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Nauener wegen Darknetgeschäften verurteilt

Aus dem Gericht Nauener wegen Darknetgeschäften verurteilt

Weil er sich Cannabis, Amphetamine sowie insgesamt 1100 Euro Falschgeld nach Hause liefern ließ, musste sich jetzt ein 33-Jähriger vor dem Nauener Amtsgericht verantworten. Der Mann, der mit psychischen Problemen zu kämpfen hat, muss nicht hinter Gittern. Er kam mit einer Bewährungsstrafe davon.

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Falschgeld und Drogen bestellte sich der Nauener im Darknet.

Quelle: imago/epd

Nauen. Weil er sich Cannabis, Amphetamin sowie insgesamt 1100 Euro Falschgeld nach Hause liefern ließ, musste sich jetzt ein 33-Jähriger vor dem Nauener Amtsgericht verantworten. Aufrund seiner einschlägigen Vorstrafen wurde er zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und acht Monaten verurteilt, die zur Bewährung ausgesetzt wurde.

Langzeitarbeitslos und psychisch krank

Aufgrund einer psychischen Erkrankung langzeitarbeitslos, lebt Christian S. alleine in seiner Nauener Wohnung, wo er häufig im Darknet – einem speziellen Netzwerk im Internet – surfte, über das er sich sowohl mit Drogen als auch in gleich zwei Fällen mit insgesamt 22 gefälschten 50-Euro-Scheinen versorgte. „Das Geld kaufte ich mir für 80 Euro. Erst wollte ich es für Lebensmittel und andere Dinge ausgeben, habe es dann aber doch gelassen, weil es mir zu heikel war“, so der Nauener.

Nachdem er die Schule nach der 9. Klasse verlassen hatte, begann der heute 33-Jährige eine Ausbildung als Gas- und Wasserinstallateur. Abgeschlossen hat er die Ausbildung jedoch nie, eine Zeit lang habe er Getränke ausgeschenkt. Seit mittlerweile zehn Jahren hat Christian S. gar keinen Job mehr. Von seiner Rente, die er seit der Diagnose seiner psychischen Erkrankung, einer Psychose, bezieht, hat er monatlich 200 Euro zur Verfügung.

Eine gesetzliche Betreuerin kümmert sich seit 2004 um seine Finanzen und hilft ihm, sein Leben zu managen. „Ich bekommen 50 Euro in der Woche ausgezahlt, von dem Geld habe ich mir meine Drogen gekauft. Für den Rest, also Lebensmittel und sonstige Sachen blieb nicht mehr viel übrig“, so der Angeklagte. Mit der anderen Hälfte seiner Rente stottert der 33-Jährige derzeit Geldstrafen ab, die er wegen Betruges, Nötigung und unerlaubten Besitzes von Betäubungsmitteln aus früheren Verfahren zahlen muss.

Zu Besuch beim Großvater

Bei seinem Großvater habe er Essen bekommen und ein eigenes Zimmer gehabt, sei aus diesen Gründen oft in dem kleinen Nauener Ortsteil Wachow zu Besuch gewesen. Dort hatte die Polizei während einer Durchsuchung am 24. November 2016 auch die insgesamt 14,07 Gramm Cannabis und 6,21 Gramm Amphetamin gefunden und sichergestellt. Das Falschgeld habe der Angeklagte im vergangenen Sommer bestellt – einmal seien es zwölf falsche 50-Euro-Scheine gewesen, beim zweiten Mal waren es zehn, wie der 33-Jährige offen zugab.

„Die Drogen und das Geld habe ich im Darknet mit sogenannten BitCoins bezahlt. Dazu muss man vorher sein richtiges Geld umwandeln - das ist aber nicht sonderlich schwierig“, so der angeklagte Nauener. „Ich habe damals täglich Drogen konsumiert – mal mehr, mal weniger. Mein Opa hat mich in dieser Zeit sehr mit allem anderen unterstützt“, sagte S., dem die Hausdurchsuchung daher umso peinlicher gewesen sei. „Ich habe ein schlechtes Gewissen, weil ich immer wusste, was ich mache und welche Konsequenzen mein Handeln haben könnte.“

Oft in Behandlung

Oft sei S. wegen seiner Psychose und der Drogensucht im Krankenhaus gewesen, derzeit sei er jedoch nach eigener Aussage clean – und das aus eigener Kraft, ganz ohne spezielle Therapie. Dass seine Drogensucht gerade bei seinem Krankheitsbild und mit allen Medikamenten, die der Langzeitarbeitslose einnehmen muss, besonders gefährlich sei, habe er jetzt verstanden.

Aufgrund seines Vorstrafenregisters und der Tatsache, dass er das Geld mit dem Vorsatz bestellte, es tatsächlich in Umlauf zu bringen, kam eine Geldstrafe nicht mehr in Frage. Drei Jahre muss der Nauener nun straffrei leben, um seine Bewährungsstrafe von einem Jahr und acht Monaten zu verbüßen.

Von Laura Sander

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