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Nauen erwartet die Flüchtlinge

Erstes Kiezfest auf dem Stadtbadgelände Nauen erwartet die Flüchtlinge

Das erste Kiezfest wurde am Freitagnachmittag auf dem Gelände des Nauener Stadtbades gefeiert. Eingeladen waren insbesondere jene Nauener, die in dem Bereich rund um den Karl-Bernau-Ring wohnen. Sie konnten sich zum Thema Asyl und über die künftige Aufwertung des Stadtteils im Rahmen des Programms „Soziale Stadt“ informieren.

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Der Evangelische Landesbischof Markus Dröge von Berlin-Brandenburg (M.) mit Franz Schulte (r.), Leiter der Fazenda da Esperanca, für die Katholische Kirche und dem Buddhistischen Mönch Losan Kyabchuk aus Päwesin im Gespräch auf dem Kiezfest.

Quelle: Peter-Paul Weiler

Nauen. „Es ist ein gutes Zeichen, dass das Kiezfest gefeiert und dabei gezeigt wird, dass Nauen eine Stadt ist, die sich nicht einschüchtern lässt von Gewaltakten.“ Dies sagte Landesbischof Markus Dröge von der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz während einer Andacht am Freitag in Nauen. Insbesondere die Einwohner des Wohngebietes Nauen Ost waren an diesem Tag aufs Gelände des Stadtbades eingeladen. Sie konnten sich zum Thema Asyl sowie über die künftige Gestaltung des Areals rund um den Karl-Bernau-Ring informieren.

Dröge appellierte des Weiteren die Besucher, dass man sich nicht einreden lassen solle, dass man vor den ankommenden Flüchtlingen Angst haben muss. „Integration war im Laufe der Jahrhunderte nie leicht, aber die Menschen haben immer dazu beigetragen, dass das Land bereichert wird“, so der Landesbischof. Auch Buddhisten und Vertreter der katholischen Kirche äußerten sich zu dem Thema.

Eröffnet worden war das Kiezfest zuvor von Volker Mueller von der Willkommensinitiative Nauen. Er hob hervor, dass es wichtig sei darüber nachzudenken, wie man „die Menschen, die zu uns kommen, weil sie aus ihrer Heimat flüchten mussten, willkommen heißt“. Dies auch vor dem Hintergrund des Brandanschlages auf die Turnhalle, die als Notunterkunft für Flüchtlinge dienen sollte. „Dies hatte alle, die in Nauen leben und arbeiten, sehr intensiv bewegt, weil es eine ausländerfeindliche und rassistisch motivierte Tat war“, so Mueller.

Auf dem Kiezfest stellten sich den Nachmittag über Vereine und Einrichtungen vor wie etwa das Kompetenzzentrum Havelland, der Jugendförderverein Mikado, der Humanistische Freidenkerbund, die Fazenda Gut Neuhof oder auch die evangelische Kirche. Zudem wurde ein buntes Programm angeboten. Den Auftakt machte der Leonardo-da-Vinci-Campus, der mit rund 400 Schülern, Lehrern und Eltern vor Ort war. „Der Da-Vinci-Campus hat Leitlinien, in denen ein Miteinander und Toleranz groß geschrieben werden. Zu uns kommen viele Kinder aus verschiedenen Regionen, auch aus dem Ausland“, begründete Geschäftsführerin Irene Petrovic-Wettstädt das Engagement.

Des Weiteren gehörten zum Programm auch eine BMX-Show sowie am Abend ein Konzert. Ein Höhepunkt war zudem die Podiumsdiskussion zum Thema Asyl. Denn im Frühjahr 2016 wird eine Unterkunft für 250 Flüchtlinge in Nauen eröffnet und schon in diesem Jahr eine Traglufthalle für 300 Menschen. Hartmut Siegelberg (SPD) rief dazu auf, auf die Menschen, sobald sie hier sind, zuzugehen. „Wir müssen ihnen helfen, sich zu integrieren.“ Damit sie nicht untätig herumsitzen, wolle der Lionsclub eine Werkstatt einrichten, in der Flüchtlinge alte Fahrräder wieder in Gang bringen können. Thomas Große-Rüschkamp (CDU) spricht sich dafür aus, dass Ehrenamtliche Deutschkurse geben. Susanne Schwanke-Lück (Linke), die als Lehrerin in der Arco-Schule arbeitet, unweit des künftigen Heimes, meint: „Es wird Zeit, dass sie kommen.“ Zwar gebe es schon Vorbereitungen an der Schule, aber letztlich sei das Problem, dass man nicht wisse, wie viele Familien und Kinder zu erwarten sind. Und Anke Bienwald von der Willkommensinitiative sagte: „Wir brauchen noch mehr Menschen, die mitmachen.“

Von Andreas Kaatz

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