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Neue Broschüre über die Milower Ziegeleien

Buchprojekt Neue Broschüre über die Milower Ziegeleien

Werner Coch und Winfrid Ganzer haben am Mittwoch eine Broschüre über die Geschichte der Milower Ziegeleien vorgelegt. Sie ist ab sofort im Handel und kann für drei Euro erworben werden. Herausgeber ist der Kulturverein Milower Land. Beschrieben wird die Zeit zwischen 1750 und 1929, als es in Milow zeitweise fünf Ziegeleien gab.

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Winfrid Ganzer (links) und Werner Coch mit den neuen Broschüren über die Milower Ziegeleien.

Quelle: Bernd Geske

Milow. Die Ziegeleien müssen für Milow einst prägend gewesen sein. Zu diesem Ergebnis kommt der Autor Werner Coch, der am Mittwoch eine Broschüre über die Geschichte der Milower Ziegeleien vorgelegt hat. Satz und Layout hat für dieses Erzeugnis Winfrid Ganzer übernommen, der ehrenamtlicher Ortsvorsteher von Milow ist. Die eine Hälfte der Milower habe seinerzeit in der Landwirtschaft gearbeitet, sagt Werner Coch, und die andere Hälfte sei in den Bereichen Ziegelei und Schifffahrt tätig gewesen. In Milow wurde 1855 eine Schiffer-Innung mit über 70 Mitgliedern gegründet, erklärt er, weil der Transport der produzierten Ziegel zu den Kunden sehr oft auf dem Wasserweg geschah. Viele der Steine seien nach Berlin und Hamburg gegangen.

Er sei überrascht von der Fülle der interessanten Informationen, lobt Milower-Land-Bürgermeister Felix Menzel (SPD), und sei sehr dankbar dafür, dass Werner Coch und Winfrid Ganzer sich die Arbeit machten. Die Broschüre sei ein Stück Zeitreise, findet Felix Menzel, jeder, der es wolle, könne diese Reise jetzt unternehmen. Vielleicht entstehe aus der Broschüre sogar ein Projekt an der Grundschule.

Ein Stück Zeitreise

Der Tourismus-Ausschuss der Gemeinde, erklärt Gemeindevertreter Holger Schiebold (CDU), habe vor einigen Jahren beschlossen, die „wunderbare Gemeinde Milower Land weit über ihre Grenzen hinaus bekannt zu machen“. Die Broschüre sei ein weiterer Beitrag dazu. Man sei immer dankbar für neue Ideen. Er gehe davon aus, dass auch eine Broschüre über die Geschichte der Ziegeleien in Bützer verfasst werden könne. Holger Schiebold hatte dem Milower Ortsbeirat den Vorschlag gemacht, dass Werner Coch, der im Vorjahr eine Broschüre über die Premnitzer Ziegeleien geschrieben hatte, so etwas auch für Milow machen könnte. Der Ortsbeirat war einstimmig dafür. Als Herausgeber fungiert der Kulturverein Milower Land.

In der Ortschronik von Milow stehe auch etwas über die Ziegeleien, sagt Winfrid Ganzer, das Thema sei dort aber sehr kurz gekommen. Darum sei es wünschenswert gewesen, diese Lücke nun zu schließen. Nach der Präsentation für die Medien geht die Broschüre sofort mit vorerst 200 Exemplaren in den Verkauf. Sie wird für drei Euro pro Stück zu haben sein.

Ton wurde auf Wiesen und in Erdlöchern gewonnen

In Milow hat es einst fünf Ziegeleien gegeben, teilt Werner Coch mit. Das waren die Milower Gutsziegelei (später Voigt’sche Ziegelei), die alte Marqueder Ziegelei, die Marqueder Gutsziegelei, die Ziegelei von Fritz Düker und die Richard’sche Ziegelei. Die erste Ziegelei müsse in den Jahren 1750/1760 entstanden sein. Zwei der Betriebe seien zeitweise so groß gewesen, dass jede pro Jahr mehr als vier Millionen Ziegel produzierte. Allein die Richard’sche Ziegelei habe die Probleme durch den Ersten Weltkrieg überlebt, schreibt Werner Coch, sie habe bis 1929 noch produziert.

Der Rohstoff Ton konnte auf den Havelwiesen gewonnen werden. Weil es bei Hochwasser auf der Elbe früher zeitweise Flussläufe „quer“ hinüber zur Havel gab, lagerten diese die Schwebstoffe ab, die zur Ziegelproduktion gut geeignet waren. Weil der Eisenanteil relativ hoch war, hatten die Milower Ziegel meist eine markante rote Farbe. Bekannt sind zudem die Marqueder Erdlöcher, aus denen einst auch Ton gefördert wurde. Manche sind heute nur noch flache Senken. Die Broschüre enthält aber auch eine Karte, in die fünf der größten Erdlöcher eingezeichnet sind.

Von Bernd Geske

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