Tagen zu sehen

Zu sehen sind die Aufführungen am Donnerstag, 31. Januar, um 19 Uhr, sowie am darauf folgenden Freitag um 10 Uhr. Für die Abendvorstellung sind Karten für 12 Euro im Vorverkauf (15 Euro an der Abendkasse) sowie für die Freitagsaufführung (Schülervorführung) für 5 Euro erhältlich unter 03321/7487822 (Campus) oder bei Poetenpack: 0331/9512243.

Von Andreas Kaatz

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