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Neue Ausstellung im Dorfmuseum

600 Jahre Kirche Tremmen Neue Ausstellung im Dorfmuseum

Ein gutes halbes Jahr hat der ehemalige Tremmener Pfarrer Klaus Brosig recherchiert, geschrieben, geklebt und organisiert. Herausgekommen ist eine Ausstellung über 600 Jahre Kirche Tremmen, die am Sonntag eröffnet wird.

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Heike Meißner und Klaus Brosig vor einer der Schautafeln im Dorfmuseum.

Quelle: Jens Wegener

Tremmen. „Es ist ein Rätsel, dass bisher nicht gelöst werden konnte“, sagt Klaus Brosig. Der Pfarrer in Ruhestand, der von 1988 bis 2011 in Tremmen wirkte, kann auch heute noch nicht genau sagen, warum die Tremmener Kirche in zwei Abschnitten gebaut wurde, die 50 Jahre auseinander lagen. 1416 begannen die Arbeiten. 1420 waren die beiden Zwiebeltürme fertig, aber erst um 1470 baute man das Kirchenschiff. „Es muss wohl damit zusammenhängen, dass es ursprünglich eine Wallfahrtskirche werden sollte und dann irgendwann im Dom in Brandenburg entschieden wurde, sich von dem Vorhaben zu verabschieden“, erzählt Klaus Brosig. Tremmen war eines der insgesamt acht Dörfern, die zum Domstift Brandenburg gehörten.

Diesem Thema widmet sich die erste vom insgesamt sechs Schautafeln in der Ausstellung „600 Jahre Kirche Tremmen“, die am Sonntag im Dorfmuseum in Tremmen eröffnet wird. „Vor allem Pfarrer Klaus Brosig ist es zu danken, dass wir diese Schau jetzt der Öffentlichkeit präsentieren können“, sagt die Vorsitzende des Gemeindekirchenrates Tremmen Heike Meißner. Es habe regelmäßige Absprachen über die Inhalte der Ausstellung gegeben, „aber das Meiste hat unser ehemaliger Pfarrer gemacht. Er hat recherchiert, sortiert, aufgeklebt, die Texte geschrieben und einige Exponate aus dem Dom zu Brandenburg ausgeliehen“, so Meißner. Der Förderkreis des Dorfmuseums Tremmen, angeführt von Lothar Lehnhardt, leistete organisatorische und logistische Hilfe und stellte die Räume in der oberen Etage des Museums zur Verfügung.

Auf den mit Fotos, Texten und Dokumenten bestückten Informationstafeln erfahren die Besucher unter anderem etwas über die Wandmalereien aus dem 15. Jahrhundert in der Kirche. Die sind derzeit lediglich an einigen Stellen freigelegt worden. „Irgendwann hat man die Malereien mit weißer Farbe übertüncht. Wann und warum, ist nicht ganz klar“, sagt Klaus Brosig. Dank einer Forschungsarbeit von Restauratorin Ute Joksch habe die Kirchengemeinde etwas über die Motive der Malereien erfahren. „Aber es wird wohl ein Traum bleiben, dass alle Wandbilder freigelegt werden können, weil das etwa 40 000 Euro kosten würde“, sagt Heike Meißner.

Vielleicht meldet sich ja im Zuge der Ausstellung ein großzügiger Spender in Tremmen. So wie es zwei Damen aus Gehrden, einer Stadt in Niedersachsen getan haben. Gabriele und Cornelia Wille riefen vor sechs Monaten bei Lothar Lehnhardt an. „Sie sagten, dass sie zwei von dem Künstler Adolph Doebler gemalte Aquarelle aus den Jahren 1880 und 1883 zu verschenken hätten, auf denen die Kirche Tremmen abgebildet sei“, erinnert sich Lehnhardt. Jetzt hängen beide Bilder in der Ausstellung. Als Dankeschön wurden beide Damen für Sonntag nach Tremmen eingeladen.

Aber nicht nur historische Fakten und Berichte hat Pfarrer Brosig zusammengestellt, auch teils originale Stücke aus der Kirche finden sich in Vitrinen wieder. Darunter einige Münzen aus dem 18. Jahrhundert und einige der Orgelpfeifen. „Leider gibt es keine Orgel mehr in der Kirche. Die wurde während der Sanierungsarbeiten in der Kirche zwischen 1968 und 1972 entfernt, weil sie defekt war“, weiß Brosig. Ebenfalls zu bestaunen ist das Kirchensiegel von 1795, was der Dom in Brandburg der Tremmener Kirche zur Verfügung gestellt hat, nachdem Teile der Kirche bei einem Brand 1794 zerstört wurden.

„Wir freuen uns auf möglichst viele Gäste, die sich nicht nur am Eröffnungstag sondern bis Ende Oktober diese Ausstellung ansehen können“, sagt Heike Meißner. Nach vorheriger Absprache unter (03 32 33) 8 09 55 werde es auch an Wochentagen möglich sein, die Schau sowie vorher oder nachher auch die Tremmener Kirche in Augenschein zu nehmen.

Von Jens Wegener

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