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Nennhausen Neue Flügel für die Bockwindmühle
Lokales Havelland Nennhausen Neue Flügel für die Bockwindmühle
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12:08 12.09.2018
Endlich hat die Mühle wieder Flügel. Quelle: Norbert Stein
Bamme

Das Unwetter hat längst seinen Platz in die Bammer Mühlenchronik bekommen. Im Herbst 2007 fegte „Kyrill“ übers Havelland. Der Orkan verursachte große Schäden und zerstörte auch die Flügel der ohnehin schon stark beschädigten Bammer Bockwindmühle. Sicherungsarbeiten bewahrten das unter Denkmalschutz stehende Bauwerk vor dem endgültigen Ruin.

Zur Geschichte der Mühle

1334 wird die Bockwindmühle in Bamme erstmals urkundlich erwähnt. Es handelt sich um die älteste Bockwindmühle des Landes.

1569 fanden Ausbesserungsarbeiten durch den Mühlenbauer Joachim Gläsern statt.

1701 gab es erneut Ausbesserungsarbeiten.

1931 wurde die Windmühle stillgelegt.

1988 fanden Ausbesserungsarbeiten statt. Eine Mühlenstube wurde eingerichtet.

2007 zerstört der Sturm Kyrill wichtige Mühlenteile.

Elf Jahre nach „Kyrill“ bekommt Bamme auf dem Mühlenberg nun wieder einen Hingucker. Die Bockwindmühle wird seit einem Jahr saniert und hat seit Kurzem wieder neue Flügel aus Lärchenholz. Aus Richtung Rathenow kommend sind die vier Mühlenflügel zwischen den Bäumen schon von weitem zu sehen. Als Vorgeschmack auf Kommendes sorgen sie schon heute für einen kräftigen Hauch von Mühlenromantik.

Wichtiger Sanierungsschritt

Mit der Montage der imposant wirkenden Flügel wurde ein wichtiger Teilabschnitt auf dem Weg zur Gesamtsanierung der Bockwindmühle realisiert. Auch der Mühlenkasten wurde bereits erneuert. Die Außenwand hinter den Flügeln wurde mit Holzschindeln verkleidet. Nun geht das Vorhaben in seine Endphase. Zimmermannsmeister Ulrich Blümner und seine Leute werden sich in den kommenden Wochen vor allem dem Innenausbau der Mühle und der Mühlentechnik widmen. Auch sonst gibt es noch einiges zu tun für die Mühlenbauer aus Bismark in der Altmarkt.

Günter Seidemann ist zufrieden. „Die Arbeiten gehen gut voran“, sagt der stellvertretende Vorsitzende des 2010 gegründeten und heute 34 Mitglieder zählenden Fördervereins Bockwindmühle Bamme. Er ist oft auf dem Mühlenberg bei den Handwerkern. Günter Seidemann informiert sich über die Baufortschritte. Er selbst widmet sich vor allem der Maschinenkunde.

Günther Hasenberg begleitet als Architekt die Sanierung der Bockwindmühle von den Anfängen bis heute. Quelle: Norbert Stein

Günther Hasenberg begleitet das Vorhaben als Architekt. Er und die Bauleute haben ein gemeinsames Ziel. „Wir wollen noch in diesem Jahr den ersten Sack Korn zu Mehl vermahlen“, sagt Hasenberg. Im Spätherbst wollen sie der Gemeinde Nennhausen als Eigentümerin der Mühle den Sanierungsabschluss vermelden und die Bockwindmühle übergeben. Nennhausen investiert mit Hilfe von Fördermitteln insgesamt 260 000 Euro in das Sanierungsvorhaben Bockwindmühle Bamme. Der Förderverein übernimmt die Planungskosten.

Mühlenbauer seit einem Jahr aktiv

Vor einem Jahr wurde mit den Arbeiten begonnen. Zunächst wurde der Hausbaum angehoben und auf Stützen gesetzt, um die Kreuzschwelle und marode Grundbalken austauschen zu können. Der Mühlenkasten wurde abgebaut.

Der Architekt und der Bauleiter legten von Beginn an Wert darauf, möglichst viele Einzelteile zu erhalten und wieder in die Mühle einzubauen. So kommt das alte Kammrad wieder zum Einsatz, die Kammzähne mussten die Handwerker allerdings erneuern. Auch der Mehlbalken war marode und konnte nicht wieder verwendet werden. So wurde aus einer 280 Jahre alten Eiche aus dem Rathenower Stadtwald ein neuer 4,50 langer Mehlbalken gefertigt und eingebaut.

Zwei Inschriften auf dem Mehlbalken

Der Mehlbalken wurde mit zwei Inschriften versehen: Dem Ursprungsjahr 1701 und 1801 als Jahr der Erneuerung. Auch die Bütt mit Trichter und Eingangstreppe gehören zu den Einzelteilen, die neu angefertigt wurden.

„Mühlenbau ist Arbeit mit Hammer und Meißel“, erklärt Günther Hasenberg die zeitaufwendige Sanierung der vermutlich ältesten erhaltenden Bockwindmühle in der Mark Brandenburg. Der Förderverein möchte nach Fertigstellung mit der Bockwindmühle zu Schauzwecken wieder Korn mahlen, Schülern das historische Bauwerk zeigen und zur weiteren touristischen Belebung der Region beitragen.

Von Norbert Stein

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