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Nauen Damit das Herz im richtigen Rhythmus schlägt
Lokales Havelland Nauen Damit das Herz im richtigen Rhythmus schlägt
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18:28 26.09.2018
Eines der Herzkatheterlabore (v.l.): Chefarzt Martin Stockburger und die Krankenschwestern Franziska Barthel und Bianca Könnecke. Quelle: Andreas Kaatz
Nauen

Behandlungen wegen Herzkrankheiten gehören zu den häufigsten ärztlichen Eingriffen im Havelland. Da die Bevölkerungszahl weiter steigt und der Anteil älterer Menschen über 65 Jahre überproportional zunimmt, werden die Kardiologen im Landkreis auch in Zukunft eine Menge zu tun haben. „Die geburtenstarken Jahrgänge sind jetzt in einem Alter, in denen Herzinfarkte, Herzschwächen und Herzrhythmusstörungen häufiger auftreten können“, sagte der Nauener Chefarzt Martin Stockburger am Mittwoch.

Umso mehr freut er sich, dass die Havelland Kliniken am Standort Nauen jetzt über zwei moderne Herzkatheterlabore verfügen, bisher gab es nur eines. Damit steigen zum einen die Kapazitäten für Notfälle, zum anderen können nun Eingriffe vorgenommen werden, die bisher nicht möglich waren. Dazu gehören elektrische Herzkatheteruntersuchungen sowie Ablationen.

Vorhofflimmern wird beseitigt

„Auf diese Weise beseitigen wir Herzrhythmusstörungen“, so Stockburger. Dabei gehe es insbesondere um das Vorhofflimmern, das vor allem bei älteren Menschen auftritt und für ein höheres Sterblichkeitsrisiko sorgt. Denn es besteht die Gefahr von Gerinnseln, die zu Schlaganfällen führen können. Dass Ablationen bisher nicht möglich waren, hängt auch damit zusammen, dass diese mit 2,5 bis drei Stunden zeitaufwendig sind. „Wir hätten sonst den einen Katheterplatz damit blockiert“, erklärt Martin Stockburger.

Bei der Beseitigung der Herzrhythmusstörungen werden die Nauener Ärzte mit Kollegen an der Charité eng zusammen arbeiten. Ein Mediziner der Havelland Kliniken hat sich bereits das Know how bei den Berlinern angeeignet und wird gemeinsam mit Chariéärzten die Ablationen vornehmen. „Das ist ein gutes Beispiel für die Kooperation von Berlin und Brandenburg“, lobt Havelland Kliniken-Geschäftsführer Jörg Grigoleit.

Leistungsspektrum ausgeweitet

Seit 2002 werden Herzpatienten in Nauen mittels Herzkatheter untersucht und behandelt. „Wir haben uns dann entschlossen, dies schrittweise weiterzuentwickeln“, so Grigoleit. Nachdem Stockburger 2012 kam, wurde das Leistungsspektrum immer mehr ausgeweitet.

So werden nicht nur akut verschlossene Herzkranzarterien mit Ballon und Stent geöffnet – ein Teil der etwa 1500 Herzkatheterbehandlungen im Jahr –, sondern auch Herzschrittmacher und Defibrillatoren eingesetzt (350). Zudem bereitet das Ärzteteam weiterhin Herzklappenoperationen vor. Im Herzzentrum Bernau oder an der Charite wird dann die gefaltete Prothese mittels Katheter punktgenau im Herzen platziert.

Fast vier Millionen Euro investiert

Der Um- und Neubau der Labore erfolgte bei laufendem Betrieb. Anfang August wurde der erste Messplatz in Betrieb genommen, am Dienstag der zweite. Die Kliniken haben sich das Ganze fast vier Millionen Euro kosten lassen, darunter 2,2 Millionen für Technik. Zudem hebt Stockburger hervor: „Die Strahlenbelastung für Patienten und Personal beträgt nur noch ein Fünftel der bisherigen Dosis.“

Von Andreas Kaatz

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