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Nauen Weidewochen: Regionale Produkte gefragt
Lokales Havelland Nauen Weidewochen: Regionale Produkte gefragt
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01:16 15.09.2018
Regionales auf dem Teller (v.l.): Johannes Funke, Judith Usarek-Hinze und Alexander Bublitz. Quelle: Andreas Kaatz
Wachow

Judith Usarek-Hinze erlebt es immer wieder: Wenn sie in ihrem Hotel Zum Baggernpuhl in Wachow neue Gäste hat, dann fragen viele von ihnen gleich nach regionalen Produkten, die sie auf dem Teller haben möchten. „Sie wollen eben nicht das essen, was es in ganz Deutschland gibt, sondern was nur hier zu haben ist“, sagt die 41-Jährige – und kann dem Wunsch meistens nachkommen. Vor allem jetzt. Denn noch bis Anfang Oktober gibt es im Havelland die „Weidewochen“.

An dieser Aktion nimmt die Gastronomin zum wiederholten Mal teil, neben 13 anderen Restaurants. Dabei geht es darum, Rindfleisch aus der Region zu verarbeiten und anzubieten. „Uns ist der regionale Gedanke sehr wichtig. Warum sollte man Rindfleisch aus Argentinien nehmen, wenn es das auch vor Ort gibt. Wir haben das Glück, dass wir einen landwirtschaftlichen Betrieb gleich im Dorf haben, von dem wir das Fleisch beziehen“, sagt sie.

Das ganze Jahr über Rindfleisch auf der Karte

So wurde extra für die „Weidewochen“ das Gericht „Rindergulasch mit Spätzle und Kirschrotkohl“ kreiert, außerdem ein Grillteller mit Rinder- und Schweinesteak sowie Hühnchenbrust mit Röstitaler und grünen Bohnen. „Allerdings haben wir das ganze Jahr über Rindfleisch auf der Speisekarte und bieten es in verschiedenen Gerichten an“, sagt Judith Usarek-Hinze.

Das Fleisch kommt von der Genossenschaft Wachower Landwirte (GWL). Nur etwa zehn Rinder werden dort pro Jahr geschlachtet, ungefähr die Hälfte geht ans Hotel. „Für uns ist es deshalb nur ein ganz kleines Standbein“, sagt Landwirt Uwe Bublitz. „Uns liegt vor allem viel daran, dass man der Gastronomie in der Region Produkte aus der Region anbieten kann.“ Die Partner vor Ort wüssten, wie die Tiere gehalten werden, „und wenn interessierte Verbraucher Kontakt mit unserem Betrieb aufnehmen wollen, dann können sie jederzeit kommen“, sagt Bublitz.

Von der Tierhaltung bis zum Menü auf dem Teller

Über jede Kooperation dieser Art freut sich auch Johannes Funke, Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes Havelland. „Es ist schon etwas Besonderes, wenn sich Agrarbetriebe und Restaurants zusammenfinden, um die Kette von der Tierhaltung über die Schlachtung bis hin zum Menü auf dem Teller hinzubekommen“, sagt er.

Auf diese Weise wolle man auch den Erwartungshaltungen der Touristen entsprechen, die an Produkten aus der Region interessiert sind. Und im Zusammenhang mit der Tierwohl-Diskussion komme die Weidehaltung auch dem Verbraucherwunsch nach tiergerechter Haltung entgegen.

Bei Vermarktung noch viel Luft nach oben

Bei den „Weidewochen“ beteiligt sich unter anderem auch die Agrargenossenschaft Gülpe, die Fleisch ans Golfresort Semlin oder ans Restaurant „Zum alten Hafen“ in Rathenow liefert. Grundsätzlich aber gebe es laut Funke in Sachen Produktvermarktung noch viel Luft nach oben. Die „Weidewochen“ seien da nur ein kleiner Schritt. Es müsse besser gelingen, etwas aus der Lage vor den Toren Berlins zu machen. „Wir müssen den Begriff Havelland, der ja positiv besetzt ist, noch mehr nach Berlin hineintragen“, sagt der Geschäftsführer.

Auf die Nachfrage nach Regionalem will auch die GWL künftig verstärkt reagieren, auch wenn dabei Geduld vonnöten ist. Wie Alexander Bublitz sagt, wolle man die Rinder des Betriebes mit japanischen Wagyu-Rindern kreuzen, um so geschmackintensiveres Fleisch zu erzeugen. „Aber es dauert drei Jahre, bis die Tiere schlachtreif sind.“

Von Andreas Kaatz

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