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Nennhausen IHK-Forum zur Wirtschaftsentwicklung auf dem Land
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18:31 27.06.2018
Nennhausen war Schauplatz des IHK-Forums. Quelle: Dirk Fröhlich
Nennhausen

Die Logistikbranche, das Gastgewerbe und der Handel haben sich in Westbrandenburg gut entwickelt. In den vergangenen Jahren seien starke Wirtschaftsstandorte entstanden, so auch im östlichen Havelland. Wie aber steht es mit Handel und Gewerbe in den Dörfern? Der ländliche Raum steht vor der Herausforderung, den demografischen Wandel, sowie Digitalisierung und Globalisierung bewältigen zu müssen.

Viele Betriebe auf dem Land

Das Regionalcenter Brandenburg an der Havel der Industrie- und Handelskammer Potsdam vertritt in der Region die Interessen von rund 1000 Mitgliedsunternehmen. „70 Prozent der Mitglieder haben ihren Sitz im ländlichen Raum“, sagte die Leiterin des Regionalcenters Kathrin Fredrich am Donnerstag zum Auftakt eines IHK-Forums „Ländlicher Raum“ in Nennhausen.

Zu der Veranstaltung eingeladen waren Unternehmer aus ländlichen Gebieten, Wirtschaftsförderer und Kommunalpolitiker. Die IHK hat zur wirtschaftlichen Entwicklung des Havellandes eine Studie erarbeiten lassen, deren Ergebnisse und Erkenntnisse Projektleiter Jan Dohnke vom Büro „Die Raumplaner“ gemeinsam mit seinem Kollegen Philipp Albrecht zum Auftakt des Forums in der Schloss-Orangerie vorstellte.

Um Stärken und Schwächen des ländlichen Raumes ging es bei einem Forum der IHK in Nennhausen mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Verbänden. Jahn Dohnke (r.), Kathrin Fredrich und  Philipp Albrecht gestalteten das IHK- Form „Ländlicher Raum“. Quelle: Norbert Stein

Die Gewerbeflächennachfrage im Landkreis Havelland war in den vergangenen Jahren stark von Logistikunternehmen geprägt. Von knapp 118 Hektar Gewerbefläche, die im Zeitraum 2007 bis 2016 von Unternehmen besiedelt wurde, entfielen lediglich 61 Hektar auf das klassische Gewerbe. Während von der Logistiknachfrage vor allem das östliche Havelland profitierte, verteilen sich die anderen Ansiedlungen etwa zu gleichen Teilen auf alle Regionen des Landkreises.

Interesse an der Ausbildung

„Der demografische Wandel, Abwanderung und weitere Probleme werden alle Unternehmen vor neue Herausforderungen stellen“, so Jan Dohnke. „Insbesondere aber betrifft das die ländlichen Regionen.“ Der Projektleiter hat zudem einen Trend festgestellt. Unter den Schulabgängern gibt es wieder mehr Interessierte, die eine Ausbildung statt eines Studiums absolvieren wollen.

Der Rathenower Stadtverordnete Horst Schwenzer (FDP) hat in den letzten Tagen drei Unternehmen in der Kreisstadt besucht und dabei erfahren, dass Personal zur Besetzung der zweiten Produktionsschicht fehlt. „Mit Blick darauf sollte geprüft werden, ob die Bildungsstandards an den Oberschulen ausreichen, damit Schulabgänger in der Lage sind, einen guten Beruf zu erlernen.“

Schule geben gute Beispiele

Dieser These von Horst Schwenzer widersprach Katja Poschmann vom Sachgebiet Wirtschaftsförderung des Landkreises. „Die Oberschule in Rathenow zum Beispiel hat sehr gute Erfolge auf dem Gebiet Praxislernen vorzuweisen.“ Eine Unternehmerin berichtete, Jugendliche würden zunehmend mehrere Ausbildungsverträge abschließen und sich erst mit Lehrjahresbeginn für einen der Berufe entscheiden. „Ich habe auch schon Anfang September auf Jugendliche gewartet, die nicht kamen obwohl sie einen Ausbildungsvertrag unterschieben hatten.“

Ilka Lenke, Amtsdirektorin in Nennhausen, ist es wichtig die Ausbildung stärker in den Mittelpunkt zukünftiger Veranstaltungen mit örtlichen Unternehmen zu rücken.

Es gibt aber Möglichkeiten, wie der ländliche Raum gestärkt werden kann: mit der Entwicklung eines Ansiedlungsservices für kleine Unternehmen aus dem berlinnahen Raum, mit der Stärkung dualer Studienmöglichkeiten, den Ausbau von Beziehungen über die Landesgrenzen hinaus, mit Kooperationen zur Verbesserung der Standortvoraussetzungen sowie mit einem auskömmlichen Breitbandausbau.

Von Norbert Stein

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