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Nennhausen Amt setzt neue Schwerpunkte für die Jugendarbeit
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17:14 26.02.2019
Im Jugendclub Nennhausen treffen sich junge Leute gerne und regelmäßig. Quelle: Norbert Stein
Nennhausen

Es darf geträumt werden – so hatten es die Organisatoren der ersten Beteiligungswerkstatt für Kinder und Jugendliche mit Erwachsenen im Amt Nennhausen formuliert. Und Annegret Zehe sowie Daniel Georgi forderten die Teilnehmer a dem Treffen am Montag auf, ihren Ideen freien Lauf zu lassen, auch wenn sie zunächst unrealisierbar aussahen.

Keine Langeweile

Die gute Nachricht: Jugendliche müssen sich, wenn sie im Amt Nennhausen wohnen, nicht langweilen. Es gibt tatsächlich zahlreiche Angebote. Die meisten werden von Vereinen unterbreitet. Wie ein bunter Flickenteppich sah die Karte des Amtes aus, nachdem die Teilnehmer bunte Zettel, auf denen Angebote vermerkt waren, angehängt hatten.

Die Beteiligungswerkstatt

Kultur, Sport, Soziales – die Bandbreite ist groß. Und doch bestehen Wünsche, von denen auch Amtsdirektorin Ilka Lenke sagt, dass sie berechtigt sind. Sie ist froh, dass die Beteiligungswerkstatt in Nennhausen stattgefunden hat.

Bei der Schützengilde Nennhausen sind junge Leute gerne gesehen. Die Senioren und Vereinschef Huxdorf (rechts) freuen sich. Quelle: Norbert Stein

„Ich denke, dass wir etwas lernen und einige Punkte umsetzen können“, sagte sie in ihrem Grußwort zu Beginn. Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Ilka Lenke kündigte am Montag an, man werde in einem Jahr erneut zusammenkommen und überprüfen, was von den Ergebnissen des Diskussionsnachmittages umgesetzt wurde.

Informationsdefizite

Was sehr schnell deutlich wurde war, dass viele Kinder und Jugendliche gar nicht so genau wissen, welche Möglichkeiten sie außerhalb des eigenen Dorfes haben. Eine Plattform wird gesucht, auf der die Anbieter sich vernetzen und wo die Jugendlichen schnell und einfach darüber informiert werden, was wo los ist.

Ist es soweit, dann müssen die Jugendlichen den Weg bewältigen. Mobilität ist das Schlagwort und in den Dörfern des Amtes spielt das eine wichtige Rolle. „Kommen Sie mal in den Ferien“, forderte eine Einwohnerin eine der Moderatorinnen der Johanniter auf. „Da sitzen die Kinder zuhause und kommen nicht weg, wenn kein Bus fährt. Dann werden die Tage immer länger.“

In der Kita „Sonnenschein“ gibt es Angebote für Kleine und ganz Kleine. Quelle: Norbert Stein

Erträglich ist es, wenn man an dem Strang Nennhausen Rathenow wohnt. Hier kommt man weg und wieder hin. In den Dörfern fernab ist es schwieriger. Um die Angebote in allen Dörfern nutzen zu können, wären Radwegeverbindungen gut, so dass die Kinder sicher den Weg bewältigen können.

Mehr Radwege

Der Ausbau eines Radwegenetzes zwischen den Dörfern war am Ende des Tages einer der vordringlichen Wünsche aller Teilnehmer. „Schade nur, dass wir Sachen Radwege nicht die Entscheidungsträger sind“, so Ilka Lenke, die diese Frage auf jeden Fall im Amtsausschuss vortragen wird.

Allerdings verweist die Amtsdirektorin beim Öffentlichen Personennahverkehr auch auf Fortschritte, die mit dem neuen ÖPNV-Konzept des Landkreises ab Ostern einsetzen. Einen Kritikpunkt hatten die Eltern aber.

Mehr Radwege sollen die Dörfer im Amt verbinden. Quelle: Norbert Stein

Wenn ein Rufbus jemanden abholt, nimmt er eine zweite Person, die denselben Weg hat, nicht mit – es sei denn diese Person hat den Rufbus ebenfalls bestellt. „Das entspricht in keiner Weise der Lebenswelt von Jugendlichen, die sich schnell über soziale Netzwerke verabreden“, sagte eine Mutter.

Der große Bogen

Ein anderer Schwerpunkt könnte sein, einen Bogen zwischen Kinder- und Jugendarbeit zur Seniorenarbeit zu schlagen. „Es wäre doch schön, wenn es Angebote gäbe, die Kinder und ältere Einwohner gemeinsam wahrnehmen“, sagte Ilka Lenke. Ein Projekt mit diesem Inhalt könnte ein Thema für Ines Neidt werden, die sich um die Senioren im Amt kümmert.

16 Schwerpunkte standen am Ende der Diskussion, auf der Tafel. Sie wurden nochmals gewichtet.. Wesentlich erscheinen den Teilnehmern neben dem Radwegeausbau die Vernetzung der Angebote und die mobile Jugendarbeit zusammen mit einem Kinder- und Jugendstadtplan.

Ergebnis im Amtsausschuss

Ilka Lenke will das Ergebnis des Workshops dem Amtsausschuss präsentieren und alle 16 Schwerpunkte aufzeigen. „Daraus werde ich einen Maßnahmenplan erarbeiten und spätestens in einem Jahr das Ergebnis der Umsetzung aufzeigen“, kündigte sie nun an. Und bei den Gemeindevertretersitzungen der kommenden Wochen wird Ilka Lenke das Ergebnis ebenfalls vorstellen.

Um ein noch genaueres Bild zu bekommen, werden zudem Antworten von Schülerinnen und Schülern der Fouqué-Grundschule ausgewertet. Insgesamt leben zurzeit 713 Kinder und Jugendliche im Alter bis 18 Jahre im Amt Nennhausen.

Von Joachim Wilisch

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