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Nennhausen Bomben töteten in Barnewitz einst 26 Dorfbewohner
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20:16 19.04.2018
Mit einer Andacht erinnerten in Barnewitz Einwohner und Kirchenchor an die Opfer der Bombardierung des Dorfes am 18. April 1944. Quelle: Norbert Stein
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Barnewitz

Mittwoch in dem kleinen Dorf Barnewitz: In den Gärten und vor den Grundstücken surren Rasenmäher. Kinder spielen und sind fröhlich. Auf dem Friedhof sind die Gräber gut gepflegt. In Barnewitz nimmt das Leben seinen gewohnten Lauf. Und dennoch ist am Mittwoch alles etwas anders. Das Dorf hält inne. Vor dem Gedenkstein für die Gefallenen des 2. Weltkrieges hinter der Kirche ist eine Kerze angezündet.

Eine Tradition

Einwohner und der Kirchenchor versammeln sich vor dem Gedenkstein unter großen Tannen. Sie sind gekommen, um mit einer Andacht eine Tradition zu pflegen, mit der Barnewitz jedes Jahr an die Zerstörung der Kirche und vieler Häuser im 2. Weltkrieg erinnert. Passiert ist das am 18. April 1944. Erinnert wird auch an den Wiederaufbau der Kirche in den Jahren 1967 bis 1974. Die Andacht ist eingebettet in eine Woche des Gedenkens. Auch Erhard Jaenicke ist zu der Andacht unter freiem Himmel gekommen, um zu gedenken.

„So einen Tag vergisst man sein Leben lang nicht und er darf sich auch nicht wiederholen“, sagt er in Erinnerung an die Ereignisse am 18. April 1944. Er war damals elf Jahre alt und wohnte im Nachbardorf Buschow. Es dürften etwa 30 Bomber gewesen sein, die an jenem Tag gegen Mittag ihre Tod bringende Last auf Barnewitz abgeworfen haben, erzählt Jaenicke und sagt: „Der Lärm war höllisch.“ Einen Tag später ist seine Mutter mit ihm nach Barnewitz gefahren. Viele Häuser und die Kirche waren im Bombenhagel zerstört worden. „Es war schlimm“, erinnert sich Erhard Jaenicke.

Schlimme Folgen

Die Bomben rissen 26 Menschen am 18. April 1944 in Barnewitz in den Tod. Ihre Namen werden bei der Andacht zum Gedenken vorgelesen. Der Kirchenchor und die Besucher singen zum Anlass passende Lieder. Organisiert und zur Andacht auf dem Friedhof eingeladen hatte die Evangelische Reformationsgemeinde, zu der Barnewitz gehört.

„Erinnern ist wichtig“, stellt Gerd Zellmer, pfarramtlich Beauftragter für den Gemeindebereich Barnewitz, am Anfang seiner Predigt fest. Wichtig sei die Erinnerung an den 18. April vor nunmehr 74 Jahren, sagt Gerd Zelmer, weil in ihr die Sehnsucht und der Wille nach Frieden liegt. „Der Friede muss an die nachfolgende Generation weitergereicht werden und der Wille ihn zu erhalten muss ansteckend wirken“, betont der Prediger.

Keine Selbstverständlichkeit

Doch Frieden sei aktuell weltweit keine Selbstverständlichkeit, mahnt er und appelliert an Politiker, Menschen unterschiedlichen Glaubens und Nichtgläubige, internationale Konflikte besser mit Verantwortung statt mit Waffen lösen zu wollen.

Weitere Veranstaltungen zur kirchlichen Woche in Barnewitz sind an diesem Freitag, 20 April um 19 Uhr „Musik und mehr“ mit Max Tutzschke; Samstag,21 April 19 Uhr „Wenn Gott das Leben malt“ – eine Buchlesung mit Lothar von Seltmann sowie am Sonntag, 22.April um 10 Uhr ein Festgottesdienst aus Anlass der Wiedereinweihung der Dorfkirche 1974.

Von Norbert Stein

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