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Havelland „Nazis gibt es in Nauen weiterhin“, aber...
Lokales Havelland „Nazis gibt es in Nauen weiterhin“, aber...
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09:04 26.08.2016
Ein Jahr danach: Offener Diskurs zur Situation in Nauen. Quelle: Laura Sander
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Nauen

Viel ist geschafft, vieles bleibt noch zu tun. Ein Jahr nach dem Brandanschlag auf die Sporthalle des Nauener Oberstufenzentrums schlägt das Verbrechen, für das die mutmaßlichen Täter um den NPD-Stadtverordneten Maik Schneider vor rund einem Monat angeklagt wurden, weiterhin große Wellen in der Stadt. Rund 100 Flüchtlinge hätten die Notunterkunft beziehen sollen, die in der Nacht zum 25. August fast vollständig abgebrannt ist. Derzeit befindet sich die Halle im Aufbau und kann voraussichtlich im nächsten Schuljahr wieder von rund 1000 Schülern als Sportstätte genutzt werden.

Nauen ist keine Nazi-Stadt

„Um 1.04 Uhr erreichte mich der Anruf – ich habe von Anfang an geahnt, dass es vorsätzliche Brandstiftung war. Und obwohl viele Nauener schon vorher engagiert waren, hat dieses schreckliche Ereignis noch einmal einiges in Nauen bewegt“, so Bürgermeister Detlef Fleischmann (SPD). „Es ist immer noch nicht alles im grünen Bereich, aber Nauen als Nazi-Stadt darzustellen – das hat die Stadt und haben besonders die Menschen nicht verdient“, so Fleischmann weiter.

Dass es in Nauen seit jeher Menschen gibt, die sich für ein tolerantes Miteinander einsetzen, weiß auch Thomas Weidlich vom Mobilen Beratungsteam Potsdam, der die Stadt seit 2001 im Blick hat. „Repräsentanten der Stadt und der Vereine, sowie Menschen aus allen Schichten der Bevölkerung setzen sich schon seit Jahren mit unterschiedlichsten Aktionen für ein weltoffenes Nauen ein und nicht erst seit dem Brandanschlag. In jeglichen Alltagssituationen, auf dem Schulhof, am Küchentisch oder am Arbeitsplatz leisten sie Aufklärungsarbeit und positionieren sich – das schließt natürlich Konflikte nicht aus“, so Weidlich.

Konflikte gibt es weiterhin

Und Konflikte gibt es auch weiterhin, weiß Linken-Politikerin Andrea Johlige. „Wir sollten uns nicht vormachen, dass es vorbei ist, nur weil das Problem nicht mehr so stark thematisiert wird. Nazis gibt es in Nauen weiterhin“, so Johlige. „Und diejenigen, die sich ihnen entgegenstellen, sind immer die gleichen paar Leute. Einige Fraktionen habe ich nie bei den Abendspaziergängen gesehen – das ist ein Problem.“

Fremdenfeindlichkeit und Alltagsrassismus müssten aufhören und mehr zu öffentlichen Diskussionen motiviert werden, so Fleischmann. „Wie oft bekomme ich mit, was teilweise an Kommunikation abläuft und das sind keine Einzelfälle. Man sollte einfach öfter reagieren, sich der Meinung des Gegenübers entgegenstellen und offene Diskussionen anregen.“

Agieren im Kleinen und Aufklärung bei Alltagsvorurteilen bleibt weiterhin Hauptaufgabe in Nauen. „Der Brandanschlag hat auch etwas Positives bewirkt. Einige Nauener sind aufgewacht und sehen die Probleme in ihrer Stadt nun viel klarer. Schade nur, dass es dafür erst den Turnhallenbrand geben musste“, so Volker Mueller, Vorsitzender des Humanistischen Freidenkerbundes Nauen. „Die Stimmung in der Stadt hat sich gewandelt. Nicht alle reagieren unbedingt positiv auf Flüchtlinge, wollen aber friedlich zusammen leben“, sagt Mueller. Hinzu käme, dass seit einigen Wochen tatsächlich Flüchtlinge im Übergangswohnheim in Nauen untergebracht sind und die Angst vor dem Unbekannten zurück gegangen sei.

Von Laura Sander

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