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Havelland Nauener Veterinär liest Tiergeschichten
Lokales Havelland Nauener Veterinär liest Tiergeschichten
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06:15 29.02.2016
Der schreibende Tierarzt: Dirk Bausch mit seinem Buch. Quelle: Hans-Peter Theurich
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Falkensee

Der Autor Dirk Bausch kämpfte mit einem Schnupfen: „Furchtbar kalt hier. Letzte Woche war ich in Island, da war es wärmer“, sagte er.

Die spannenden Erlebnisse mit kranken Kühen und unordentlichen Bauern, die Dirk Bausch gern seinen Freunden in gemütlicher Runde erzählt, hat der Tierarzt aufgeschrieben und in einem kleinen Verlag veröffentlicht. „Es gab auch eine Lektorin, sie hatte die Idee mit Stalin im Titel“, erklärte der Autor launig. Dabei handelte es sich nicht um den Politiker Josef Wissarionowitsch aus Georgien. „Stalin“ gerufen wurde vielmehr ein Arbeiter in einer Rinderzucht. „Er konnte weder lesen noch schreiben, aber er hatte alle Geburtstage seiner Kühe im Kopf – das waren 250. Der Mann reinigte Gullys mit bloßen Händen.“ Stalin hatte auch einen Bruder. Der hieß Lenin.

Die Leser des 56 Seiten umfassenden Buches sollten nicht allzu zart besaitet sein. Denn wenn das Telefon im Hause Bausch geklingelt hatte, musste der Arzt meistens zu einer kalbenden Kuh fahren. Dann folgte stets ein ziemlich blutiges Prozedere. Der Doktor fasste der Kuh in die Gebärmutter, um sich Klarheit über das Problem zu verschaffen. Anschließend wurde das Kälbchen im Mutterleib gedreht oder es kamen Zwillinge auf die Welt.

„Eine Geburt ist für mich nach dreißig Jahren Praxis immer noch faszinierend. Es ist ein bewegender Moment, wenn ein Neugeborenes im Stroh liegt“, sagte Dirk Bausch und war dabei offensichtlich ganz gerührt. Einmal allerdings ist es selbst ihm zu abstoßend geworden, nämlich als ein Bauer ein totgeborenes Kalb zu Hundefutter verarbeitete.
Das Publikum lauschte fasziniert und stellte Fragen. Anja Bösinger, die in der Stadtbibliothek arbeitet, beklagte, es gäbe viel zu wenige Schlachthöfe, so dass die quälenden Tiertransporte immer länger werden. „Sie werden von einer einzigen Tierärztin in ganz Deutschland betreut“, sagte Dirk Bausch lakonisch. Man merkte, der Veterinär hat tatsächlich ein Herz für Tiere.

Uta Theilen aus Falkensee wollte wissen, wie schwerkranke Kälber heute behandelt werden: „Rettet man sie überhaupt noch?“ Das ist ein heißes Eisen, und Dirk Bausch gab zu, dass er aufhörte zu praktizieren, weil der Kommerz eine ethisch vertretbare Tiermedizin kaum noch zulasse. „Ein Kalb kostet zehn Euro. Da investiert man nicht für die Tierarzt- Behandlung“, sagte er. Und dass er wenig vom Biofleisch aus dem Supermarkt halte. Schon schwirrten Namen von stadtbekannten Fleischern durch die Luft, denen die Falkenseer vertrauen. Fachmann Bausch empfahl Neuland-Fleisch. „Aber da ist ein Kilo Rinderfilet nicht für zwölf Euro zu haben!“

Der Tierarzt plauderte weiter aus dem Nähkästchen, dass 90 Prozent des Geflügels aus Indonesien stammt und in Deutschland verpackt wird. Die Besucher erfuhren von Dirk Bausch: „Die Windräder sind für Fledermäuse verheerend. Hunderttausende dieser Tiere verenden durch die Rotorblätter pro Jahr in Deutschland.“

Und noch eine Geschichte aus dem Erstlingswerk. Bei dem Dackel Toni musste ein komplizierter Eingriff vorgenommen werden. Nach einem Unfall hatte er sich den bei Hunden vorhandenen Penisknochen gebrochen. Damit Toni weiterhin Gassi gehen konnte, bekam er einen Katheder. Blöd nur, dass der Hund ihn auffraß. Wie die Erzählung ausgeht, kann man in dem Buch nachlesen.

Einen zweiten Band hat Dirk Bausch in Arbeit, darin kommt auch ein Bulle mit Sonnenbrand vor. Dreißig Jahre hat er als Tierarzt praktiziert und kann deshalb aus dem Vollen schöpfen.

Von Judith Meisner

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