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Havelland Nazi-Schmiererei löst Standort-Debatte aus
Lokales Havelland Nazi-Schmiererei löst Standort-Debatte aus
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10:39 17.11.2017
Das Friedrich-Engels-Denkmal stand in Premnitz einst auf dem Werksgelände kurz hinter dem Tor 2. Eine Aufnahme aus den siebziger Jahren Quelle: Jürgen Mai
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Premnitz

Das große Hakenkreuz, das vor wenigen Tagen auf die Fahrbahn der Friedrich-Engels-Straße in Premnitz gesprüht worden war und mittlerweile entfernt worden ist, hat in der Stadt eine Diskussion ausgelöst. Ganz in der Nähe der Hakenkreuz-Schmiererei befinde sich das Denkmal für Friedrich Engels, teilt der Premnitzer Uwe Kalbrenner mit. Es könnte sein, dass Leute mit rechtsradikaler Gesinnung einen Anlass sehen, um das Denkmal zu beschmieren oder zu beschädigen. Immerhin gehöre Friedrich Engels zu den Philosophen, deren Anschauungen Neonazis gewiss ablehnen. Würde es nicht besser sein, warf Uwe Kalkbrenner auf, das Denkmal umzusetzen an einen Ort, der besser einsehbar ist, damit sich mögliche Schänder nicht verdeckt anschleichen können?

Seit 2002 steht das Friedrich-Engels-Denkmal nahe am alten Gesundheitszentrum. Quelle: Jürgen Mai

Wie von Jürgen Mai, dem ehrenamtlichen Stadtchronisten, zu erfahren ist, wurde das Denkmal für Friedrich Engels vermutlich Anfang der fünfziger Jahre aufgestellt. Das große Chemiefaserwerk hatte jahrzehntelang dessen Namen getragen, wie es das Foto oben zeigt. Das Denkmal war geschaffen worden vom Rathenower Bildhauer Karl Mertens, der lange Zeit auch für die Beschäftigten des Werkes Kunstkurse gegeben hatte. Das Denkmal stand zu DDR-Zeiten innerhalb des Werksgelände gleich hinter dem Tor 2, das der Haupteingang des Werkes war. Tausende Premnitzer sind auf dem Weg zur Arbeit und zurück daran vorbei gekommen.

Das Friedrich-Engels-Denkmal steht jetzt an der Friedrich-Engels-Straße nahe am früheren Gesundheitszentrum. Die Immobilie, die der Stadt gehört, ist Ende Juni leer gezogen worden, weil im Stadtzentrum ein neues Gesundheits- und Familienzentrum gebaut worden ist. Die Stadt hat den Plan, das große Gebäude abzureißen und das ganze Gelände neu zu erschließen, damit dort Eigenheime gebaut werden können. Die geplante Umgestaltung, die bestenfalls schon im nächsten Jahr beginnt, könnte vielleicht auch ein Anlass sein, um das Denkmal umzusetzen...

Beschmiert werden könnte das Denkmal auch an anderen Standorten

Der Premnitzer Bürgermeister Ralf Tebling (SPD) sieht aber derzeit keinen Anlass, um das Friedrich-Engels-Denkmal umzusetzen. „Es ist ja schon einmal umgesetzt worden“, erinnert er, „und es gibt gegenwärtig keinen sachlich zwingenden Grund, das erneut zu tun.“ Das Denkmal würde auf keinen Fall stören, wenn das Grundstück des Gesundheitszentrums für eine Eigenheimbebauung neu hergerichtet werde. Und die befürchtete Beschmierung könnte auch an jedem anderen Standort stattfinden.

Im Jahr 2002 hatten die Premnitzer Stadtverordneten beschlossen, das Friedrich-Engels-Denkmal vom Werksgelände zum Gesundheitszentrum umzusetzen. Die Verwaltung hatte das beantragt und damit begründet, dass die Fabrikenstraße, die in Nord-Süd-Richtung über das Gelände führt, in den folgenden Monaten neu ausgebaut werden sollte. Dabei werde die Straßenführung in diesem Bereich verändert. Lasse man das Denkmal dort stehen, werde es an „Wirkung bzw. Präsenz“ einbüßen. Mit 14-mal Ja, drei Enthaltungen und einmal Nein wurde das Umsetzen befürwortet. Bis auf ein einziges Nein gab es vollständige Zustimmung zum neuen Standort am Gesundheitszentrum.

Von Bernd Geske

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