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Nennhausen Joachim Gauck liest in der Wallfahrtskirche
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15:16 26.08.2018
Thomas Tutzschke, Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Nauen-Rathenow (rechts) begrüßte Joachim Gauck vor dem Gotteshaus in Buckow. Quelle: Norbert Stein
Buckow

Ein Blumenstrauß mit Gladiolen und Sonnenblumen ziert am Samstag den Altar der Buckower Wallfahrtskirche. Auch sonst ist alles perfekt vorberietet für einen ho-hen Besuch. Joachim Gauck kommt. Thomas Tutzschke, Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Nauen-Rathenow, und der Vorsitzende des Fördervereins Wallfahrtskirche Buckow, Bernd Werner, begrüßen gemeinsam mit Antje Leschonski vom Dorfkirchensommer 2018 Brandenburg Joachim Gauck.

Der ehemalige Bundespräsident richtet seinen Blick auf ein imposantes Bauwerk, in dem er aus seiner Autobiografie „Winter im Sommer- Frühling im Herbst“ lesen wird. Aber noch ist Zeit für Kaffee und Kuchen, von dem Frauen des Fördervereins und aus dem Dorf reichlich gebacken hatten.

Joachim Gauck beim Signieren seines Buches. Quelle: Norbert Stein

Joachim Gauck, der von 2012 bis 2017 der elfte Präsident der Bundesrepublik Deutschland war, ist in Buckow wie man ihm von vielen Auftritten kennt, volksnah. Er setzt sich zu Besuchern und plaudert mit ihnen, genießt die entspannte und dennoch erwartungsvolle Atmosphäre. Doch dann wird es Zeit. Die Kirche ist inzwischen bis auf den letzten Platz mit Besuchern gefüllt. Auch die stellvertretende Landrätin Elke Nermerich und die Nennhausener Amtsdirektorin Ilka Lenke sind zu der Veranstaltung im Rahmen des Dorfkirchensommers 2018 gekommen.

Anfang des Jahres hatten die Organisatoren des Dorfkirchensommers dem Förderverein den Vorschlag gemacht, den Präsidenten a.D. zur Lesung in die Wallfahrtskirche einzuladen. „Wir haben natürlich sofort zugesagt und sind sehr erfreut über seinen Besuch“, sagt Bernd Werner. Joachim Gauck hat inzwischen an einem Tisch vor dem Altar Platz genommen.

Er las an einem kleinen Tisch vor dem Altar. Quelle: Norbert Stein

„Ich habe meine Erinnerungen aufgeschrieben“, sagt er und beginnt zu lesen. Natürlich kann er in den folgenden zwei Stunden nicht alles aus dem 356 umfassenden Buch vorlesen. Joachim Gauck, Jahrgang 1940, setzt Schwerpunkte und liest zunächst aus seinen Kindheitserinnerungen auf Fischland, östlich von Rostock, an der mecklenburgischen Küste vor. Es war Sommer und er war zehn Jahre alt, als sie seinen Vater abholten und nach Sibirien deportierten.

Er war knapp fünfzig, Vater und Großvater geworden, als er mit der friedlichen Revolution einen „Frühling im Herbst“ erlebte. Seine Zeit als Bundesbeauftragter zur Aufarbeitung der Stasi-Unterlagen und Bundespräsident lässt er beim Vorlesen aus, weil ihm das Kapitel „Freiheit, die ich meine“ besonders wichtig ist. Danach schlägt er das Buch zu. Beifall brandet auf für die Lesung, die von Maximilian Bahr auf der Gitarre musikalisch begleitet wurde.

Zum Schluss der Lesung erhielt der Autor viel Beifall. Quelle: Norbert Stein

„Es war eine bemerkenswerte Lesung, die mit Abstand schönste Veranstaltung im bisherigen Wirken des Fördervereins“, sagt Vorstandsmitglied Frank Bahr und dankt Joachim Gauck mit einem Blumenstrauß und einer Falsche „Trappen-Kräuterlikör“. Eine Zusage konnte er dem Gast aber nicht machen. Joachim Gauck hatte eine einfache Glühbirne an der Kirchendecke bemerkt. Er würde sich freuen, wenn die Veranstaltung zu einer ordentlichen Deckenbeleuchtung beitragen würde, sagte er. Lampen an der Decke anzubringen sei aus Gründen des Denkmalsschutzes nicht möglich, erklärt Frank Bahr. Aber noch in diesem Jahr sollten seitlich Stehlampen aufgestellt werden. Das sei erlaubt.

Förderverein im Jahr 2009 gegründet

2009 wurde der Förderverein mit derzeit 20 Mitgliedern gegründet und er engagiert sich seither erfolgreich für die Sanierung der rund 700 Jahre alten Kirche. Der Förderverein organisiert den „Buckower Wallfahrts-Sommer“ mit jährlich vielseitigen Veranstaltungen in der Kirche. So nutze Andreas Tutzschke, Vorsitzender der Evangelischen Reformationsgemeinde Westhavelland, zu der Buckow gehört, die Gelegenheit, um die Besucher auch schon zu einer weiteren Veranstaltung am 16. September einzuladen. Das ist ein Gottesdienst mit Landrat Roger Lewandowski und anschließendem Mittagsessen und Gesprächsrunden „Kirche und Politik“. Joachim Gauck hörte die Ankündigung gerne, bevor er Besuchern sein Buch signierte.

Von Norbert Stein

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