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Nauens Bäume unter Kontrolle

Linde, Ahorn und Co. werden regelmäßig gepflegt Nauens Bäume unter Kontrolle

Rund 35 000 Bäume auf städtischen Grundstücken werden regelmäßig in Nauen und seinen Ortsteilen kontrolliert und gepflegt. Die Mitarbeiter der Dienstleistungsgesellschaft entfernen Totholz, kürzen Kronen und fällen gegebenenfalls auch Bäume. 2015 gab es zudem besonders viele Sturmschäden.

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Baumkontrolleur Tobias Korb (l.) und Sebastian Alexander Philipp von der DLG.

Quelle: Andreas Kaatz

Nauen. Die Flatterulme im Nauener Stadtpark hat in ihrem Leben schon viel gesehen. Dazu gehören auch alle Programme auf der Freilichtbühne, denn sie steht gleich daneben. Doch wenn dort am 1. Mai wieder der „Kessel Buntes“ stattfindet, dann wird der stattliche Baum nicht mehr da sein. Er muss vorher gefällt werden, da er mittlerweile eine Gefahr darstellt. Ein Pilz hat ganze Arbeit geleistet.„Der Baum hat die Stockfäule, er steht nur noch auf Stelzen“, sagt Baumkontrolleur Tobias Korb und schiebt die Sondierstange in den Wurzelbereich. Das Werkzeug trifft auf keinen Widerstand mehr, verschwindet fast. Wie viel Stürmen die Ulme noch standhalten würde, weiß niemand.

Tobias Korb ist seit 2011 als Kontrolleur in der kommunalen Dienstleistungsgesellschaft (DLG) tätig. 60 bis 80 Bäume nimmt er täglich unter die Lupe – in der Nauener Kernstadt, aber auch in den 14 Ortsteilen. Die Ergebnisse seiner Kontrollgänge erhält dann Sebastian Alexander Philipp, der das Baumkataster bei der DLG leitet. „Ich werte die Empfehlungen des Kontrolleurs aus und muss festlegen, was wichtig ist“, sagt Philipp. Vorrang haben immer die Standorte, wo es um die Sicherheit von Menschen geht. Somit stehen bei den Baumexperten der DLG beispielsweise Straßen, Schulen, Kitas oder Grünflächen wie das städtische Freibad oder der Stadtpark besonders im Fokus. „Da besteht eine besonders hohe Sicherheitserwartung“, sagt Sebastian Alexander Philipp.

Immer von Oktober bis Februar sind deshalb die beiden ausgebildeten Baumpfleger der DLG im Stadtgebiet unterwegs. Sie schneiden Lichtraumprofile an Straßen, entfernen Totholz, pflegen oder kürzen Baumkronen und nehmen manchmal einen Kronensicherungsschnitt vor, sprich: Die Krone wird komplett entfernt. Im Gegensatz zur Fällung bleibt der Stamm dabei stehen, bietet Insekten und Vögeln noch Unterschlupf. Zwölfmal geschah dies 2014, hingegen wurden 124 Bäume ganz gefällt – gerade in dicht besiedelten Bereichen die bevorzugte Variante.

Unter anderem in Ribbeck, Wachow und Groß Behnitz waren die Baumpfleger seit Oktober dieses Jahres schon, demnächst geht es in Markee, Tietzow oder Börnicke weiter. Die Kernstadt kommt Anfang 2016 an die Reihe. Um die 500 Pflegemaßnahmen werden es insgesamt bis Ende Februar sein.

Rund 35 000 Einzelbäume auf städtischen Flächen sind im Baumkataster erfasst, werden regelmäßig begutachtet und entsprechend ihrer Schädigung eingeordnet. Daraus leitet sich auch der künftige Kontrollrhythmus ab. Allein 2014 waren 617 Pflegemaßnahmen notwendig. Und Philipp ist überzeugt, dass diese Zahl in Zukunft nicht deutlich sinkt. Denn die Bäume würden älter und durch Umwelteinflüsse geschädigt.

Doch die Arbeiten an Bäumen können nicht immer nur nach Plan erfolgen. „In diesem Jahr hatten wir auch zahlreiche Sturmschäden zu verzeichnen, mehr als in den Jahren zuvor“, sagt Philipp. So fegten heftige Böen im Juni über den städtischen Friedhof. Viele Äste brachen ab, blieben in den Kronen hängen und mussten schnellstmöglich entfernt werden. Drei Tage dauerten die Aufräumarbeiten. Aber auch in der Hamburger und in der Brandenburger Straße mussten die Baumpfleger aus dem gleichen Grund ran.

Wenn jetzt wieder ein schwerer Sturm angesagt ist, hat der Chef des Baumkatasters trotzdem keinen unruhigen Schlaf. „Ich bin der Überzeugung, dass wir das Bestmögliche machen“, sagt er. Eine gewisse Wahrscheinlichkeit, dass trotzdem etwas passiert, sei immer vorhanden. „Wir versuchen es aber mit unseren Möglichkeiten, die uns zur Verfügung stehen, zu minimieren. Allerdings kann auch ein völlig gesunder Baum durch eine Böe umfallen.“

Von Andreas Kaatz

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