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Malen nach dem Vorbild asiatischer Meister

Neue Ausstellung in der Rathenower Rathausgalerie Malen nach dem Vorbild asiatischer Meister

„Früchte der Stille“ lautet der Titel einer Ausstellung, die am Mittwochnachmittag in der Rathenower Rathausgalerie eröffnet wurde. Ausgestellt werden rund 60 Arbeiten der Berliner Malerin Monika Taterra. Ein koreanischer Zen-Meister brachte ihr wichtige Maltechniken bei.

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Monika Taterra und Ronald Seeger am Mittwoch bei der Ausstellungseröffnung in der Rathausgalerie.

Quelle: Markus Kniebeler

Rathenow. Es gibt Maler, die haben schon als Kind die Kunst entdeckt und sind ihr bis zum Lebensende treu geblieben. Zu dieser Spezies gehört Monika Taterra nicht. Bei der 1956 in Falkensee geborenen Lehrerin für Englisch und Russisch dauerte es 53 Jahre, bis sie die Lust am Malen entdeckte. Und selbst diese späte Hinwendung zur Kunst geschah nicht ganz freiwillig. Nach einem Krankenhaus-Aufenthalt hatte sie im Rahmen einer Ergo-Therapie die Wahl zwischen verschiedenen kreativen Betätigungen – und griff ganz spontan erstmals zum Pinsel. Sieben Jahre später sind ihre Arbeiten im Rathenower Rathaus zu sehen, gestern wurde die Ausstellung mit dem Titel „Früchte der Stille“ eröffnet.

Seit jener Ergotherapie im Jahr 2009 hat das Malen in Monika Taterras Leben eine immer größere werdende Bedeutung erlangt. Zum einen, weil es für die 59-jährige die ideale Möglichkeit ist, ihrer Kreativität Ausdruck zu verleihen. Zum anderen hält die therapeutische Wirkung der ersten Malerfahrung bis heute an. „Wenn ich mit dem Pinsel vor der Leinwand sitze, fällt aller Druck, fällt jede Belastung von mir ab“, sagt Monika Taterra. Es gebe keine Tätigkeit, bei der sie sich so im Einklang mit sich selbst befinde, wie beim Malen. „Das ist eine tolle Erfahrung.“

Entscheidende Lehrstunden bei koreanischem Zen-Meister

Allerdings musste die Diplomlehrerin für Englisch und Russisch dieses In-Einklang-Kommen erst lernen. Die entscheidenden Lehrstunden erteilte ihr ein koreanischer Zen-Meister und Künstler namens Byong Oh Sunim. Der wies sie in die Tradition asiatischer Kalligraphie und Tuschmalerei ein. Und als Monika Taterra verstanden hatte, dass in der asiatischen Malschule bei Pinselhaltung und Pinselführung nichts aus dem Handgelenk geschüttelt wird, sondern dass die Bewegung aus dem ganzen Körper kommt, da wusste sie um die befreiende Wirkung des Malens.

Die Schulung durch einen asiatischen Meister kann man den meisten Werken, die in der Rathausgalerie ausgestellt sind, ansehen. Nicht so sehr an der Auswahl der Motive – die reicht vom Stillleben über das Blumenbild bis zur Landschaftsmalerei. Vielmehr verrät die Art der Pinselführung die fernöstliche Prägung: Ein Motiv mit wenigen, kraftvollen Strichen zu umreißen und durch diese Reduktion eine um so intensivere Stimmung zu erzeugen – wie das funktioniert, kann man in der dritten Etage des Rathauses studieren.

Die Ausstellung kann bis zum 31. März während der Öffnungszeiten des Rathauses besucht werden.

Zur Person

Monika Taterra wurde am 29. April 1956 in Falkensee geboren und lebt heute in Berlin. Sie studierte Slawistik/Anglistik und ist seit 1979 Diplomlehrerin für Englisch und Russisch. Ratheowern ist sie bekannt als Dozentin für Englisch, Kreativkurse und Aquarell-Malerei an der Volkshochschule Havelland.

Von 2012 bis 2015 besuchte sie verschiedene Kurse in koreanischer Kalligraphie. Ihre Teilnahme an den Kursen wurde über einen Spezialfonds der Bundesregierung gefördert.

 

Von Markus Kniebeler

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