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Nauener mit Sport im Blut

Menschen im Havelland Nauener mit Sport im Blut

„Ich spende aus Überzeugung. Blut kann man nicht künstlich herstellen – und gebraucht wird es immer“, sagt der Nauener Ingo Mißmann. Sein erstes Mal liegt mittlerweile 15 Jahre zurück. Der 46-Jährige ist kürzlich vom Deutschen Roten Kreuz für seine 50. Spende ausgezeichnet worden.

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Ingo Mißmann

Quelle: Laura Sander

Nauen. Blutspenden tut nicht weh und ist die wohl größte Hilfe mit dem geringsten Aufwand überhaupt. Für Ingo Mißmann gute Gründe, sich bis zu sechs Mal im Jahr Blut abzapfen zu lassen. „Ich spende aus Überzeugung. Blut kann man nicht künstlich herstellen – und gebraucht wird es immer“, sagt der Nauener. Sein erstes Mal liegt mittlerweile 15 Jahre zurück. „Ich war völlig unaufgeregt, als ich gegangen bin. Ich hatte keinerlei Probleme und dann stand ganz schnell fest – das machst du jetzt öfter.“ Mittlerweile gehört der Nauener zu den Stammspendern und wurde kürzlich vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) für sein 50. Mal geehrt. „Irgendwann hat mich der Ehrgeiz gepackt. Unter Blutspendern gibt es einen nicht ganz ernst gemeinten Konkurrenzkampf“, lacht der 46-Jährige. „In diesem Jahr werde ich bloß vier Termine schaffen – gerade in den Sommerferien ist es durch andere Verpflichtungen oder Urlaub schwierig. Und das geht nicht nur mir so – besonders in den heißen Monaten kämpft der DRK um jede Spende.“ Viele Unfälle und das geringe Spenderaufkommen seien jedes Jahr problematisch. Als Gegenleistung für sein Blut bekommt Ingo Mißmann zwar keine Aufwandsentschädigung, aber die erwartet der Nauener auch gar nicht. „Ich finde es viel wichtiger, dass man regelmäßig untersucht wird und bei jeder vierten Spende einen kostenlosen Check-up bekommt. Meine Cholesterinwerte sind etwas hoch, genauso wie mein Blutdruck – würde ich nicht spenden, hätte ich das wahrscheinlich nie bemerkt.“ Um weiter Stammspender bleiben zu können, muss er das in den Griff bekommen – mit fettarmer Margarine hat er den ersten Schritt getan. „Ich möchte so schnell nicht aufhören, es ist bereits zur Gewohnheit geworden. Meine neuste Herausforderung ist es die 500 Milliliter in unter fünf Minuten zu schaffen“, so der 46-Jährige mit einem Augenzwinkern. Mißmanns sportlicher Ehrgeiz kommt nicht von ungefähr. Seit 1994 ist er Sportlehrer an der Nauener Grundschule am Lindenplatz. „Der Job macht Spaß und ich habe meine Entscheidung nie bereut. Jeder Tag ist anders“, so der Nauener, der im Lehrerkollegium der Hahn im Korb ist. „Der Tag endet nicht nach der letzten Unterrichtsstunde. Am Nachmittag bereite ich Wettkämpfe vor, betreue die Volleyball- sowie die Tischtennis-AG, habe Elterngespräche oder Fachkonferenzen.“ Und so manches Mal kommt Ingo Mißmann dabei in zeitliche Bedrängnis – denn am Nachmittag steht er schon wieder auf dem Fußballplatz an der Ludwig-Jahn-Straße und trainiert ehrenamtlich eine D-Jugendmannschaft des VFL Nauen – zwei Mal in der Woche und einen Tag am Wochenende. „Ich habe mal drei Jahre lang als Fußballtrainer ausgesetzt, als meine Tochter noch kleiner war. Das war nichts für mich“, so der VFL-Jugendleiter. Seine Frau Andrea, die ebenfalls als Grundschullehrerin arbeitet, stärkt Mißmann bei all seinen Unternehmungen den Rücken. „Sie hat mich damals auch zum Blutspenden gebracht. Die ersten 15 Male sind wir noch zusammen gegangen, jetzt habe ich sie natürlich längst überholt.“

Von Laura Sander

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