Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Nennhausen Sommerleseabende unter Eichen
Lokales Havelland Nennhausen Sommerleseabende unter Eichen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:02 10.08.2018
Michel Duhr liest in Garlitz auf der Freilichtbühne am  Dorfplatz Kindern  aus einem  Buch vor. Quelle: Norbert Stein
Anzeige
Garlitz

Ein heißer Sommertag neigt sich seinem Ende entgegen. Auf der Holzbühne unter den großen Dorfplatzeichen sind Decken ausgebreitet, auf denen Kinder liegen oder sitzen. Sie haben es sich gemütlich gemacht und lauschen gebannt Michael Duhr, der ihnen am Donnerstag aus dem Buch „Gangster-Oma“ von David Williams vorliest.

Ihr größtes Ding

Die Kinder im Alter 6 bis 8 Jahre knabbern Salzstangen und trinken Wasser oder Saft. Vor allem aber lauschen sie gebannt den Geschichten von Ben, der jeden Freitag bei seiner Oma verbringt, wenn seine Eltern das Tanzbein schwingen. Bens Oma ist zwar nett, aber „soooooo langweilig“, liest Michael Duhr vor. Doch eines Tages findet Ben heraus, dass seine Oma ein Geheimnis hat: Sie war früher eine berühmte Juwelendiebin!. Und jetzt plant sie ihr größtes Ding. Ben ist Feuer und Flamme – und kein Freitag ist mehr langweilig.

Schöne Vorleseabende

Michael Duhr liest betont, er gestikuliert mit den Händen und sogt dafür, dass man auf der Freilichtbühne eine Steckenadel fallen hören würde. Nach einer Dreiviertelstunde schlägt er das Buch zu. Auf der Freilichtbühne, auf der Garlitzer schon Theater gespielt haben und die nun passend zum Vorleseabend ein Tuch mit der Aufschrift „Wir haben noch Träume für die Zukunft“ ziert, kehrt Ruhe ein. Die Mädchen und Jungen sind begeistert. „Die Vorleseabende sind Klasse“, sagen Lilie, Johanna, Gero und weitere Kinder übereinstimmend. Die Jüngsten gehen nach Hause.

Noch lange nicht Schluss

Schluss ist damit aber noch nicht auf dem Dorfplatz. Nun kommen Kinder, die neun Jahre und älter sind hinzu. Verabschiedet von Garlitz hat sich inzwischen auch die Sonne. Der Abend beginnt zu dämmern. Michael Duhr holt deshalb eine Stehlampe auf die Freilichtbühne und liest nun den älteren Kindern aus David Williams Buch „Billionen-Boy“ vor. So erfahren seine Zuhörer, zu denen inzwischen auch einige Eltern und Ortsvorsteherin Gudrun Lewwe gehören, von einem reichen Jungen, der sich einen Freund wünscht und der eine ganz normale Schule besuchen will.

Wenn es dämmert, wird eine kleine Lampe angeschaltet. Quelle: Norbert Stein

Die Geschichte fesselt. Michael Duhr ist zufrieden. Die Aktion „Lesen unter Eichen“ sei ein voller Erfolg geworden, sagt der 54-Jährige. An jedem Donnerstagabend in den Sommerferien lesen Michael Duhr und Katja Jung den Kindern auf der Freilichtbühne spannende Geschichten vor. Zehn Kinder und mehr sind es immer.

Weil die Aktion beim Nachwuchs gut ankommt, werde auch im Sommer 2019 wieder unter den Eichen gelesen, sagt Michael Duhr, der von Beruf Förster ist, gerne Romane schmökert und sich in seiner Freizeit für das Dorfleben engagiert. Er leitete im Frühjahr auch vier Workshops, zu denen der Ortsbeirat die Einwohner eingeladen hatte um mit ihnen über die Zukunft von Garlitz zu beraten.

Alles im Aktionsplan

Die Ideen sind in einen Aktionsplan „Garlitz 2030“ eingeflossen, den der Ortsbeirat auch der Landesjury „Unser Dorf hat Zukunft“ Anfang Juli in Garlitz vorgestellt hat. „Lesen unter Eichen“ war eine der vielen Ideen.

Garlitz gewann im letzten Jahr den Kreiswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ und qualifizierte sich damit für den Landeswettbewerb 2018. Wer den Landeswettbewerb gewonnen hat verkündet die Jury bei einer Veranstaltung im September.

Von Norbert Stein

Bei Liepe sind in einem Torfloch zahlreiche tote Fische gefunden worden. Die Ursache ist noch nicht geklärt, aber das heiße Wetter spielt vermutlich eine Rolle bei der Suche nach den Gründen.

09.08.2018

Weil bei einer Routineuntersuchung coliforme Keime im Trinkwasser entdeckt wurden, sollen Bürger in Rhinsmühlen und Kotzen Wasser, das zur Getränke- und Speisenzubereitung verwendet wird, vorher abkochen.

08.08.2018

In der Nennhausener Kirche haben Geschlechter mit klangvollen Namen ihre Spuren hinterlassen. Besucher interessieren sich besonders für einen prunkvollen Epitaph und den Degen des Dichters Fouqué.

07.08.2018
Anzeige