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Nauener Schüler werden Schulreporter

MAZ-Aktion Nauener Schüler werden Schulreporter

Die Schüler der Klasse 7a des Leonardo-da-Vinci-Campus’ Nauen sind als MAZ-Schulreporter 2.0 unterwegs. Sie führen ein Tagebuch, befragen Mitschüler und löcherten eine MAZ-Redakteurin mit ihren vielen neugierigen Fragen.

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Gut gelaunt und im besten Sinne neugierig: die Schüler der 7a.

Quelle: Tanja M. Marotzke

Nauen. „Sie sind recht redefreudig“, hatte Lehrerin Katja Stolz über ihre Schüler gesagt. Ihre Klasse 7a vom Leonardo-da-Vinci-Campus Nauen nimmt an der Aktion MAZ-Schulreporter 2.0 teil. Drei Wochen lesen die Mädchen und Jungen jeden Tag die Märkische Allgemeine Zeitung. Am Dienstag hatten sie MAZ-Redakteurin Marlies Schnaibel zu Gast. Also die Autorin dieser Zeilen. Und die konnte sich gleich überzeugen, wie „redefreudig“ die 7a ist. Selten sind ihr von Schülern so viele und so kluge Fragen gestellt worden.

Erste Frage: Schreiben Sie jeden Tag einen Artikel? Im Prinzip ja, wenn nicht sogar noch mehr. Und dann ging es munter, aber strukturiert weiter: Die beiden Lukas aus der Klasse moderierten das Gespräch.

Wie alt ist die Zeitung? Ein Blick auf die Seite 1 verrät: Es ist der 71. Jahrgang, also ist die Zeitung fast 71 Jahre alt. War sie damals schwarz-weiß? Ja, die Farbfotos kamen erst viel später. Lesen Sie auch andere Zeitungen, um sich zu inspirieren? Ja, jede Menge. Haben Sie morgens manchmal das Gefühl, keine Lust zu haben? Kommt schon mal vor, aber ist eher selten. Haben Sie noch Freizeit? Wenig. Werden Ihnen die Themen vorgegeben? Nein, es sei denn vom Leben. Können Sie sich an Ihren ersten Artikel erinnern? Ja, ein Porträt über eine Frau, die in einer Glaserei gearbeitet hat.

Auch das neue Layout der Zeitung, für das die Schüler das Wort „Design“ verwenden, war Thema des Gespräches. Warum ist das nötig? Wer denkt sich das aus? Wer kann da mitbestimmen?

Was ist, wenn sich heraus stellt, dass ein Artikel nicht die ganze Wahrheit enthält? Welche Meinung haben Sie zur Klatschpresse? Glauben Sie an Gott?

Und auch das wurde in Nauen gefragt: Gibt es eine Zeitung, in der gar nichts Interessantes steht? Das will die Journalistin mal nicht hoffen. Die bunte Mischung soll ja vielen Lesern etwas bieten. Und jeder mag etwas anderes. Das wird auch schon in der Klasse 7a deutlich. Die Schüler legen als MAZ-Schulreporter ein Lesetagebuch an. Darin hält auch jeder die Geschichten fest, die ihn am meisten interessiert haben. Das reicht hier vom Clown Popow, über die Eisbärenbabys in Berlin und Wildschweine bis zu Trump. Im Unterricht Politische Bildung sollten sie einen Artikel heraussuchen, in dem ein Konflikt behandelt wird. Viele wählten dabei Beiträge zur Wahl in den USA oder den Beitrag über die Frau aus Kamerun, die in Nauen als Flüchtling lebt und Deutsch lernt.

Die lebendige Fragestunde war Teil des Deutschunterrichts der Klasse. „Wir untersuchen im Unterricht gerade Sachtexte, da passen die drei MAZ-Wochen sehr gut rein“, sagte Lehrer Stefan Schubert. Die Schüler lesen Texte, erfassen Inhalte, stellen Zusammenhänge zwischen Texten und Abbildungen her, lernen mit unbekannten Fremdwörtern umzugehen. „Ist immer ein ganz schönes Geraschel und viel Aufregung“, meinte der Lehrer ziemlich gelassen dazu. Und das war auch so eine Frage an die Redakteurin: „Können Sie uns einen Tipp geben, wie man die Zeitung leichter aufmacht, ohne dass sie so zerfällt?“ Nein, da gab es so keinen richtigen Tipp. Vielleicht Teil für Teil herausnehmen und dann den Lokal- oder Sportteil extra durchblättern und lesen. So richtig überzeugend war die Antwort wohl nicht, die Zeitungen fielen den Schülern weiterhin aus der Hand. Es blieb raschelig.

Da war es schon besser, zum Abschluss noch mal ganz konkret zur eigenen Arbeit zu fragen. „Die Schüler sollen ja selbst als Schulreporter unterwegs sein, was sollten sie dabei beachten“, wollte Annalena Niemeier, die als Referendarin die Klasse im Unterrichtsfach Politische Bildung begleitet, wissen. Die Schüler sollen abschließend selbst einen Kommentar schreiben und am Montag über den „Tag der Kinderrechte“ berichten. Und da hielt die MAZ-Redakteurin als Antwort bereit: „Das Wichtigste für einen Journalisten ist das Fragenstellen. Also fragen, fragen, fragen und keine Angst haben, andere anzusprechen.“

Von Marlies Schnaibel

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